Die Zeit zum Bloggen ist knapp, dieser Tage. Da draußen in der realen Welt tummeln sich Zeitfresser, die sich zum Teil als schlimmer erweisen, als so mancher hartnäckige Endgegner aus der Flimmerkiste. Von daher erlebe ich die wundersame Welt der Videospiele derzeit leider nur sehr peripher. Die knapp bemessene Zeit, die mir derzeit zum Spielen bleibt, ist – wie sollte es auch anders sein – zu allem Überfluss mindestens genau so vollgepfropft mit to dos, wie mein täglicher Büro-Zehnkampf gegen hartnäckige Kunden.

Final Fantasy XIII wurde nach rund 25 Stunden Spielzeit erstmal auf Eis gelegt. Nicht, weil es sich doch noch als das schlechte Spiel entpuppt hätte, das ich anfangs zunächst in ihm vermutet hätte, sondern schlicht, weil mir die Muße fehlt, mich auf ein derart episches Werk weiter einzulassen. Vorläufig. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Mich würde es nach allem im Spiel erlebten dann doch zu sehr wurmen, das Abenteuer nicht zu Ende gebracht zu haben.

Ebenfalls auf Eis gelegt wurde Splinter Cell: Conviction. Aus den bekannten Gründen. So überzeugend war Sams letzter Agentenausflug leider nicht, dass er mich angesichts des Erscheinens von Alan Wake und Split/Second noch weiter hätte bei der Stange halten können. Den Spielstart von Alan Wake aufschieben, weil Sam noch hilflos durch’s 3rd-Echelon-Gebäude tobt und die Kettensäge immer noch nicht gefunden hat? Niemals!

Alan Wake indes durfte mir in der Zwischenzeit sogar bereits drei komplette Kapitel seines überaus intensiven, verstörenden Psychoromans vorlesen. Eigentlich ein Spiel für die ganze Nacht, neben dem man morgens gerne mit einem wohligen Gefühl in der Leistengegend Magengegend aufwacht. Wakes Geschichte ist tatsächlich das erste Spiel seit langer (langer!) Zeit, das mich von vorne bis hinten (oder zumindest bis zur Mitte), durch seine exzellent erzählte und inszenierte Story, sowie seine überaus packende Atmosphäre zu begeistern weiß. Da stören mich die immer gleichen Kämpfe herzlich wenig, da lasse ich auch gerne mal Dosenpyramiden und Themoskannen genau das sein, was sie sind: überflüssiges Sammelbeiwerk, dem man höchstens periphere Aufmerksamkeit zu widmen braucht.

Split/Second hingegen ist einerseits genau der Grafikblender, den die Demo versprochen hat, spielt sich darüber hinaus äußerst arcadig und stellt die größte Anforderung an den Spieler in Form seiner unfassbaren Unübersichtlichkeit. Zu viele Details auf dem Bildschirm, kombiniert mit Explosionen im Sekundentakt und ausufernden Schmier-Effekten machen es zuweil selbst bei äußerst angestrengt zusammen gekniffenen Augen schwierig, die Fahrbahn noch als solche zu erkennen. Die KI ist dümmer als Bohnenstroh, macht ihr Manko allerdings durch auffällig ausgeprägtes Cheaten wieder wett und die Streckenauswahl ist mau. Trotzdem habe ich einfach weiterhin einen Heidenspaß. Auffälligste Fehlentscheidung am Multiplayer-Part ist, dass jeder Spieler maximal das beste im Singleplayer-Part herausgefahrene Auto nutzen darf. Das macht Rennen anfangs per se unfair, weil die eine Hälfte bereits mit der vollen PS-Breitseite vorfahren kann, während die andere Hälfte der Rennteilnehmer noch mit ihren Startgurken dahinsemmelt. Disney Geld in den Rachen schieben, um einfach sämtliche Fahrzeuge auf Knopfdruck via Xbox Marketplace freizuschalten? Never ever!

Ansonsten blicke ich gerade neidisch auf all die Twitter-User, die fröhlich jauchzend die Ankunft ihres iPads zelebrieren und stelle nach einem kurzen Blick in meine Freundesliste fest, das Red Dead Redemption vermutlich bereits von restlos jedem Konsolenspieler auf diesem Erdball zu Tode geritten wird. Außer von mir. Vor Mitte Juni wird das leider definitiv nichts mit mir und der weiten Prärie, samt Ritt in den Sonnenuntergang. Und im Juni ist es dann auch hoffentlich endlich mal so warm draußen, dass der echte Sonnenuntergang mich stärker in seinen Bann zu ziehen weiß, als die flache Polygon-Scheibe da im Rockstar-Land.

Last not least sei an dieser Stelle noch der kurze Hinweis erlaubt, dass der erste Teil der Phoenix Whright – Ace Attorney Serie es vorgestern zu einem geradezu unverschämt niedrigen Dumpingpreis von gerade mal 3,99 Euro in den App-Store und somit auf iPhone, iPod touch und iPad geschafft hat. Wer auf dem Nintendo DS seinerzeit nicht zugeschlagen hat, gehört zum einen gesteinigt und wird zum zweiten von mir hiermit nun höchst offiziell dazu verdonnert, dieses famos-absurde Spielchen endlich nachzuholen. Hopp hopp, bevor der Onkel den Spaten holt!

Oh, ach ja, das hätte ich beinahe vergessen: Half Life 2 ist seit gestern ebenfalls für den Mac via Steam erhältlich und für Besitzer der PC-Version gratis. Ich hoffe bloß, dass Valve die Zeit genutzt hat, um noch ein wenig Polishing an der herbe ruckelnden Uralt-Engine zu betreiben.