Well well, Mr. Kubrick. Ein ganz schön kranker Spinner waren Sie, das muss ich Ihnen aber mal sagen! Ohoho, ich denke, Sie werden ordentlich in der Hölle saftiggeschmort. Verdient hätten Sie es sich. Ich bete sogar inständig, dass Sie es tun. Ein gerechter Ausgleich für das, was Sie uns mit Ihrem filmischen Schaffen so zugemutet haben, wäre es allemal. Alrighty? Right right, Mr. Kubrick, so wirklich zugänglich ist Ihr Werk ja nun nicht. Das mag aber an Ihrer kranken Phantasie liegen, weniger an Ihrer filmischen Begabung. Die Präsentation ist doch einwandfrei. Ein wenig häufig findet wohl das alte Rein-Raus-Spiel seine Erwähnung, weshalb es mir scheinen mag, als wären Sie zeitlebens, nunja, untervögelt gewesen. Oder was war der Grund, Frauen mehr als fleischliche Ware zu inszenieren, denn als vollwertige Charaktere? Vermutlich auch deshalb Ihr geradezu obsessiver Einblick in das Cruise’sche Schlafzimmer damals? Vor dem letzten Atemzug wenigstens nochmal wen ficken sehen, oder wie hatten Sie sich das gedacht?

Genau so fasziniert waren Sie wohl auch von Gewalt. Die kommt in ihrem orangenen Uhrwerk zwar nicht zu kurz, wirkt aber für heutige Verhältnisse natürlich ziemlich harmlos. Schockierend? Das war früher. Dennoch, Mr. Kubrick: wie sie den psychologischen Aspekt des Gewaltaktes zu inszenieren wissen, gleicht einer filigranen Kunst, vermittelt eine psychopathische Schwingung, die man selbst in Fight Club vergeblich sucht. Der Agressor als Opfer seienr selbst, in dem eine zerstörerische Kraft schlummert und sich zwischendurch ihre Bahnen bricht, die schließlich ironischerweise gegen ihn verkehrt wird, ihn durch das nicht-ausleben-können quält, ihm regelrechte physische Schmerzen bereitet und – wer weiß – sich zum Schluss doch noch ihre Freiheit erkämpft? Schon verrückt genial, Mr. Kubrick. Und trotzdem bin ich froh, wenn ich mir nichts mehr von Ihnen anschauen muss. Perverse Sau!