Dear Typewriter…

Als ich vor über zwei Wochen erstmalig darüber nachdachte, diesen Beitrag hier zu schreiben, wollte ich zunächst einen grundsätzlichen, allumfassenden Abriss zum Stand der deutschen Gaming-“Blogosphäre” (schlimmes Wort, ja) geben. Ich wollte über die mangelnde Textqualität vieler Autoren, ungenügende Orthografie und Grammatik, schlechten Stil, Klick-Geilheit, mangelhafte blogübergreifende Bezugnahme auf Themen/Artikel anderer Autoren, den fehlenden Blick über den Tellerrand, das Verkommen der Blogroll (wie auch von Tim neuerdings beobachtet) und das ätzende Lechzen eines jeden Schreiberlings nach kostenlosen Rezensions-Exemplaren ranten. Über bloggen um des Bloggens willen und die kaum mehr erkennbare Hingabe an ein Hobby bzw. den Mut, eine Meinung zu vertreten.

Ich wollte mich darüber beschweren, wie seelenlos ein Großteil heutiger Blog-Beiträge zum Thema Videogames mir erscheint, wie einheitlich uniformiert Texte dahermarschiert kommen und wie lächerlich redundant und belanglos das ständige Wiederkäuen brancheninduzierter Newsletter doch ist. Ich war sogar beinahe schon bereit, Euch dazu aufzufordern, doch endlich mal aus Eurem Klickraten-getriebenen Kokon auszubrechen und Euch zu fragen, warum Ihr eigentlich überhaupt bloggt, wenn Ihr nicht bereit oder in der Lage seid, den Versuch aufzugeben, dem sterbenden Print-“Journalismus” hinterherzuhecheln und Euer eigenes Ding durchzuziehen, Spiele und alles Drumherum aus Eurer eigenen Perspektive zu beleuchten. “Reißt Euch doch endlich mal zusammen, verdammt nochmal!”, wollte ich Euch entgegenschreien.

All dies ging mir auch explosionsartig durch den Kopf, als Alex mich neulich im AreaGames-Podcast fragte, wie denn der allgemeine Status der deutschen Spieleblogger-“Szene” so sei – und die Bilder vermengten sich zu der einzigen mir möglichen Schlussfolgerung: Es gibt keinen. Die “Szene” ist nicht mehr das allumfassende Dörfchen miteinander interagierender, aufeinander Bezug nehmender Schreiberlinge aus Spaß, sondern eine zerklüftete Landschaft von ihre eigenen Claims absteckenden, argwöhnisch die Grenzen eben dieses beäugenden, mit einem Auge stetig auf Rankings schielenden Egomanen, die entweder alles daran setzen, alle anderen zu diskreditieren und provozieren, oder sie mit langweiligen 08/15-Beiträgen einzuschläfern.

Das alles also wollte ich Euch ursprünglich in diesem Beitrag entgegenwerfen und mich darüber auslassen, wie verkommen die Welt doch ist und so weiter und so fort.

Aber dann wurde mir klar: ich habe gar keine Lust darauf. Ihr müsst mit Eurem Scheiß alleine klarkommen. Und ich mit meinem. Und das versuche ich deshalb nun einfach, indem ich für mich inventarisiere, was mir am Bloggen dereinst soviel Spaß bereitet hat – und was mich an Blogs mittlerweile gemeinhin stört. Letzteres blende ich dann in Zukunft einfach aus bzw. schiebe es aus meinem Aufmerksamkeitsradius, während ich auf ersteres versuche stärker zu fokussieren und es hier künftig wieder stärker auszuleben. Ob mir das gelingen wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt…

Eine Sache, die meinem persönlichen Leseverhalten mittlerweile oftmals völlig zuwider läuft, sind all die vielen Einheits-Reviews, die man immer häufiger an allen Ecken und Enden liest – bzw. die ich schon lange nicht mehr lese. Denn ich habe für mich festgestellt, dass ich Reviews kaum noch lesen kann. Weil sie mich langweilen. Weil sie sich immer gleich lesen. Zumindest in den meisten Fällen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Gut geschriebene Ausnahmen (siehe bspw.  hier und hier), die nicht in das übliche Review-Schema alteingesessener Zeitschriften-Redakteure verfallen und sich nur zu fein dazu sind, ans Ende noch eine numerische oder prozentuale Spielspaß-Wertung zu setzen. Man will sich ja schlielich abgrenzen. Is’ klar…

Deshalb war ich nach langer Blogging-Abstinenz auch endlich mal wieder Feuer und Flamme, als Kollege Manu mit der Idee um die Ecke kam, Reviews in ein Format von nicht mehr als 300 Wörtern zu packen. Weil man sich dann zwangsläufig auf die Essenz beschränken muss, seine Meinung zum Spiel relativ scharf und zuweilen überspitzt formulieren und zwangsläufig auf den Ich-erzähle-Euch-jetzt-erstmal-die-komplette-Story-des-Spiels-, Grafik-, Sound-, Technik-Blabla verzichten und direkt zu des Pudels Kern kommen muss. Das Ergebnis findet Ihr seit einiger Zeit bei Polyneux und diese Woche auch – hier und da dezent aufgebohrt – bei mir.

Da ich auf den allumfassenden Rant ja nun verzichtet habe, aber trotzdem noch so etwas wie eine “Botschaft” an Euch loswerden möchte, hier zumindest noch ein kleiner Aufruf: Löst Euch doch endlich mal von all den Review-Konventionen, die Euch durch Blätter wie die GameStarPro oder Seiten wie Gameswelt etc. eingebläut wurden und schafft etwas eigenes. Zeigt mir, warum Ihr Spaß an einem Spiel hattet, welche Aspekte Eurer Meinung nach besonders hervorzuheben sind oder präsentiert mir zumindest einen unterhaltsamen Verriss, wenn Euch ersteres nicht gelingen mag. Bloß verschont mich mit Standards und Euch mit dem Phänomen verschwendeter Freizeit. Vielen Dank!

Picture:Typewriter” by rutty, published under Creative Commons License (by-nc-sa)

76 thoughts on “Dear Typewriter…

  1. Das Problem für mich ist, dass sich einige der Blogs, die ihr eigenes Ding machen und dadurch irgendwie cool sind, speziell im Moment und auch ganz allgemein extremst gegenseitig zerfleischen, weil sie sie sich alle hassen oder so.

    Arschnasen. View all comments by Pascal

  2. Nää, ich seh den Hass nicht. Aber vielleicht les ich auch einfach die falschen Blogs. Balkantoni hat aus der Kombination von Sich-jetzt-alt-fühlen und Eigene-alte-Blogeinträge-lesen das Gefühl, mal wieder wie früher ein bißchen Fingerpointing zu zelebrieren, aber Hass sieht doch echt anders aus (falls es gar nicht darum geht: Link bitte. Ich bin krankgeschrieben und gerne Flametourist). Ich bin kein großer Fan etwaiger “Wir gegen Die”-Gedanken, aber ansonsten? Anscheinend lese ich zuwenig deutsche Blogs, um den Verfall all dessen, was war, nachzuvollziehen, daher kann ich ohne konkrete Beweisführung bzw. Namensnennungen nicht viel Sinnvolles zum Text beisteuern.

    P.S. Sich über das Verkommen der Blogrolls aufregen und selber das aufregendste (segue!) deutsche Spieleblog nicht in der eigenen aufführen? Ich bin empört. Dabei können sich doch auf Allerlei Blei wirklich alle einigen. View all comments by SpielerDrei

  3. Ey, manchmal glaube ich, dass meine Blogroll spinnt. Hätte schwören können, dass ich Dich drinhabe (ich schaue selbst seltenst dahin). Genau wie ich sicher bin, dass ich die orangenen jetzt schon mehrmals händisch nachgetragen habe und den Agitpopblock rausgeschmissen habe. Oder ich nehme einfach zu viele Aufputschmittel und habe das alles nur getagträumt. View all comments by Christian

  4. Meine Fresse, ich bin es so leid. Es ist tatsächlich so, wie Pascal schreibt: Blogs, die irgendwie mal cool waren, beschweren sich darüber, wie kacke andere Blogs geworden sind. Es ist ein Schreien und ein Zetern, ohne dass dabei konkrete Kritik rumkommt oder in irgendeiner Form Verbesserungsvorschläge gemacht werden. Meckern um des Meckerns willen. Getreu dem Motto: Schaut mal, auf dem Senfhaufen hab ich auch noch eins draufgesetzt.

    “Klar gibt es konkrete Kritik!” höre ich jetzt die Klagenden rufen, aber ich muss zurück fragen: “Ja, wo denn?” Die Blogger sollen nicht so schreiben wie die Print- und Onlinemagazine? Tun sie doch auch gar nicht, ganz davon ab, dass sie sich ebenso die Rezension als Format ausgesucht haben. Wer sagt, dass man zu jedem zur Verfügung gestellten Muster auch etwas schreiben muss? Niemand, nicht einmal die PR-Agenturen. Die Texte sind langweilig, weil sie Schema-F runterrattern? Ja bitte, was ist denn Schema F? Es wird geschnauzt, gezetert und gewettert, ohne konkret zu benennen, was denn tatsächlich verbesserungswürdig ist.

    Früher war alles besser, heisst es dann. Klar. Und um das zu untermauern, wird auch schön jedes Jahr Jubiläum gefeiert, damit der Leser daran erinnert wird, dass man soundso viele Jahre am Start ist. Unsere Kollisionsabfrage gibt es seit 2006, und wir geben einen Scheiß drauf. Frightening gab es seit 2003, und ich gebe einen Scheiß da drauf. Aber mit einem vier Jahre alten Blog ist man ja offenbar schon Weise und hat wie der gute alte Yoda den Bogen raus, verweist auf die angeblich gute Seite der Blogosphäre. Um das auch zu untermauern, werden extra Podcasts aufgezeichnet, um sich selbst zu erklären und zu verteidigen (http://shodannews.wordpress.com/2011/04/22/osterpodcast/). Und es werden Rant-Beiträge geschrieben, kleine Twitter-Nachrichten in die ach so böse Welt hinaus geschrien, weil die ganze Bloggerschaft nicht die Dinge tut, die man sich wünschen würde. Newsflash: Es sind ja auch nicht Eure Blogs! Selbstredend kocht jeder vorwiegend seine eigenes Süppchen.

    Dann versucht man dem entgegen zu wirken, Positives zu tun und ein Netzwerk aufzubauen. Polyneux macht den Polygon, die Kolli-Crew macht dazu ein Interview und nen Videobeitrag. Plötzlich sind die beiden Blogs in einer Ehe (http://shodannews.wordpress.com/2011/04/15/balkan-toni-bewertet-blogs-aus-dieser-kackliste/), es heisst, wir nisten uns woanders ein, um Besucher abzugreifen. “Bei Poly sitzen die meisten Autoren, also macht es Sinn mit einer Bloggervernetzung da anzufangen”, dachte ich. Stattdessen wird das Schlechte gesehen, wir greifen uns ja nur die Früchte ab, die vom Baum fallen. Schön, eigentlich hatten wir vor, noch mehr Blogger zum Podcast bei uns eingeladen. Gegenseitiges Auftreten in den Formaten der gegebenen Medien war nur der erste Schritt. Draufgeschissen, die Botschaft ist offenbar nicht angekommen.

    Ich höre in letzter Zeit nur, dass alles Scheiße sei und was anderes versucht werden soll, aber wenn man es tut, kommt kein Feedback oder es wird getrollt, geflamed, zerstört. Ihr wollt Texte, die von der Review-Form abweichen und andere Themen in Angriff nehmen? Haben wir versucht. Oft versucht. Hier (http://www.kollisionsabfrage.net/rezensionen/rez), hier (http://www.kollisionsabfrage.net/blog/wie_lange_sind_sie_indie) und hier (http://www.kollisionsabfrage.net/blog/lasst_uns_ein_genre_retten). Wir produzieren nen Videopodcast, der versucht das schöne Coop-Format zu transportieren, und es gibt kaum Feedback. Wir versuchen einen Audiopodcast und machen uns die Mühe den möglichst unterhaltsam und kompakt zu schneiden, aber es gibt kein Feedback. Ein rausgerotzter 3 Stunden Podcast wird dagegen mit offenen Armen begrüßt. Was uns betrifft: Wir wissen, dass wir alles noch viel besser und geiler machen können, aber keiner sagt, wo wir anfangen könnten (von der Länge der Videos mal abgesehen, aber das ist alter Hut).

    Und wir sind wahrlich nicht die Einzigen, die was Neues versuchen. Superlevel greift Fundstücke auf, aber beschmipft werden sie als Contentschleuder. GTA hat es mit locker-flockigen Texten versucht, gelesen haben ihn nur die wenigsten. Der Rest war cool, bevor er ebenfalls angefangen hat, sich zu rechtfertigen. Leute, damit macht ihr Euch nur kaputt. Ist es Neid wegen der bekacken Ranking-Listen? Liebe Leute, ich habe Kollisionsabfrage da überhaupt eingetragen, damit ich wenigstens ETWAS Feedback bekomme. Als ob ich mir einen darauf abwichsen würde, dass Kolli unter den ersten 20 ist. Die Kommentarlosigkeit unter den Texte dürfen viele andere Blogger ebenfalls dazu getrieben haben, sich in eine Liste einzutragen. Ist es so schlimm wissen zu wollen, wen man mit seinem eigenen Blog erreicht? Sicher nicht.

    Ohne Scheiß: Ich kann das Gemeckere nicht mehr lesen, hören, sehen. Ich will stattdessen ehrliche, konstruktive Kritik, kein verbales Herumgeschleiche auf den hinteren Plätzen mit ein paar Zwischenrufen nach vorne. Ich hätte mir fast gewünscht, dass Du, Christian, einen (respektvoll formulierten) Rant hinausschreibst, damit wir alle zumindest wissen, was wir besser machen können. Und das gilt natürlich für alle anderen, die das hier lesen, auch. Eines der erschreckensten Aspekte ist aber: Es wird gemosert, aber eingehend beschäftigen tut sich fast niemand mit den Blogs, die er oder sie ach-so-anprangert. Hauptsache scheiße finden. Sellout, sellout! Hurra. Es ist einfach, alles aktuelle blöd zu finden und darauf zu verweisen, dass die alte Generation von Blogs ja so viel cooler war, ohne dass sich jemand fragt, was die Texte damals so lesenswert gemacht hat. Und ständig darüber herzuziehen, als Tweet, Blogeintrag oder im Podcast, wie kacke alle anderen sind, zeugt nicht gerade von Freude am Bloggen. Wahrlich nicht. Wohlgemerkt ist die alte Generation gar nicht so alt, wie ihr denkt. 2004 oder 2005.

    Von meiner Seite kann ich nur sagen: Mehr als die Hand reichen kann ich nicht. Ich will auch, dass die Szene auch tatsächlich zu einer wird. Aber es hilft nicht, wenn sich alle den Kopf abreißen und gegenseitig in den Hals kacken. Daran erstickt auch der letzte Keim jeglicher Motivation.

    (Sorry, dass ich das so in dein Blog poste, Christan, aber gerade eben ist die Bombe geplatzt. Eigentlich wollte ich mich von diesen Rant-Beiträgen fern halten, weil sie mich zunehmend ankotzen). View all comments by Micha

  5. Als Mitglied von Zockwork Orange (btw, danke für den Blogroll-Eintrag. Wollte schon meckern!), dass scheinbar aktuell jeder Zweite auf seiner Zielscheibe hat, merke ich den erwähnten Hass schon ziemlich deutlich. Aber egal, das ewig gleiche Geflame ist ja nicht Mittelpunkt des Blogeintrags.

    Ich bin wahrscheinlich ein Verfasser der von dir genannten “08/15-Beiträge”. (Vielleicht auch nicht, dann einfach ignorieren) Ich halte es aber für enorm wichtig, dass Reviews bspw. nicht nur ein kleines, aus Bloggern bestehendes, Publikum ansprechen, sondern auch einer breiten Masse die Möglichkeit geben, sich über ein Spiel zu informieren. Für Diese ist es nunmal auch relativ wichtig über Nebensachen wie Technik oder Story zu lesen, weil sie sich höchstwahrscheinlich über das vorgestellte Spiel noch gar nicht informiert haben. Für uns mögen solche Punkte nervig sein, weil wir ja normalerweise Bescheid wissen, aber genau aus diesem Grund gibt es ja Absätze, die optimalerweise für neue Gedankengänge stehen, ergo neue Themen behandeln. Was mich nicht interessiert, überspringe ich einfach, bis ich zu nem Thema komme, dass ich wieder lesen möchte. So einfach ist das. 😉

    Natürlich ist es schön, Artikel zu lesen, die sich von den Pfaden des klassischen Gaming-Journalismus abheben, aber mich nerven die ach so gebildeten/gewitzten Artikel, die nur Eingeweihte verstehen können, mindestens genauso sehr, wie “08/15-Beiträge”! View all comments by Freddi

  6. Halleluja, Micha. Danke! Danke für diesen wundervollen Kommentar! Auch wenn ich mich ebenfalls an so mancher angesprochen, vielleicht sogar angegriffen fühlen muss, transportiert er doch all das, was unterschwellig auch bei mir gebrodelt hat.

    Natürlich war früher nicht alles besser, auch heute gibt es noch ein gerüttelt Maß an lesenswerten Blogs. Bloß gehen diese mittlerweile leider oftmals komplett unter. Nicht unbedingt in der Masse, sondern vielmehr, weil diese Interaktion zwischen Blogs, wie es sie “früher” viel stärker gab, das Aufeinander-Bezug-Nehmen, sowie die ausgeprägte, lebendige Kommentar-Kultur früherer Zeit einfach kaum noch gibt. Das wiederum kann zu einem gewissen Grad vielleicht sogar wirklich an der mittlerweile deutlich größeren Masse an Blogs liegen und dass man sich einfach nicht mehr in der Lage fühlt, immer und überall zu kommentieren und “mitzumachen”. Geht zumindest mir so.

    Trotzdem bin ich auch der Ansicht, dass mit der wachsenden Masse an Blogs auch ein Qualitätsverlust einhergegangen ist. That’s statistics, Baby.

    Und nein, auch ich bin der Meinung, dass man, nur weil man seit vier Jahren bloggt, besonders weise wäre. Aber man hat halt nunmal noch etwas andere Zeiten mitgemacht, in denen vor allem eben die Kommentarkultur noch eine ganz andere war. Sowohl im Umfang, als auch in de grundsätzlichen Tonalität.

    Ich finde es ebenso schade, dass Ihr für Eure Podcasts so wenig Feedback bekommt, auch und gerade weil ich weiß, wieviel Arbeit in der Produktion einer einzigen Folge steckt. Aber das ist wohl ein generelles, strukturelles Problem und geht beispielsweise Polyneux auch nicht anders. Man kann ja schon froh sein, wenn man überhaupt gehört oder gesehen wird.

    Was die konkrete Kritik, die Verbesserungsvorschläge etc. angeht, besteht da natürlich sehr schnell die Gefahr, dass man sich einzelne Blogs herauspicken und diese gezielt auseinandernehmen müsste, um Beispiele anbringen zu können – und daran habe ich dann auch nur ein geringes Interesse. Das bekäme sehr schnell so ein Balkanteller-bewertet-Blogs-Geschmäckle, das mir wiederum eher fremd ist.
    Mal davon abgesehen, dass mir sehr wohl bewusst ist, dass ich in einem benzingefüllten Glashaus sitze und nur brennende Steine zur Hand hätte… :-D. Sprich: ich für meinen Teil müsste selbst erstmal wieder massiv Arbeit investieren, um denTanker hier wieder auf alten Kurs zu bringen und quasi das “vorzuleben”, was mir persönlich an Blogs so besonders am Herzen liegt.

    Was die Schema-F-Reviews angeht: natürlich ist es nicht per se falsch, auf Themen wie Story, Grafik etc. einzuzahlen. Allerdings wirkt es nunmal sehr schnell generisch, wenn man den immergleichen Magazin-Review-Schablonen dafür nutzt.
    Ich für meinen Teil verstehe Blogs nicht als vollständigen Ersatz für herkömmliche Magazine, das könnten wir so auch gar nicht leisten, sondern vielmehr als Ergänzung, als Erweiterung der Sichtweise auf Spiele durch Erzählung aus einer ganz persönlichen Perspektive oder durch Herauspicken von Aspekten, die in klassischen Reviews einfach viel zu kurz kommen.
    Nehmen wir mal den philosophischen Unterbau von Bioshock als Beispiel. In welchem Magazin hätte man darüber je gelesen. Da musste erst ein Chris mit d-frag.de um die Ecke kommen, um uns die Analogien zu Ayn Rand etc. um die Ohren zu hauen. Dafür liebe und konsumiere ich Blogs. Weil sie Themen und Aspekte aufgreifen können, die einem Redakteur vielleicht auch unter den Nägeln brennen, die er aber so niemals bringen dürfte. Wegen Kundenberatung und Prozentwertungen und so….

    Nunja, so oder so hoffe ich einfach, durch die wohlweislich ebenfalls provokante Art des Beitrags vielleicht mal wieder eine Diskussion losgetreten zu haben, die am Ende vielleicht ebenfalls ein wenig dazu beiträgt, dass diese abgrenzende Schielen über den Gartenzaun mal wieder etwas gemäßigtere Bahnen annimmt. Ich kann SpielerDrei leider nicht viele konkrete Beispiele nennen und spare mir die Peinlichkeit deshalb lieber, sondern empfinde es eher als mulmiges Gefühl, dass mich permanent beschleicht. Anscheinend bin ich da auch nicht unbedingt der einzige. Der Ton scheint mir vielerorts ruppiger, beleidigender, unangenehmer geworden zu sein.
    Ich hätte, genau wie Micha, gedacht, dass der Polygon einen positiveren Effekt hat. Das Gegenteil scheint der Fall gewesen zu sein. View all comments by Christian

  7. Leider nur ne kurze Antwort von mir, weil das Bett mit seinen Engelsstimmen nach mir ruft: Im Gegensatz zu vielen anderen Kritiken, fand ich diesen Beitrag mal angenehm sachlich. Keine Phallus- oder ähnliche geartete präpubertäre Symbolik, bei der man einfach keinen Bock mehr hat zu kommentieren. Das macht für mich letztendlich auch einen gesunden Dialog aus: Eine angemessen konstruierte Kritik, auf die man auch reagieren möchte, ohne das Niveau um 20 Jahre zurückzuschrauben zu müssen (Ok, da würden bei mir keine zusammhängenden Sätze bei raus kommen. 😉 Anyways…). Das ist letztendlich auch der Punkt, an dem ich wirklich massive Kritik an der “Blogosphäre” äussern muss: Scheinbar kann man heutzutage nicht mehr cool und gewitzt sein, ohne zig Fäkal- und Phallus-Rhetorik oder gleich die übelste Polemik zu verwenden. Da würde ich mir einfach sehr viel mehr an Niveau wünschen! Insofern war dein Beitrag “überraschend” erfrischend. 🙂

    Mehr kommt dann morgen! View all comments by Freddi

  8. “sondern vielmehr als Ergänzung, als Erweiterung der Sichtweise auf Spiele durch Erzählung aus einer ganz persönlichen Perspektive oder durch Herauspicken von Aspekten” und “Weil sie Themen und Aspekte aufgreifen können, die einem Redakteur vielleicht auch unter den Nägeln brennen, die er aber so niemals bringen dürfte” genau das sind die Gründe warum ich die sogenannten Gamingblogs lese. Reviews/tests/kritik/whateva sind mir weitesgehend schnurz. ich möchte lesen was andere beim zocken erlebt haben und nich obs nur eine variante eines baumes gab der zigfach geclont wurde, aber erst dann plötzlich aufploppt wenn man 17cm vor bzw schon fast im selbigen stand…ich glaube der “jump the Shark” moment für die gamingblogs ist, wenn man sich gedanken um “regelmäßigen Content” macht und dann versucht auf teufel komm raus im wochen- oder bestimmten tagesrhytmus texte rauszuhauen. was dann unweigerlich in schablonierten reviews ausartet, oder in newslinkrecyclen, wenn man glück hat mit nem kleinen “eigenen” kommentar. klar is auch das nich jedes game irgendwelche tiefsitzenden emotionen herraufbeschwört oder oder eine welt-auf-den-kopf-stellende-Story und ein megaartikel verdient, aber dann brauchs imho auch keinen reviewtext n monat nach release.

    Durch die Polygonaktion oder auch “die fotografiert eure zockerecke” aktion bin ich schon auf “neues” Lesematerial gestoßen, leider sind auch dort viele “inaktiver” geworden oder haben eben die review-schablone aufgelegt und so is neulich ein großer teil wieder rausgeflogen.

    Was mich auch super nervt sind dieses artikel bezogenen diskussionen im twitter, da labern blogger/autoren in 3 4 tweets über n artikel und bringen teilweise gute punkte, anstatt das in den comments des jeweiligen artikel zu tun und vllt auch den ein oder anderen leser zum mitdiskusstieren anregen. View all comments by herrDominik

  9. @ christian: ja, das aufräumen der blogroll war echt schon dezent überfällig, ich habe da bei dir schon faktisch ne mehr hingesehen, weil ich den eindruck hatte in ein leichenschauhaus zu blicken…der beitrag selbst wirkt ein bisschen beleidigt (aber in durchaus verträglichem rahmen), du hast dich in kommentaren auch nicht gerade immer mit der poetischen Feder bewegt, soweit ich das verfolgen konnte (ist mir persönlich aber eigentlich auch egal). für mich spielt es kaum eine Rolle, ob ich nun 08/15-reviews oder spielerelevantes abseitiges lese – wenn es gut geschrieben ist, bleibe ich dran, wenn nicht, dann lese ich halt nicht weiter – aus meinem feedreader ist noch kein blog gefallen, bloß weil viele reviews veröffentlicht wurden – mir ist die beklagte häufung auch nicht aufgefallen, aber wahrscheinlich ist mein gedächtnis einfach zu schlecht.

    @micha: ein sehr schöner kommentar, da ich selbst ein blog mit mehreren autoren betreue, artikel redaktionell bearbeite und podcasts (tatsächlich viel arbeit, aber auch eine menge spaß) aufnehme (allerdings in einem bereich der mit videospielen so gar nichts zu tun hat), und das bei einer zielgruppe die a) deutlich kleiner ist als die videospielaffinen menschen da draußen, und b) generell sehr kommentarfaul ist, ist mir das problem mit geringen kommentarzahlen für viel arbeit recht gut bekannt, das kann manchmal ein bisschen schwierig sein. den spaß an der sache habe ich bislang allerdings nicht verloren, ich freue mich am schönen theme und weiß, das ich etwas wichtiges (und in dem bereich sogar pionierhaftes) mache, auf die idee das blog in eine liste eintragen zu lassen, bin ich bis jetzt allerdings noch nicht gekommen, ich mag keine listen. leute, ihr habt zugriffszahlen, von denen ich nur träumen kann…freut euch darüber!

    @polygon: ich fand die idee und die durchführung super, das muss man zuerst mal auf die beine stellen – respekt (sollte eigentlich jährlich stattfinden)

    @balkantoni (in absentia): ich mag die nerds, ich mag den stil, ich mag die sprache, ich mag die diskussionen in den kommentaren und habe dort beim lesen generell viel spaß – allerdings habe ich auch keinen grund mich durch aussagen persönlich angegriffen zu fühlen – und die schreibe dort nehme ich ohnehin mit einem dicken augenzwinkern wahr…

    klammern sind meine freunde und typos selbstverständlich beabsichtigt View all comments by dataobscura

  10. Ich wüsste gerne, ob du bei mir auch die von Zeitungen inspirierten Einheitsreviews. Weil man das inBlogs mittlerweile dazu sagen muss: ist wirklich eine ganz ernst gemeinte Frage. Ich kenne dich von deinem Blog, aus Twitter und ja auch sogar persönlich (wenn man von so einem kurzen Treffen von Kennen sprechen kann) und im Gegensatz zu den ganzen Hatern, Trollen und Neidern da draußen lege ich bei dir sogar Wert auf deine Meinung. Fakt ist: ich habe nie GamingZeitschriften gelesen, das kann gut, kann aber auch schlecht sein. Wenn du dich über schlechten Stil beschwerst, fühle ich mich gezwungen, mich zu verteidigen und andere noch mehr. Die Anzahl meiner Reviews ist doch noch recht überschaubar und andere Blogger fangen gerade erst an, ständig kommen neue dazu und gerade Blogs sind die ideale Spielwiese, um seinen Schreibstil zu finden und zu entwickeln. Jetzt kommst du daher und sagst, wer keine guten Reviews schreiben kann, soll es doch bitte lassen (ein bisschen überspitzt). Aber wo lernt man denn dann gute Reviews zu schreiben? Ich weiß nicht, wie lange du das hier schon machst und es ist klar, aber ich finde, du solltest in deiner Kritik unterscheiden, ob du sie gegen Leute richtest, die seit 5 Jahren nach Schema F bloggen oder gegen Leute, die sich noch entwickeln und Potential haben. Mir sagt man, dass ich von Review zu Review besser werde und das freut mich, denn richtig zufrieden bin ich nur selten.

    Deine Beiträge lese ich immer gerne, deine Reviews meistens gar nicht, weil du scheinbar nichts spielst, das mich interessiert 😀 Ich mag auch immer deine Ehrlichkeit und kann deinen Meckerton gut nachvollziehen, im Gegensatz zu gewissen anderen “Stilmitteln”, die da in sogenannten Blogosphäre existieren.
    Da kann ich mich leider auch nur anschließen: ich blogge ja schon ein paar Jahre, aber so ein Mist, so ein Neid, so eine Getrolle und ja sogar handfeste Beleidigungen, habe ich außerhalb der “Gaming-Szene” nie erlebt. Außer vielleicht in der Grundschule.
    Verstehe bis heute nicht, woher dieses Konkurrenz-Gehabe kommt. Soweit ich das sehe, verdient keiner von uns hier Geld mit dem Quatsch und kein Mensch, der auch nur ein bisschen Verstand hat, gibt einen feuchten Furz auf das Wikio-Ranking (ich kann’s nicht oft genug erwähnen: mein kleines beschissenes Privatblog ist da auf Platz 5 der Filmcharts. Wenn das nicht zeigt, wie aussagelos und dämlich diese Charts sind, dann weiß ich auch nicht mehr) und ja… hab den Faden verloren, egal. Auch wenn Manu mich jetzt wieder als Pussy bezeichnet (was, lieber Manu, auch echt nicht sein muss) wünsche ich mir ein bisschen mehr Harmonie hier. Wir haben keinen Grund gegeneinander zu arbeiten, es geht schließlich um nichts, außer um Spaß an der Sache.

    Abschließend kann ich noch sagen, dass ich sowas hier viel lieber lese, als Reviews. Wenn ich ein Spiel gespielt habe, überfliege ich Reviews meist, freue mich über eine Zusammenfassung und gebe meinen Senf dazu ab. Wenn ich ein Spiel nicht gespielt habe, sehe ich meist auch kein Grund, das Review zu lesen. Flashgames oder kleine Downloadtitel mal ausgenommen, bekomme ich so schon genug über neue Titel mit und wenn ich das Spiel noch spielen möchte, will ich im Vorfeld gar nicht zu viel dazu wissen.

    @dataobscura: aber versetze dich mal in jemanden rein, der Grund hat, sich persönlich angegriffen zu fühlen und von der Seite vorher noch nie gehört hat, ergo deren Stil nicht kennt 😉

    So, entschuldige den wirren Comment. Ich schiebe es auf die Uhrzeit und dein viel zu schmales Kommentarfeld, dass die Übersicht nicht gerade fördert 😉 View all comments by David

  11. @Micha: (sorry, gerade erst gelesen) beim wem beschwerst du dich eigentlich darüber, dass nicht kommentiert wird? Scheinbar richtest du deine Kritik an die anderen Blogger, dann ist das vielleicht schon die Antwort. Sind alle Leser von Gamingblogs selbst Gamingblogger? Schreiben wir nur noch für uns selbst? Vielleicht sollten wir einfach mal versuchen, unsere Zielgruppe zu erweitern. Ich kritisiere schon ewig, das die Gaming-Szene so mit sich beschäftigt ist. Wenn ein Gamingblog sich mal wie ein normales Blog verhält, um den Kontakt zur restlichen Blogosphäre herzustellen (siehe “Zockecke-Aktion”), kommen von allen Seiten wieder die Neider, die mit irgendwelchen dämlichen Links argumentieren, die in ihren Traumwelt scheinbar viel wert sind.

    Anywho, an deinem Szene-Begriff und dem Wunsch nach einer festen Szene störe ich mich ein bisschen. Das ist genau der Fehler, dass die Gamer so mit sich beschäftigt sind. Vielmehr sollten sich Blogs nicht nur als Spielemagazine im Internet verstehen, sondern vielmehr mal akzeptieren, dass sie Blogs sind. Und Blogs interagieren miteinander, auch außerhalb ihres eigenen Themenbereichs.

    Und noch ein paar Sätze zu den viel diskutierten Reviewmustern: Gebettel habe ich da eigentlich noch nie erlebt, was lest ihr denn für komische Blogs 🙂 Reviewmuster fragt man bei den zuständigen Leuten an und dann bekommt man welche, oder auch nicht. Wenn man natürlich nur da sitzt und wartet, dass irgendwas zugeflattert kommt, kann man lange warten. Darüber, ob Reviewmuster gut oder nicht sind, kann man lange streiten, muss man aber nicht. Alle Zeitschriften bekommen ihre Spiele gestellt, warum sollte man das als kostenloses Blog dann ablehnen? Und über unaufgefordert zugesandte Sachen braucht man auch nicht zu diskutieren, wer sich dadurch zu nem Artikel gezwungen fühlt, ist selbst schuld.

    Zum Wiederkäuen von Newslettern kann ich nichts sagen, Blogs in denen das passiert, habe ich scheinbar zum Glück nicht im Feedreader.

    So, jetzt ist aber wirklich Schluss, da hätte ich ja fast nen eigenen Artikel draus machen können, dann wäre es vermutlich auch organisierter und lesbarer geworden. View all comments by David

  12. Mach’ doch mal 😉
    Kann gerade nicht ausführlich Bezug auf einzelne Punkte von Dir nehmen, da ich im Zug sitze, aber lieben Dank für einige wirklich schöne Anmerkungen, bei denen ich nur heftig nicken konnte.
    Nachher dann etwas detaillierteres Feedback. View all comments by Christian

  13. Wir haben unsere Nische gefunden und sind (damit) zufrieden. Superlevel ist genau das, was ich persönlich auch lesen/konsumieren wollen würde. Und ich denke, das ich ein wichtiger Ansatz für ein Blogkonzept.

    Wie ich bereits bei Manu im Podcast sagte, ist es unglaublich schwer, mit “regulären” Reviews aus der Masse hervorzustechen. Deswegen begrüße ich den 300-Zeichen-Ansatz sehr. Fachliche Kompetenz allein reicht im Netz meist nicht aus. Das muss mit Alleinstellungsmerkmalen gespeist werden. Dafür bedarf es jedoch einer gewissen Weitsicht, die ein Hobbyblogger in der Regel nicht verweisen kann. Als Resulat geht man in der Masse und Belanglosigkeit unter. Ich plädiere für mehr Eigeninitiative und Mut und Kreativität.

    Blogrollen finde ich gut und wichtig – in erster Linie als Respektbekundung. View all comments by Fabu

  14. Uaaaaaaaa… so viel text… so lange Kommentare 😉

    Ich glaube, dass sich dein Kommentar so auch auf andere Blogs übertragen lässt, die sich in entfernter Weise mit Reviews beschäftigen. Bekomme das aktuell die letzten Monate bei meiner Freundin mit, die einen Bücherblog hat.
    Die ärgert sich auch zunehmend darüber dass alles nur noch nach Klicks und Rezensions-Exemplaren geiert. Ganz schlimm war bei den Bücherblogs vor ein paar Wochen die Gewinnspielwelle um User anzuziehen.

    Die Einsiedelei ist, aus meiner Sicht, generell ein Problem bei deutschen Blogs: Entweder kocht jeder sein eigenes Süppchen oder es sind dann “Klick-Ringe” á la “Verlinkst du mich, verlink ich dich” denen ich selber auch nichts abgewinnen kann.

    Zum Thema ‘Stil der Rezensionen’: Naja, ich denke, dass ein Großteil der Blogger einfach von den PrintMedien so geeicht ist, diese Unterteilung zu machen und zum anderen die meisten 08/15-Leser einfach genau das erwarten. Mir geht es aber nicht anders als dir: Mir ist eine etwas andere Rezension lieber als der Einheitsbrei, man kommt aber meistens nicht drum rum.
    Für mich war der erste Schritt weg zu gehen von GameStar und Co und stattdessen die GEE zu lesen, die ja auf Wertungskästen verzichtet und lange nicht alles testet was so im Spieleregal landet.
    Für mich sind Videos wie z.B. von GameOne im Beef oder “60 Minuten angespielt” aussagekräftiger als jeder Testbericht. Ohne das Beef hätte ich mir wahrscheinlich nie Risk: Factions gekauft und so viel Spaß gehabt und ohne das Video hätte ich mir sicher Ghostbusters: Sanctum of Slime gekauft und mich richtig geärgert.

    Letztlich läuft es aber doch auf eines raus:
    1. Man muss nicht alles lesen, schon gar nicht wenn es einem nicht gefällt. Wenn ein Blog in meinen Augen an Qualität dauerhaft nachlässt, dann lass ich das und er verschwindet aus dem Feedreader
    2. Man hat doch als Blogger nicht angefangen zu bloggen weil es jemand lesen will. Zumindest in den meisten Fällen nicht. Sondern weil man seine Eindrücke mit der Welt teilen will. Dass die eigene Art und Ansprüche sich über die Jahre ändern ist normal und sollte einem nicht zu viel Kopfzerbrechen bereiten.
    Ich gebe dir aber vollkommen Recht, dass innovative Konzepte wie die 300-Wörter-Reviews durchaus eine willkommene Abwechslung sind vom Einheitsbrei View all comments by Hazamel

  15. Hm… Vielleicht hat jeder gecheckt, dass man mit Bloggen kaum reich und berühmt wird und nun sind Kommentare die neue Währung? 🙂

    Um aus dem “Mikrokosmos Gamingblog” heraus neue Leser zu erreichen, müsste man wohl auch auf einfacher zu konsumierende Inhalte wie “Standardreviews” setzen und zudem regelmäßig Content pushen – dezenter Teufelskreis, maybe. Denn RSS-Reader waren nie Mainstream; ich hab kein Problem damit, ein kaum aktives Blog im Reader zu lassen, stört ja nicht. Dementsprechend scheue ich persönlich auch davor zurück, jeden eigenen Blogeintrag per Twitter anzukündigen (wobei ich selber nicht jedem Blogger auf Twitter folge und umgekehrt…).

    Gefühlt ist die nachfolgende Generation der Netzbenutzter weit weniger “Prosument” als wir, folglich gibt’s weniger Kommentare. Bei Podcasts, Videos und Netzfundstücken kommt noch behindernd hinzu, dass die Rezeption des eigentlichen Inhalts oft nicht mehr auf dem Blog stattfindet. Was mich oft mehr als Kommentare bekommen ist die Frage, warum man keine bekommt – also was mit dem Artikel ist. Das wurde aber ja schon oben angesprochen, sinngemäß “weniger meckern, mehr konstruktive Kritik”. View all comments by HomiSite

  16. Wow, dass ich folgenden Satz tatsächlich einmal schreiben würde, überrascht mich: Ich stimme Fabus erstem Absatz komplett zu.

    Es wird eh nie jemand ein Spieleblog schreiben, auf das sich alle einigen können. Mach, was du willst, wird schon jemand geben, der es mag. Und wenn du dann halt bist wie alle anderen, erfüllst du auch einen wichtigen Dienst: Irgendjemand muss schließlich auch die graue Masse sein, aus der dann die Perlen herausstechen. View all comments by SpielerDrei

  17. So, jetzt ist gerade mal etwas Luft, deshalb mal der Versuch, einige Aspekte Eurer wirklich tollen Diskussion nochmal kurz aufzugreifen:

    @Freddi

    Scheinbar kann man heutzutage nicht mehr cool und gewitzt sein, ohne zig Fäkal- und Phallus-Rhetorik oder gleich die übelste Polemik zu verwenden. Da würde ich mir einfach sehr viel mehr an Niveau wünschen!

    Nunja, ääääh, mit Fäkalrhetorik und undifferenzierten Ausrastern musst Du aber auch beim mir weiterhin rechnen. Dafür bin ich schließlich bekannt… 😉

    @HerrDominik:
    Volle Zustimmung in allen Punkten. Danke!

    @DataObscura:
    Ja, so ein bißchen war der Beitrag auch dazu da, mir selbst mal ein bißchen auf die Füße zu treten und ein wenig aufzuräumen.
    Auch meine Blogroll wurde viel zu lange sträflich vernachlässigt (obwohl mein Feed-Reader gleichwohl schon große Sprünge voraus war). Manche Karteileichen hatte ich bislang aber bewusst drin behalten… aus nostalgischen Gründen.

    der beitrag selbst wirkt ein bisschen beleidigt (aber in durchaus verträglichem rahmen), du hast dich in kommentaren auch nicht gerade immer mit der poetischen Feder bewegt, soweit ich das verfolgen konnte

    Joa, ist halt manchmal auch ein wenig das In-den-Wald-rufen-Prinzip. Wenn mir jemand quer auf die Füße tritt, werde ich schonmal schnell säuerlich.

    Der Polygon ist tatsächlich als jährliche Veranstaltung geplant. Über den Modus zur Erstellung der Nominierungs-Kategorien etc. wird bereits diskutiert, da dürfte es relativ bald schon Neuigkeiten zu geben, schätze ich.

    @David:
    Dafür müsste ich mir, ehrlich gesagt, erst nochmal einige Deiner Reviews zu Gemüte führen, da ich Deinen Review-Stil spontan nicht im Kopf abrufen könnte.
    Das ist so ein weiteres Problem beim gehäuften Auftreten von Reviews, vor allem in einem Mehr-Autoren-Blog: man vermag allein anhand der Texte nicht mehr so wirklich zwischen einzelnen Autoren zu unterscheiden, außer es finden sich wirklich herausstechende Alleinstellungsmerkmale oder ein stetiges Bezugnehmen auf oder (nett gemeintes) Sticheln gegen die eigenen Mitautoren (wie wir es bei Polyneux früher mal häufiger getan, aber irgendwie leider auch aus dem Fokus verloren haben). Will sagen: Bei vielen Reviews ohne gezielte persönliche Färbung wird die Profilschärfung einzelner Autoren um einiges erschwert.

    Auch bei mir gilt übrigens, dass ich seltenst mit einem Text zufrieden bin (und auch viele meiner eigenen Reviews rückblickend überhaupt nicht mag) und mich immer und ständig frage, ob ich meine Punkte nun so herübergebracht habe, wie ich es wollte etc.
    Aber zumindest bezüglich meines allgemeinen Stils bin ich relativ zufrieden.
    Das ist auch das einzige, dass ich angehenden Bloggern raten würde: findet einfach Euren eigenen Stil! Schreibt in erster Linie für Euch selbst und so, wie Euch der Schnabel gewachsen ist, statt zwanghaft ein Format zu suchen!
    Damit will ich eben genau NICHT sagen, dass jemand es lieber ganz mit dem Schreiben sein lässt. Ich habe bei Standard-Reviews nur leider allzu oft den Verdacht, dass derjenige eben zu krampfhaft versucht, sich an den “Großen” der Printbranche zu orientieren, statt einfach sein eigenes Ding durchzuziehen. Dahin zielte mein Kommentar eher ab…

    Ich bin übrigens froh, dass Du mich mal persönlich kennengelernt hast und meine praktisch immer überzogene Blog-Rhetorik so ein bißchen besser einsortieren kannst 😉

    Ansonsten volle Zustimmung zu Deinen restlichen Anmerkungen!

    @Fabu:

    Wir haben unsere Nische gefunden und sind (damit) zufrieden. Superlevel ist genau das, was ich persönlich auch lesen/konsumieren wollen würde. Und ich denke, das ich ein wichtiger Ansatz für ein Blogkonzept. […]
    Fachliche Kompetenz allein reicht im Netz meist nicht aus. Das muss mit Alleinstellungsmerkmalen gespeist werden. Dafür bedarf es jedoch einer gewissen Weitsicht, die ein Hobbyblogger in der Regel nicht verweisen kann. Als Resulat geht man in der Masse und Belanglosigkeit unter. Ich plädiere für mehr Eigeninitiative und Mut und Kreativität.

    AMEN!!!!! AMEN, AMEN, AMEN!!!!

    @Micha

    Die Einsiedelei ist, aus meiner Sicht, generell ein Problem bei deutschen Blogs: Entweder kocht jeder sein eigenes Süppchen oder es sind dann “Klick-Ringe” á la “Verlinkst du mich, verlink ich dich” denen ich selber auch nichts abgewinnen kann.

    Jup, sehe ich ähnlich.

    Für mich hat die GEE aber seit dem Weggang von Michail Hengstenberg ebenfalls deutlich nachgelassen. Reviews waren dort früher Liebeserklärungen an Spiele, stellenweise nichtmal geschrieben, um die Mechanik zu erklären, sondern um sie aus ganz anderen Blickwinkeln zu beleuchten. Heute, selbst nach Aufgabe des dämlichen “was uns gefällt”-Konzeptes, lesen sich GEE-Reviews leider auch zumeist nur noch wie GameStar-Texte ohne Prozent-Angaben.

    @HomiSite:
    Ja, sehe ich ähnlich. Facebook hat uns alle verdorben – und wenn kein Like-Button dranklebt, dann spart man sich die Interaktion lieber komplett. 😉

    @SpielerDrei:

    Es wird eh nie jemand ein Spieleblog schreiben, auf das sich alle einigen können. Mach, was du willst, wird schon jemand geben, der es mag. Und wenn du dann halt bist wie alle anderen, erfüllst du auch einen wichtigen Dienst: Irgendjemand muss schließlich auch die graue Masse sein, aus der dann die Perlen herausstechen.

    Haha, sehr schön auf den Punkt gebracht. Danke! View all comments by Christian

  18. Wenn jetzt alle die Idee mit den 300-Wort-Artikeln so gut finden, warum höre ich das dann hier zum ersten Mal? Auf meinen Artikel bei Polyneux kam so wenig Feedback, dass ich für mich im Kopf die Idee schon als Totgeburt deklariert hatte, die nur Christian neben mir gut fand. Und jetzt kommen hier 2 Trackbacks und Lob für die Idee (und, grr, Christian staubt den Ruhm dafür ab)? Das Feedback hätte ich gerne unter dem Ursprungsartikel gehabt.

    Ansonsten: Much Ado about nothing. Ich stimme voll und ganz Micha zu. Das ist der beste Text, den ich je auf endoflevelboss.de gelesen habe (HARHAR)!

    Ansonsten halte ich es mit Kommentaren zu anderen Blogs genauso wie ich es mit Spielen halte: Ich schreibe und rede lieber über die, die mir Spaß machen und zu denen ich etwas Positves zu sagen habe. Mir doch bumsegal, wie viele schlechte Blogs es gibt, warum soll ich mich mit denen abmühen, wenn es doch so viele Gute gibt?

    Allein die drei “frischen” Blogs wie otixero, Allerlei Blei und der kongeniale epospecht, wo keines älter als 1 Jahr ist, sind doch MEHR als Beweis genug, dass es weiterhin auch neben den alten Blogs genügend Potential gibt.

    Warum redet kaum einer darüber sondern schreibt Rants über die ach so miese Blogszene? Das ist doch Zeitverschwendung. Und wer gerne Reviews schreibt, soll halt Reviews schreiben, das ist völlig in Ordnung. Und sei es nur, um seine Schreibe zu üben. Wie Fabu sagt: Jeder sollte das Blog führen, dass er selber gerne lesen würde. Wenn das dann mehr Leser hat als einen, dann ist das doch super.

    @David: Penisse magst du nicht und Pussies nun auch nicht? Du bist ja komisch. Ich hab dich übrigens nur liebevoll Pussy genannt, und das völlig zu Recht, weil du Spiele ohne Challenge spielst. Auf easy. 😉 Und jetzt nenn’ ich dich Pussy, weil du das zu ernst nimmst, mit welchem Geschlechtsteil dich Leute ansprechen. View all comments by Manu

  19. hui, die quotes sehen bei diesem theme ja…kurios…aus. leichtes würg, aber egal…

    @micha “aber versetze dich mal in jemanden rein, der Grund hat, sich persönlich angegriffen zu fühlen und von der Seite vorher noch nie gehört hat, ergo deren Stil nicht kennt” – kann sein, ist aber nicht so ganz realistisch, oder? *zwinkerzwinker*

    @fb: komisch, ich habe noch nie auf einen like-button geklickt, ich schreibe noch immer lieber einen kommentar

    @fabu: superlevel führt bei mir immer ein bisschen zu informationsoverflow, sehr hoher output (und kaum kommentare, ha!), trotzdem lese ich wieder ein bisschen mit…und finde euch gut

    @christian: dann stellt euch schonmal auf polygonale diskussionen ein – aber beim zweiten mal ist’s eh immer schon ein bisschen einfacher 😉 View all comments by dataobscura

  20. War das Zitat an mich gerichtet? Ich wollte damit diplomatisch ausdrücken, dass ich vor der Aktion noch nie von Balkantoni gehört hatte. Was schade ist, weil die anderen Artikel eigentlich sehr gut sind, aber “you don’t get a second chance for a first impression”. View all comments by David

  21. Und als bräuchte es noch ein weiteres Anzeichen dafür, dass mein Blog quasi tot ist, schaue ich nach Lesen deines Beitrags in deine aktualisierte Blogroll und bemerke die gelöschte Verlinkung zu mir. 😉

    Ich folge der Blogszene in letzter Zeit zwar noch, bin aber nur noch selten selbst in ihr aktiv. Aber sicher sprichst du da schon einige Mißstände an, die der Wahrheit entsprechen. Und um Grabenkämpfe zu erleben habe ich mir damals kein Blog zugelegt, sondern um meine Meinung darzulegen und sie anderen Leuten zugänglich zu machen. Um idealerweise Diskussionen anzustoßen. Ich finde es schon schade, dass ich dazu in letzter Zeit in Form eines Blogeintrags nur noch selten komme, da meine Artikel derzeit gehäuft anderswo erscheinen.

    Wo ich dir allerdings schon mal widersprechen muss: Ich finde es nicht richtig, wenn man das “übliche Review-Schema” von Zeitschriften oder Onlineseiten so verteufelt und über einen Kamm schert, wie es in Spieleblogs leider häufig geschieht. Ja, mag sein dass das nicht jedermanns Sache ist. Ist auch das gute Recht eines Bloggers, das anders machen zu wollen. Aber für mich haben “traditionelle Reviews” immer noch eine Daseinsberechtigung und gefallen mir teils auch weiterhin besser als so manch ein Blog-Eintrag, der sich dann halt in einigen Fällen doch eher nach “Ich mach jetzt mal auf Krampf alles locker und so” liest, als wirklich Mehrwert zu haben. Nicht jedem Blog gelingt das so gut wie beispielsweise Rockpapershotgun, die ich von der Machart her trotz kommerzieller Zielsetzung schon immer noch als Blog bezeichne.

    Was übrigens Micha in seinem Kommentar erwähnt, nämlich das mangelnde Feedback wenn mal etwas Neues probiert wird, kann ich nur unterstreichen: Das habe ich zu Zeiten, in denen ich in Sachen Blog noch aktiver war, auch so erlebt und erlebe es auch heute noch, wenn ich dann doch mal wieder, wie zu Ostern, dazu komme, etwas Neues im Blog zu veröffentlichen. Und es hemmt dann schon ein bißchen den Tatendrang, wenn man das Gefühl hat: “Also entweder verfolgt das hier keiner oder sie möchten sich nicht beim Kommentieren einen Zacken aus der eigenen Krone brechen”.

    Ich fände es daher schön, wenn sowohl Grabenkämpfe Blog gegen Blog als auch Grabenkämpfe Blog gegen Spielemagazine/seiten mal ein bißchen runtergefahren werden könnten und wir uns stattdessen einfach mal wieder darauf konzentrieren, dass wir doch letzten Endes alle nur über unser liebstes Hobby berichten wollen: jeder mit seinem eigenen Fokus. Und womit? Mit Recht. View all comments by Knurrunkulus

  22. “trotz kommerzieller Zielsetzung schon immer noch als Blog bezeichne.” schließt sich das etwa aus? Wo ist das Problem, mit seinem Blog Geld zu verdienen? Die Leser müssen ja nichts bezahlen. Ich würde mich freuen, wenn ein paar Gamingblogger es mal schaffen würden, mit ihrem Hobby Kohle zu machen, gibt genug Blogger da draußen die das schaffen, ohne sich dafür verbiegen zu müssen. View all comments by David

  23. @David Da liegt überhaupt kein Problem drin, zumindest für mich nicht. Aber ich meine mich erinnern zu können, schon öfter gelesen zu haben, dass von einigen alles, was irgendwo “kommerzielle” Zielsetzung hat, dann schon nicht mehr als waschechter Blog betitelt wird. Kann mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, wo das war, aber ich habe die Argumentation schon damals nicht ganz verstanden. Nur deswegen habe ich es dezidiert erwähnt. View all comments by Knurrunkulus

  24. @Dataobscura: Die Quotes sind ein ziemliches Ärgernis hier, ja. Zumal ich sie erst nachträglich im Backend einbauen konnte, weil das Theme die üblichen HTML-Tags nicht fressen mag.

    Ich fürchte, dass die polygonalen Diskussionen mir jede Menge Schmerzen verursachen werden und außer vielen Diskussionen und Geschrei nicht sonderlich viele brauchbare Ergebnisse liefern werden. Höchstens Anregungen…
    Übelege gerade schon, mich diesem Zirkus komplett zu enthalten, um übermäßig anschwellende Halsschlagadern zu vermeiden. Die Kommentare zur letzte Aktion haben mit stellenweise schon völlig gereicht.

    @Knurru: Wie in den Kommentaren gesagt: Für mich sind Blogs auch eher eine Ergänzug zu “klassischen” Portalen und Reviews. Ich spreche diesen in keinster Weise ihre Daseinsberechtigung ab, sondern bin lediglich der Meinung, dass es bereits genügend klassische, große Online-Portale gibt, die diesen Informationsstil bedienen und dass es keine Blogs braucht, die noch in die gleiche Kerbe schlagen, sondern Blogs, die derlei eingefahrene Muster aufbrechen und durch subjektive Blickwinkel erweitern, ergänzen, anreichern… wie auch immer Du es nennen willst.
    Entsprechend sehe ich in meinem Diskussionsansatz auch ausnahmsweise keinen Grabenkampf (immerhin klammere ich das leidige Thema Spielspaß-Prozentwertung praktisch komplett aus ;-)).
    Rockpapershotgun muss man sowieso eine Sonderstellung einräumen, da es als Blog konzipiert ist, aber eben als professionelles. Da kommen vor allem zeitlich nochmal ganz andere Faktoren zum tragen, weil einzelne Beiträge im Zweifelsfall sehr viel umfangreicher ausgearbeitet werden können, als in “normalen” Blogs…
    Was mangelnde Kommentare nach ewiglangen Blogpausen angeht, würde ich mich aber auch nicht wundern. Bei so langen Pausen, wie etwa Du sie Dir gönnst, ist man schonaml eher geneigt, ein Blog für sich abzuschreiben und ggf. eben auch aus Blogroll und Feedreader zu streichen. Zumindest in meinem Feedreader bist Du aber noch vorhanden. Bloß wenn man das Gefühl hat, dass ein Blog sowieso kaum noch betreut wird, sinkt meines Erachtens auch die Bereitschaft zum Kommentieren ggf. deutlich. Mag aber sein, dass es nur mir so geht. Your mileage may vary. View all comments by Christian

  25. @Christian: Mit Grabenkampf meinte ich nun auch nicht dezidiert deinen jetzigen Beitrag, sondern den generellen Zustand der Blogging-Szene, den du ja auch zum gewissen Teil ansprichst. Gut, dass du noch mal ansprichst, wie Blogs auch einfach eine Ergänzung zu klassischen Portalen sein können — exakt so sehe ich das auch. Ich möchte heutzutage weder das eine noch das andere missen.

    Zu den mangelnden Kommentaren: Ich wollte dir jetzt ganz bestimmt nicht subtil ankreiden, dass ich nicht mehr in deiner Blogroll bin und dass bei meinem jüngsten Eintrag nun nicht direkt alle zu mir stürmen und sagen: “Wow, du mal wieder!” ist mir auch klar. Hab’s aber halt auch in meiner aktiveren Zeit schon erlebt, dass gemessen an dem Aufwand für einen Beitrag die Kommentare dann doch sehr überschaubar waren. Häuft sich so etwas, kann es dann schon an der Motivation nagen.

    Wobei ich mich da selbst nicht ausnehme: Ich habe durchaus auch schon öfters bei Beiträgen, die mir sehr gut gefallen haben, keinen Finger gekrümmt. Kann mir da also nicht zuletzt auch an meine eigene Nase packen. Sollten wir sowieso alle öfter tun. 🙂 View all comments by Knurrunkulus

  26. @Micha: Ich finde den Mehrspieler-Podcast toll! 🙂 Mag aber auch daran liegen, dass ich mich privat mit Videoschnitt beschäftige. Nur die Länge von 50 Minuten ist für mich grenzwertig, da ich seltenst die Zeit habe diesen komplett zu gucken.

    Noch besser gefällt mir der Podcast von Manu und NeoNacho, weil ich diesen prima beim Joggen hören kann.

    Ansonsten fehlt mir leider die Zeit mich mit euren ganzen Blogs auseinander zu setzen. Früher war das noch anders, aber heute investiere ich meine wenige freie Zeit lieber ins Zocken, als darüber zu lesen oder zu schreiben. Ist halt so. Vielleicht wird das nochmal anders, wenn die Kinder aus dem Haus sind oder ich in Rente gehe… 😉

    Worum geht es in dieser Diskussion denn überhaupt? Zu wenig Feedback? Zu wenig Leser? Ich sehe es genauso wie einige meiner Vorredner, äh, -Schreiber. Macht doch einfach euer Ding. So lange es euch Spaß macht. Und wenn ihr gerne andere beleidigt, dann macht das doch einfach. Wenn ihr lieber aufeinander Bezug nehmt: nur zu. Und wenn ihr keine Lust mehr habt, dann macht doch mal ne Pause. Das hier ist ein Hobby, euer bzw. unser Hobby. Nehmt das nicht zu ernst. Ihr müsst damit ja kein Geld verdienen, oder doch? 😉 Ich finde der Spaß sollte im Vordergrund stehen, und zwar der Spaß am Videospielen. Und nicht der Spaß an Gamingblogs. View all comments by Einzelspieler

  27. Uff… das ist jetzt aber lang geworden hier!

    Im Grunde würde ich aber nochmal wiederholen, was doch nahezu jeder hier gesagt hat: Jeder kocht sein eigenes Süppchen. Ich verstehe einfach nicht, woher dieses ganze gegenseitige Anfeinden kommt und sehe dieses Phänomen nur unter den Gaming-Bloggern (Dass es bei den Bücherblogs auch so ist, ist mir nicht aufgefallen). Woher kommt das? Das ist eine wirklich ernst gemeinte Frage, weil es einfach nicht in meinen Kopf will?

    Und wenn wir uns alle einig sind, dass jeder seine eigene Sache macht: dann lasst dieses ganze gottverdammte Gebeefe doch einfach und lasst uns einfach wieder auf das konzentrieren, woran wir Spaß haben und worin wir gut sind: Spielen und darüber schreiben. Und wenn ihr was zu kritisieren habt, dann nennt die Sachen beim Namen und versteckt euch nicht hinter dem Fäkalhumor!

    Mir kommt das stellenweise ein bisschen vor, als wären wir in einer Alzheimer-Szene, die sich immer wieder versichert, wie lieb sie sich alle haben und das 5 Minuten wieder vergessen hat. View all comments by Freddi

  28. Wobei viele “Grabenkämpfe” halt auch einfach nur Missverständnisse sind. Was Du, Freddi, zum Beispiel als Beleidigung/Beef und Dissen empfindest, ist für Fabu und mich u.U. einfach nur lustiges sticheln. Cockwork Orange… mal im Ernst, das ist SO urkomisch, dass muss man einfach machen, wenn man Humor hat. (Ich will das Wort Steilvorlage nicht benutzen) Die Botschaft entsteht nun mal leider aber beim Empfänger. Dass David ernsthaft grad oben geschrieben hast, dass das “Pussy” nicht hätte sein müssen, hat mir wirklich ernsthaft die Stirn runzeln lassen. Nie im Traum hätte ich daran gedacht, dass er das als störend empfunden hätte können. Echt nicht. Wenn DAS schon für ein Missverständniss langt… Sind Spiele-Blogger tendenziell viel zu dünnhäutig?

    So wird aus einem kollegialen Sticheln auch schnell ein Beef, der eigentlich nur auf einem anderen Humorlevel basiert.

    Wenn man sich noch nie in echt gesehen hat, passiert das natürlich noch schneller. Wird Zeit, dass wir uns auf der GamesCom alle mal gegenseitig beschnuppern können. View all comments by Manu

  29. Es geht mir ja nicht mal um Superlevel, sondern um viele andere Sachen. “Cockwork Orange” war so genial und gleichzeitig simpel – Den muss man einfach lassen (Auch wenn man einen Witz wirklich überstrapazieren kann). Es geht mich vielmehr um Kommentare, die anfangen persönlich zu werden. Das muss auch nicht sein und ich sehe da auch keinerlei Dünnhäutigkeit, sondern einfach zuviel Testosteron, das an falscher Stelle publik gemacht wird.

    Und wenn sich jemand beleidigt fühlt, dann finde ich es ehrlich gesagt unter aller Sau, sowas auch noch weiterzuführen, ganz egal wie es gemeint ist. View all comments by Freddi

  30. Vielleicht haben wir uns auch nicht immer korrekt verhalten, aber wenn permanent gestichelt wird, ist es doch kein Wunder, dass irgendwann zurückgestochen wird. Außerdem kann ich mich an keinen einzigen Fall erinnern, bei dem wir angefangen haben zu sticheln.

    Ich bin auch einfach hauptsächlich dafür solche Sachen aus den Blogs fernzuhalten, zumindest wenn es um persönliche Streitigkeiten geht. Das verwirrt nicht involvierte Leser einfach nur unnötig und hat meines Erachtens dort auch nichts zu suchen. View all comments by Freddi

  31. Ach, jetzt habe ich die ganze Diskussion hier verpasst… Und da der Drops ja schon gelutscht ist vielleicht nur so viel:

    Ich lese mittlerweile eigentlich nur noch die Gamingblogs, bei denen ich die Autoren auch stilistisch irgendwie erkennen kann, also bspw. den Christian hier, balkantoni, Aulbath, SpielerDrei und den Kram bei polyneux. Clockwork Orange und die anderen großen sind mir zu beliebig – da lese ich dann lieber ein großes englischsprachiges Blog wie Joystiq, deren News aktuell sind und die den Themen nicht zwei Tage später nachhecheln.

    Und weil sich Micha über mangelnde Podcast-Response beschwert hatte: Ich habe mir wahrscheinlich fast alle der Blog-Podcasts irgendwann mal angehört und fand keinen gut genug um da mehr haben zu wollen – sei es nun der Breakfast-Podcast von manu oder irgendwelche Videodinger. Aber vielleicht bin auch nicht der Podcast-Typ. Ach ja, den gameone-Podcast finde ich allerdings meistens grandios. View all comments by Ranor

  32. Da fällt mir noch was ein:

    Sagt mal, täuscht mich meine Erinnerung, oder ging damals bei den Antigamern im Kommentarbereich wirklich oft die Post ab? Ich glaube mich an viele Beiträge zu erinnern, die eine wirklich stattliche Zahl an Kommentaren hatten und es oftmals auch sehr coole Dikussionen gab. Und die Kommentatoren können doch nicht nur andere Blogger gewesen sein… View all comments by Ranor

  33. Antigames zieht ja sogar heute, in Phasen totaler Leichenstarre, noch permanent Kommentatoren an. Die Jungs waren echt immer ein Phänomen für sich.
    Während ich die Artikel ja auch als solche sehr zu schätzten wusste, wurde Antigames von mir nahestehenden Bloggern hingegen gerne als gut moderiertes Forum bezeichnet, das es lediglich immer geschafft hat, ein Thema so anzureißen, dass im Anschluss eine Diskussion entstehen MUSS.
    Wobei das ja auch schon wieder eine Kunst für sich ist, die man erstmal so beherrschen muss. View all comments by Christian

  34. Ähm, zwar blogge ich noch nicht so lange und habe nicht mal ansatzweise die Besucherzahlen der meisten anderen Kommentatoren unter diesem Artikel, was zur Diskussion beizutragen kann ja aber doch nicht schaden.

    Als ich mit dem bloggen anfing war mir Eines bewusst. Mir sind Besucherzahlen, Seitenaufrufe und irgednwelche Rankings egal, ich will einfach nur bloggen. Also setzte ich mich hin, entschied mich für einen der wohl unpassendsten Namen überhaupt (kein Gamingbezug, kaum aussprechbar), “entwarf” ein Logo und schrieb einfach drauf los, denn darum ging´s mir, um´s Schreiben. Lange Zeit reagierte Niemand auf meine Artikel, klar ärgerte mich das, aber meine Devise war schon immer: Biete einfach guten Inhalt, die Leser werden dann irgednwann schon kommen. Und genau das habe ich halt versucht.

    Erst mein Artikel zu den VGAs machte mich etwas bekannter, ab diesem Punkt begann ich wirklich mit anderen Bloggern zu kommunizieren und mich mit ihnen auszutauschen, bin ja immer noch ziemlich unerfahren mit dieser Geschichte hier. Mittlerweile hat sich schon ein wenig was verändert mit mir perönlich, ich schreibe für eine Zeitschrift und sehe nun beide Seiten des Videospielejournalismus. Das Gute an Blogs: Keine Zeichenbegrenzung. Wer mich kennt weiß, ich schreibe gerne viel und ausführlich, auch wenn das wahrscheinlich eher Besucherzahlen hemmend wirkt, ist es mir egal. Das Schlechte an Blogs: Kein Geld. So sehr man Spiele auch liebt, Geld für sein Hobby zu erhalten ist ein unglaublich gutes Gefühl. Leider ist es nunmal schwer mit Blogs Geld zu verdienen, da freut man sich umso mehr über Testmuster von Publishern. Es ist überhuapt nicht verwerflich diese anzufragen und sich dann damit zu beschäftigen. jeder muss für sich selber wissen, wann zu viel zu viel wird und der Spaß am Spielen einem abhanden kommt.

    Was den eigenen Stil angeht, leider werden die Zeitschriften oft über einen Kamm geschert. Im Endeffekt schreiben aber unterscheidliche Redakteure die Texte und nicht die komplette Zeitschrift. Mir ist schon klar, was mit dieser Gamestar-Schreibe gemeint ist (habe dieses Magazin übrigens noch nie gelesen), aber gleich alle Hefte als mies zu bezeichnen ist doch ein wenig Kontext-frei. Leider wird der eigene Stil mit: “Ich werfe ab und zu lustige Wörter rein und wirke total locker”, oder “ich finde alles doof und beleidige alles” verwechselt. So was wirkt eher künstlich. (Beispiel Yahtzee: ich finde diese Kunstfigur auch witzig, seine Meinung ist mir trotzdem egal 🙂

    Wichtiger als ein eigener Stil ist doch der Inhalt. Statt sich mit oberflächlichen Stilmitteln abzugrenzen, sollte man mit guter Recherche, guten Inhalten und guten Formulierungen punkten. Das bedeutet nicht, dass man mit Fremdwötern um sich schmeißen sollte – als Grieche könnte ich euch in dieser Kategorie alle schlagen 🙂

    Wie gesagt, Klicks und so weiter sind mir weniger wichtig, dafür interessiert mich Feedback zu meinem Podcast umso mehr. Da gibt es viel weniger Feedback und Kommentare zu. Klar stimmt mich das ein wenig traurig, da versucht man nicht in das 08/15-Schema der anderen Podcasts zu fallen, aber hat viiiiiiiiiel weniger Zuhörer. Tja, ist halt so. Ich mache trotzdem genauso weiter wie früher, selbst wenn ich der einzige Hörer wäre 🙂

    Und zu den Bloggerkriegen kann ich eigentlich nur eines sagen: Who cares? Neider gibt es an jeder Ecke. Vielleicht sind sie auch einfach nur mit ihrem Blog, oder ihrem Leben allgemein unzufrieden. Warum sollte ich mich damit beschäftigen? Ich persönlich gönne jedem Blog Besucher, Kommentare, Flattr-Klicks und meinetwegen auch einen hohen Platz in diesem Ranking. Ich nehme die ganze Geschichte wohl nicht ernst genug oder es fehlt mir an Verbissenheit. Auch kritisiere ich andere Blogs im Allgemeinen nicht. Wenn es ihn oder sie glücklich macht, wer bin ich denn um das zu kritisieren?

    Im Grunde führen wir doch alle Selbstgespräche und erhoffen uns, dass eines Tages aus diesen Selbstgesprächen Diskussionen werden.

    (Mensch bin ich uncool…) View all comments by Ntino

  35. “Clockwork Orange und die anderen großen sind mir zu beliebig” der ganze Stress fing ja erst an, als irgendwer behauptete, wir wären groß. Zockwork Orange ist nicht groß, warum behaupten das immer alle? Jeder blöde “ich schreibe über mein Leben und meine Probleme in der Schule” Kiddie-Blog hat mehr Leser als wir, wenn wir groß sind, steht es um die Gamingblog-Szene aber weitaus schlechter, als wir alle angenommen haben. Hat nichts mit der Diskussion zu tun, wollte ich trotzdem nur mal anmerken. Wenn ich heute ein Blog starten würde, ich das ich täglich Katzenbilder und Youtube-Videos posten würde, hätte ich in 3 Monaten eine größere Leserschaft.

    @Manu: stänkern ist eine Sache, direkte Beleidigungen eine andere. Ach und kollegiales Stänkern: man kann Menschen beleidigen, wenn man die kennt und weiß, wie sie es auffassen. Bei fremden Personen ist das ein bisschen was anderes. View all comments by David

  36. Also entweder ich habe so ziemlich alle relevanten Blogs nicht gelesen oder es ist wirklich so dass fast alle “Disharmonien” von den Nerds (bzw. DEM Nerd Balkantoni, Marc hält sich ja vornehm zurück) ausgehen.

    Und da kommt dann wohl vieles zusammen.

    – Das Prolo Image mit der vordergründig stark beleidigenden Attitüde
    – Die Tatsache dass Balkantoni der mit Abstand stilsicherste Gamingblogger im deutschsprachigen Raum ist und die Unsicherheit der Beleidigten ob ihres eigenen Vermögens
    – Der alteingesessene Dunstkreis harter Kommentatorenhunde (Aulbarth, Ben etc.) im Blog

    Das ist in der Gesamtheit natürlich harter Tobak. Aber das macht eben auch den besonderen Charme des Blogs aus und erweitert wunderbar die Blogosphäre in einer ganz einzigartigen Manier.

    Wie eingeschüchtert da die schnöde Masse reagiert erkennt man daran dass Tonis Artikel (Wenn er denn zwischen Nostalgiegeschichtelchen und Blogdisses auch mal wieder Themenbeiträge verfasst) inhaltlich fast nie angegangen werden. Dabei wäre das ein leichtes 🙂

    Zu Schema F Reviews: Es ist sicherlich so elitär wie unsinnig wenn man sie verdammt. Gleichwohl werde ich nie ein Blog vorbehaltlos empfehlen können wenn auf einen hintergründigen Artikel 2 Standardreviews kommen.
    Reviews können Printmagazine mit ihren Online-Ablegern samt Videoproduction und begleitenden Infos einfach viel besser.

    Zu Zockwork Orange: Du, David bist da mit Abstand der Beste. Ansonsten ist der Blog einer derjenigen denen man eine “Professionalitätssehnsucht” (Sei es durch monetären Ertrag oder Branchenkontakte) in fast jedem Beitrag anmerkt. So sehr euch der Versuch einer Zielgruppenerweiterung ehrt, Beliebigkeit ist das falsche Mittel der Wahl.

    Zu Verlinkungen unter den Blogs: Naja, wenn ich für meinen Blog was schreibe dann wende ich für einen Artikel recht viele Stunden meiner Zeit auf. Schnell mal auf einen anderen Artikel Bezug nehmen passt da einfach nicht ins Schema. Und für eine themenspezifische Verlinkung fehlt mir eigentlich immer brauchbares Blogmaterial. Aber vielleicht agiere ich da in einer zu speziellen Nische.

    Zu den Kommentaren: Ja, fehlendes Feedback ist grausam 😀
    Denn es ist der einzig messbare Lohn der Mühen. Traffic, Reichweite und der ganze Schmonz ist bei nichtkommerziellen Bloggedöns doch pillepalle. Davon habe ICH nichts. Für Kommentare die zu Diskussionen führen die den eigenen Standpunkt erweitern, ja dafür nimmt man sich die Zeit.
    Artikel auf Kommentierfreudigkeit zu trimmen ist nicht so sonderlich schwer. Entweder zur direkten Kommentaranfertigung aufrufen oder ein möglichst aktuelles, populäres aber sehr polarisierendes Thema möglichst einseitig (Entgegen der Meinungshoheit deines Leserstammes) darlegen. Am Besten mit offensichtlichen Logiklöchern auf die jeder Leser direkt anspringen will.
    Das ist aber so erbärmlich wie Gewinnspiele die Facebook- oder Twitter-Spamming voraussetzen oder Suchspiele auf der Seite zwecks Trafficerhöhung (Gell, Zockwork 😉 )

    @manu: Kongenial, hm? I like 😀 View all comments by epospecht

  37. @Epospecht: erstmal vielen Dank für die konstruktive Kritik. Hm, Professionalitätssehnsucht? Ist das denn was schlimmes?
    Monetären Ertrag haben wir 0, und was Branchenkontakte angeht, die hatten wir auch vorher schon. 2 von uns arbeiten in der Gamingbranche (und sind deshalb vllt. auch eher auf Professionalität bedacht, das kann der Levelboss vermutlich unterstreichen, der wegen seines Jobs sogar Artikel hier entfernt hat), einer von uns hatte durch seine Arbeit bei der GEE auch schon vorher viele Kontakte. Und sicher, wenn der sich regelmäßig mit den alten GEE-Kollegen trifft und es dabei auch um ZwO geht, ist man bedacht, nach außen hin eine gewisse Professionalität zu wahren, ist in unseren Augen aber überhaupt nichts verwerfliches (sonst würden wir das ja schließlich nicht so handhaben).

    @Trafficerhöhung: LOLOLOL, Gewinnspiele, bei denen 3 Leute mitmachen? Wieder so was, was nur bei Gamern als Spamming gesehen wird. Ich hab selbst schon bei dutzenden solcher Gewinnspiele teilgenommen und finde es toll. Ich hab letztens erst ne Wii gewonnen und hab jetzt 2 dieser Staubfänger hier stehen. Ich mag das, klar gibt es Leute, die da was gegen haben, aber sich über 3 Retweets zu beschweren, ist etwas überzogen. Traffic interessiert uns nicht, haben wir nichts von, aber über die 2-3 neuen Leser, die wir dadurch gewonnen haben, freuen wir uns natürlich.

    Und dieses ständige Rumgereite auf Gewinnspielen: da hatten wir jetzt glaube ich 3 Stück während des Bestehens von ZwO, da kann man sicher leicht drüber hinweg sehen, bei dem übermäßig vielen Content den wir haben, fällt das doch kaum auf 😉

    @levelboss: hatte ich früher schon mal erwähnt: ich bekomme ständig Mails bei neuen Comments, obwohl ich das Häkchen nicht setze 🙁 View all comments by David

  38. @David: Du hast Justin Bieber in der Aufzählung vergessen 😉

    Ich muss mal einen Blick im Backend werfen, was da falsch mit den Mails laufen könnte. Keine Ahnung woran das liegt.
    Bekommst Du die zu allen Artikeln, oder nur zu denen, bei denen Du selbst kommentierst. Und sollte in der Mail nicht auch ein Link zum Opt-Out sein? View all comments by Christian

  39. @ david: falls du meinen kommentar gemeint hast…nein

    @antigames: ja, die hatten (nach kurzer nachschau) wirklich viele kommentare, von vielen die dort kommentiert haben, habe ich allerdings schon lange nichts mehr gehört – allerdings tauchen dort auch leute wie aulbath, ben oder ranor auf, die auch heute noch recht fleißig sind. generell mag das aber auch mit der damals eingeschränkteren bloglandschaft und der neuheit des dings an sich zu tun haben…trotzdem sind sie tot…

    @ntino: mit der motivation ist das so eine sache…m.E. nach sollte in diesem bereich die intrinsische (also innere) motivation überwiegen, das ding sollte also primär für sich selbst stattfinden, wenn extrinsische faktoren die basismotivation für das bloggen im nichtkommerziellen bereich darstellen, dann ist der frust schon fast vorprogrammiert – wenn man sich nur an zahlen aufhängt (seien es hits, comments oder traffic) sind motivationsprobleme recht absehbar – ich gebe dir also irgendwie recht *ahem*. allerdings nicht bei der priorisierung “inhalt vor stil”, für mich ist beides in etwa gleich wichtig, es sei noch angemerkt, dass es ziemlich schwierig ist einen durchgängigen schreibstil zu pflegen, v.a. wenn man mehrere schriftliche dinge gleichzeitig abwickelt, da schleichen sich dann gerne mal “switch-fehler” ein – die nerds machen in dieser hinsicht einen wirklich hervorragenden job. bloggerkriege…(steil)geiles wort

    @arkion: nett zu wissen, dass es dich noch gibt, das modernist-theme sieht übrigens sehr schön aus, auch wenn’s leer ist…

    @bloggröße: ja herrgott, dann setzt euch dochmal zusammen und schreibt einen kooperativen beitrag (und zwar alle), in denen ihr eure zugriffszahlen offenlegt, damit mal klar wird, wer hier den dicksten hat…wenn schon niemand “groß” sein will…anfang gefällig: ich hatte in den letzen 2 tagen 23 hits (yay!)

    @epospecht: “aulbarth” war nicht schlecht, fast schon so gut wie “pussy” View all comments by dataobscura

  40. Zum Thema Bezug untereinander nehmen. Das gibt es noch. Aktuelles Beispiel:

    Micha und ich haben auf Polyneux zusammen diesen Artikel geschrieben: http://www.polyneux.de/archiv/476-portal-2-steamworks.html

    Daraufhin gab es zwei Repliken. Einmal von Freddie auf ZwO: http://zockworkorange.com/re-von-der-realitaet-eingeholt/

    und dann noch vom zweiten Micha von Kolli: http://kollisionsabfrage.net/blog/re_schoene_neue_download_welt

    Ich weiß nicht, ob es nicht nur Verklärung ist, dass es sowas früher häufiger gab. View all comments by Manu

  41. Habt ihr in eurem Leben schon mal eine Tageszeitung aufgeschlagen, um dann auf der ersten Seite mit Schlagzeile und allem Drum und Dran darüber informiert zu werden, wie scheiße GrosseTageszeitungA die GrosseTageszeitungB findet? Ich nicht. Und warum nicht? Weil es die Leser 1. nichts angeht und 2. auch nur in den wenigsten Fällen interessieren dürfte.

    Liebe Gamingblogger,
    ihr kennt doch alle eure eigenen Zugriffszahlen. Wenn ich eine Review frei nach 0815 veröffentliche und meinetwegen 100 Leser verzeichnen kann, kommen auf so einen Artikel an einem guten Tag vielleicht 6-7 Kommentare. Und von wem? Weitestgehend von Gamingbloggern.
    Frage: Wer sind die restlichen 93/94 Leser?

    Diese Frage wirklich korrekt zu beantworten, ist natürlich kaum möglich. Wenn ich mir aber allein mein Feedback aus meinem Bekanntenkreis betrachte, stelle ich fest: Nicht jeder Gamer fühlt sich mit dem Web 2.0 wohl, liest aber dennoch gerne Blogs als kostenloses Medium neben oder statt dem Print.

    Glaubt mir, ich kenne genug Leute da draußen, die sich von einigen Gamingblogs fast jeden Artikel durchlesen, aber nie kommentieren. Der Kommentar landet oft verbal in meinen Ohren, wenn man mal wieder in geselliger Runde beisammensitzt.
    Ich nehme mal an, da keinen Einzelfall darzustellen.

    Genau diese Konsumenten stehen aber beispielsweise vor der Entscheidung, ob das nächste zu kaufende Game Homefront, Bulletstorm oder Portal2 heißen soll. Und genau um diese Entscheidung zu fällen, googeln sie halt nach diesen sogenannten 0815 Reviews.
    Warum sollte ich also einer größeren Menge von Lesern die Art von Inhalt wegnehmen, mit dem sie umzugehen weiß?
    Ich behaupte einfach mal, dass es den gewöhnlichen Leser nicht so wahnsinnig interessiert, ob man einen Informationsgehalt auf 300 Wörter oder gar 140 Zeichen kürzen kann.

    Und noch viel weniger interessant ist es für einen Leser der einen Gamingblog besucht um etwas über Games zu lesen, wenn ganz oben irgendwelche Artikel mit stilistischen Beleidigungen gegenüber anderen Blogs vorzufinden sind. Kann ich gut verstehen.

    Sicher ist es gleichermaßen Balsam für die Seele, wenn Kollegen anderer Blogs die eigene Arbeit gut heißen. Aber ich warne ausdrücklich davor, sich nur auf das Feedback anderer Blogger einzulassen. Diese Blase in der wir Gamingblogger manchmal sitzen, kann sehr schnell sehr einsam werden. Da bleibt die Frage: Für wen machen wir uns eigentlich die ganze Arbeit?

    Natürlich kann und soll über die Art und Weise unseres Schaffens diskutiert werden. Meiner Meinung nach gehört das aber nicht mitten in den Gamingblog hinein.
    Allein über das stilsichere Verfassen einer guten Review könnte man wahrscheinlich einen eigenen Blog befüllen.

    Um nochmals auf die Tageszeitungen zurückzukommen: Würden ->interne<- Ziele und Strategien beim Print offen mitten in der Zeitung stehen, würden verantwortliche Redakteure aus gutem Grund hochkant rausgeschmissen werden.
    Daher plädiere ich für eine von außen abgeschottete Plattform, um sich dort austauschen zu können.

    Andere Szenen dieser ominösen Blogosphäre machen seit Jahren vor, wie Vernetzung funktionieren kann. Gamingblogger scheinen im Gesamtbild aber lieber auf alles zu scheißen um blos.. ja, warum eigentlich?

    Ist jetzt länger geworden als es werden sollte. Hoffentlich nicht zu 0815. 😉 View all comments by Marc

  42. Es gibt einfach Blogs oder Artikel, die werden in erster Linie konsumiert. Und zwar stillschweigend. Dieser Artikel wurde beispielsweise binnen 2 Tagen über 100.000x (!) aufgerufen, brachte es aber auf lediglich 28 (!) Kommentare. Das spiegelt dennoch recht deutlich meinen persönlichen Antrieb und die Taktik wider: Mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Aufmerksamkeit/Reichweite erzeugen. Das mag für viele nicht erstrebenswert sein, ist in diesem Fall jedoch ein bewusst gewähltes Stilmittel (zum Zweck). Aus der Reichweite ziehe ich meine Kraft und Motivation. Dieser Artikel hier zeigt mir jedoch auch, wie gut und wichtig ausführliche und sachliche Diskussionen im Kommentarbereich sein können. Hmmm… Aber wahrscheinlich kann man einfach nicht alles haben. 😉 View all comments by Fabu

  43. Blogs sind aber eben keine Tageszeitungen (Btw. ich würde gern mehr über die Interna solcher Publikationen lesen. Ist doch hochspannend). Sie besitzen keine nennenswerte Infrastruktur. Was dich als Autor vom Leser unterscheidet ist die Lust am Schreiben.

    Mehr nicht.

    Insofern ist da eine persönliche Nähe, eine Kollegialität und eine Intimität vorhanden die es meiner Meinung nach auszunutzen und zu fördern gilt. Eben auch durch textliche Ausarbeitung persönlichen Missfallens anderer Blogs.
    Das ist genauso legitim wie das Abgreifen ahnungsloser Googlesucher mit Standardreviews. (Btw. geht das wirklich? Auf meinen Blog finden genau 1.8% der Besucher durch eine Suchmaschine. 10% über Verlinkungen (Danke Nerdes, danke Superlevel). Beim Rest bin ich wohl im Feedreader)

    Deswegen verstehe ich die Aufregung auch nicht.
    Die Bild beschwert sich auch nicht über den Bildblog. Autoren der FAZ auch nicht über ihr Tun missbilligende Leserbriefe. Kritische Stimmen werden immer vorhanden sein. Da muss man drüber stehen.

    Ich werfe Zockwork den Profesionalitätsgedanken nicht vor. Er hat aber zur Folge dass recht viele belanglose Postings zwecks regelmäßigem Output auf der Seite erscheinen.
    Das ist ok.
    Über Kritik darf man sich dann aber auch nicht beschweren. Marcel Reich-Ranicki tituliert Roaches “Feuchtgebiete” auch mit “Dreck” obwohl ihr der kommerzielle Erfolg Recht gibt.

    Deal with it. View all comments by epospecht

  44. Jeder setzt sich sein Ziel eben anders. Bei sieben Leuten kommen auch sieben eventuell völlig unterschiedliche Motivationen und Ziele bei raus. Und dann wundert es auch nicht, dass den einen eben eher 1000 Wörter lange Reviews interessieren, sich der nächste gern mit Netzfundstücken vergnügt und ein gewisser Prozentsatz an der Branche interessiert ist. Menschen sind verschieden, haben verschiedene Interessen und verschiedene Schreibweisen. Wer darin ein Problem sieht, sollte wohl generell weniger lesen.

    Mein Problem liegt aber eigentlich eher darin: Wenn wir alle der Meinung sind, dass Beef unnötig ist, warum entsteht er dann überhaupt? Die Erfahrung zeigt doch, dass wir durchaus kollegial miteinander umgehen können, siehe eine gute Freundschaft und Zusammenarbeit mit Konsolendealz.

    Und der einzige Punkt, zu dem ich mich noch äußern möchte, ist die Kritik vom epospecht. Durchaus berechtigt, junger Mann. Bleibt aber auch zu sagen, dass ich mich wirklich für die Branche interessiere und mir die Zock & Work-Posts am Herzen liegen, auch wenn ich viel zu wenig Zeit dafür finde. Mein Ziel ist es, den riesigen Fremdkörper Gaming-Branche aus einer Perspektive zu beleuchten, die es Lesern ermöglicht, das Thema endlich greifbar vor der Nase zu haben. Denn wir selbst sind es, die die Branche aktiv mitgestalten können. Dass ich das Ziel bisher wenig umsetzen konnte, ist mir bewusst. Und dass ein Posting, in dem ich Praktikanten suche, auf Dich befremdlich wirken könnte, kann ich auch verstehen. Unsere Devise ist und bleibt aber: Wir schreiben, was uns Spaß macht und uns am Herzen liegt. Und das Thema liegt mir einfach am Herzen.

    Anyway: Warum nicht doch mal wieder in ein Forum abwandern? Der Sebbo von Playbash hatte doch mal was nettes aufgezogen und wenn wir das richtig auf”polishen” und uns wirklich mal alle dort versammeln, können wir irgendwelche Beleidigungen besser dort ausdiskutieren. View all comments by Kristin

  45. Blogs sind aber eben keine Tageszeitungen. Sie besitzen keine nennenswerte Infrastruktur.

    Da möchte ich dir widersprechen. Gerade Blogs mit mehreren Autoren, gewissen Ansprüchen und Zielvorgaben bedürfen einer recht straffen Struktur. Das fängt bei einer Art Styleguide für Artikel an (bei uns sind z.B. Smilies verboten ^^), geht über eine interne Aufgabenverteilung mittels Ticketsystem und und und. Davon bekommt der Leser in der Regel nur nichts mit…hehe! View all comments by Fabu

  46. @Fabu: geht aber auch ohne. Klar, bei Polyneux gibt es interne Absprachen, aber weder eien Styleguide noch sonstige Vorschriften oder Modi, wer wie wann weshalb über welches Thema schreiben möchte/sollte. Nur Kurzpostings à la Superlevel sind tabu ;-). Und Zielvorgaben sind ebenfalls nicht vorhanden. View all comments by Christian

  47. “Mein Problem liegt aber eigentlich eher darin: Wenn wir alle der Meinung sind, dass Beef unnötig ist, warum entsteht er dann überhaupt?”

    Wenn der “Beef” zu solchen spannenden Diskussionen führt ist er mir sehr willkommen.

    “Natürlich kann und soll über die Art und Weise unseres Schaffens diskutiert werden. Meiner Meinung nach gehört das aber nicht mitten in den Gamingblog hinein.”

    Ntürlich gehört das in das Blog hinein. Ein Blog sollte imo doch keine reine Contentschleuder sein – dafür gibt es genügend Websites. Und wie man sieht entstehen dir interessanten Diskussionen doch erst bei solchen Themen und nicht dem nächsten Link zu irgendeinen Internetfund. Der “gewöhnliche” Leser kann den Kram doch auch einfach ignorieren. Und wo sollte denn so eine Diskussion sonst stattfinden wenn nicht in einem Gamingblog.

    Ach, noch was zum Thema “früher war alles besser”: Richtig fehlt mir der Baron von Agitpop – das war zwar kein reines Gamingblog, aber Björn hat imo gezeigt was so alles mit Blogs und Blogartikeln möglich ist. Da brauchte man zwar viel Zeit und Muße für die Artikel, aber es hat sich fast immer gelohnt. Immerhin twittert er noch. View all comments by Ranor

  48. Das begrüße ich auch sehr – denn für solchen Kram gibt´s Twitter.

    Sofern sich das auf Polyneux bezieht, stimme ich vollkommen zu. Sofern sich das allgemein auf “reduzierte” Artikel bezieht, ist das – sorry – kurzsichtiger Blödsinn. View all comments by Fabu

  49. Das bezieht sich tatsächlich primär auf Polyneux. Allerdings brauche ich solche glorifizierten Linksammlungen auch sonst nicht – den allgemeinen Wert von superlevel und Konsorten will ich aber gar nicht in Abrede stellen. View all comments by Ranor

  50. Ich glaube, wir müssen hier erst mal unterscheiden zwischen lesenswerten Diskussionen, die Blogs bereichern (können) – wie diese Diskussion hier – und Diskussionen, die im Blog nichts verloren haben, z.B. etwaige mehr oder minder gravierenden Beleidigungen, an die ich mich erinnern kann, die Marc hier vermutlich anspricht. View all comments by Kristin

  51. 100.000 Aufrufe. Mein lieber Herr Fabu, ich ziehe meinen Hut.
    Bei mir wurde gestern gerade mal so eben mein All-Time-Blog-Rekord mit 693 Aufrufen insgesamt (laut WordPress-Stats, Webalizer sagt natürlich wieder was komplett anderes und spricht von 18.000 Anfragen, bei 1800 Besuchen von nicht ganz 1.000 Rechnern) geknackt.
    Wohl gemerkt: Wir sprechen hier vom All-Time-Hoch. Der Tagesdurchschnitt liegt hier aber auch deutlich darunter.

    Soviel mal zum “Zahlengeprotze”. In solchen Dimensionen muss man sich nun wirklich keine Sorgen darüber machen, ob man als Gaming-Blog nicht vielleicht “zu viele” Leser anspricht und Gefahr läuft “zu groß” zu werden. Der breiten Masse an Gamern scheinen Blogs auch weiterhin am Arsch vorbeizugehen.

    Und jetzt Ihr… 😀 View all comments by Christian

  52. Als stiller Leser des Artikels und insbesondere der Kommentare, melde ich mich nun auch zu Wort. Wenn Rants neben Beef solch hochkarätiges Feedback zu Tage bringen, sollte auch zukünftig nicht auf sie verzichtet werden.

    Den „Rundumschlag“ der Nerds, welcher hier glaube ich mit als „Stein des Anstoßes“ gesehen werden kann, habe ich innerlich mit einem für mich passenden Hashtag in großer greller Leuchtschrift versehen, fand den Grundton jedoch äußerst schlecht gewählt.

    Stilsicherheit und –treue hin oder her: Wer in pink gehaltenem, satirischen Anstrich austeilt, sollte nicht nur in der Lage sein eigenes „Stilmittel of choice“ in anderen, fremden Beiträgen wiederzuerkennen, sondern auch selbst einstecken können. Innerhalb der regen Kommentardebatte sind mir damals einige Beiträge aufgefallen, die sich – trotz fehlender nachträglicher Bearbeitungsoption für Verfasser inhaltlich veränderten oder komplett verschwanden.

    Wer angeblich nur für sich selbst schreibt und keinen Wert auf „Page Impressions“, „Unique Visitor“, „Alexa Ranking“ und Co. legt, ist glaube ich nicht ganz ehrlich zu sich selbst. Es ist doch nur menschlich sich Feedback zu wünschen, oder? Kritik und Feedback allgemein lassen uns an der oftmals sehr wichtigen Außenwirkung teilhaben und ermöglichen Selbsteinschätzung und Entwicklung. So landet der Beitrag dann doch im Blog und nicht im gesicherten Tagebuch – „Evtl. liest und kommentiert dies ja jemand. Würde mich freuen – schließlich hatte ich beim Verfassen des Artikels viel Freude“.

    Wenn die eigenen Beiträge gelesen und getestete Produkte so „beworben“ werden (können) – fallen auf der anderen Seite auch Testmuster ab. Eine klassische „Win:Win Situation“ – Ob dieser „Werbefläche gegen Testmuster“ Deal die eigenen Beiträge inhaltlich beeinflusst, hängt vom Rückgrat des Verfassers ab und sollte nicht pauschal vorverurteilt werden. Wenn jemand Spaß am Schreiben hat und Titel X sowieso kaufen wollte, warum kein Testmuster anfordern (Pull nicht Push!) und im Rahmen des Tauschgeschäftes !ohne Vertrag! beide Vorlieben miteinander verbinden? Spart Geld, macht Spaß und ist ergo nur logisch? Seiten, die nur Test der “Gratis-Spiele” halber zwanghaft veröffentlichen, erledigen sich mit der Zeit von selbst. Syntaktisch sicherlich falsch, dafür aber (für mich) spaßig erklärt nachfolgender Link IT-affinen Kommentatoren wie das Testmusterspiel laufen sollte: http://pastebin.com/w1xY1Xmj

    Wenn überhaupt Kommentare von Lesern (nicht anderen Bloggern) eintreffen, so sind diese zumindest hierzulande meist destruktiver Natur: „Du hast da einen (Rechtschreib-)Fehler“ – „Stimmt nicht, ist so und so“ – „Der Link funktioniert nicht“ – ein ziemliches deutsches Phänomen. Wir meckern halt gerne – hört man nichts, hat der Beitrag scheinbar gefallen. Dabei ist ein „Toller Test – Könntest Du bitte noch was zur $Story schreiben?“ Kommentar schnell und einfach geschrieben.

    Zeit sich von der zwanghaften „META-Ebene“ zu lösen und einfach frei nach eigener Vorliebe zu bloggen. Warum soll mit Standards gebrochen werden, wenn diese gut funktionieren? Tempus, Stil und Umfang kann jeder für sich selbst frei bestimmen – genau wie die Formatierung der eigenen schriftlichen Ergüsse. Das wir alle unterschiedlichen agieren, ermöglicht erst solche großartige Beiträge: http://manuspielt.wordpress.com/2011/01/17/tortur-de-force-mit-fremden-federn/ View all comments by Jan

  53. Ich für meinen Teil bin irgendwann im letzten Jahr dazu übergegangen das Netz extrem passiv zu konsumieren… Twitter, Blogs, etc.- aber obwohl ich so gut wie gar keine Kommentare mehr verfasst habe, habe ich trotzdem nahezu jeden Artikel in meinen Lieblingsblogs gelesen…

    Warum ich so passiv geworden bin, weiß ich nicht einmal… Genau so wie ich weiß, dass ich das eigentlich ändern möchte (Nicht zuletzt, da man sich immer ein wenig schmutzig fühlt, wenn man einen schönen Artikel liest und gerade keinen Kommentar verfasst, welche ja so etwas wie der Applaus der Blogautoren sind)…

    Was ich aber damit sagen möchte: Es gibt sicher einen Haufen Leser, die nie kommentieren… Kennt man ja auch aus der alten Forenszene, die ganzen “wir lesen aber schreiben nichts” Stalker…

    Das ich selbst nicht mehr blogge hat einen Haufen Gründe, welche mir derzeit noch im Weg stehen. Einer davon ist aber auch, dass das Thema Videospiele mir für meinen Anspruch derzeit zu wenig hergibt. Ausserdem gibt es genügend gute Videospieleblogs, die alle Ihre Daseinsberechtigung haben. Superlevel beispielsweise ist das perfekte Flipboard Futter und zaubert mir ein schönes Digitaljunk Magazin auf das iPad (und so weit ich Fabu im Breakfast Podcast richtig verstanden habe, will er auch gar nichts anderes).

    Also, soll jeder mit dem glücklich sein, was er sein möchte. Auch wenn es eine Contentschleuder oder Visitorhure ist. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich übrigens sagen, dass ich selbst auch wie ein Irrer auf den Viewcount geglotzt habe. Soviel Freude das auch macht, es Ich für meinen Teil bin irgendwann im letzten Jahr dazu übergegangen das Netz extrem passiv zu konsumieren… Das gilt sogar für Twitter. Obwohl ich so gut wie gar keine Kommentare mehr verfasst habe, habe ich trotzdem nahezu jeden Artikel in meinen Lieblingsblogs gelesen… Warum ich so passiv geworden bin, weiß ich nicht einmal… Genau so wie ich weiß, dass ich das eigentlich ändern möchte (Nicht zuletzt, da man sich immer ein wenig schmutzig fühlt, wenn man einen schönen Artikel liest und gerade keinen Kommentar verfasst, welche ja so etwas wie der Applaus der Blogautoren sind)… Was ich aber damit sagen möchte: Es gibt sicher einen Haufen Leser, die nie kommentieren… Kennt man ja auch aus der alten Forenszene, die ganzen “wir lesen aber schreiben nichts” Stalker… aber ebenso, wenn plötzlich ein hingerotzter Artikel mehr Besucher als eine liebevolle Liebeserklärung an The Legend of Zelda hatte…  View all comments by Arkion

  54. Noch ein PS:
    Vielleicht noch eine Sache zum Thema “Tests nach Schema X”

    Ein Test ist eben ein Test… und nichts anderes. Tests zeichnen sich dadurch aus, dass sie irgendwann (und meist schneller als man bedenkt) in der Belanglosigkeit versinken- analog zu den Wertungspunkten- denn es ist eigentlich ein Witz, dass ein 75% Spiel von heute vor 5 Jahren ein Triple A gewesen wäre… auf der klassischen Testebene ist das aber nur logisch…

    Der “No Hawking” Artikel von Chris (http://www.polyneux.de/archiv/484-dragon-age-2.html) ist wiederum eigentlich gar kein Test, sondern ein Manifest. Ein Text, denn man jeden Rollenspielentwicklungsmitarbeiter an die Stirn tackern sollte. Der Artikel ist auch in 5 Jahren noch von Bedeutung, weil er sich eigentlich gar nicht mit dem Spiel an sich, sondern mit einer ureigenen Videospiel RPG Problematik befasst, nämlich dem, ich nenne es mal Open-Story-Axiom, welches eben noch nicht durchbrochen wurde (egal wie viel Mühe sich Bioware gibt uns dies glauben zu lassen)… Story in Videospielen ist noch nicht offen…

    Wenn ich einen Test lese will ich wissen, ob das Spiel es zu dem Zeitpunkt X wert ist von mir gekauft/gespielt zu werden… nichts anderes… das ist nicht gerade eben die beste Ausgangslage für innovatives Schreiben…

    Die Frage die sich mir aber dann stellt ist folgende: “Ist ein Text wie der zitierte DA2 Artikel zu gut für das Netz, bzw. die vielzitierte Blogosphäre?” Was habe ich davon, mir so viel Mühe zu geben, damit der Artikel doch nach einer Woche auf Seite 2 verschwindet nur um sich dann irgendwann ins Archiv zu verabschieden, wo irgendwann nur noch der Google Bot vorbeikommt?

    Bei Tests nach Schema X ist das zu verschmerzen. Oder wer liest heute bitte schön noch Gamestar Tests von vor 5 Jahren? Der sollte sich ein anderes Hobby wünschen!

    Die Bloglandschaft hat ein allgemeines Problem: Keiner macht sich die Mühe die guten Sachen einzusammeln… Darüber sollte man einmal nachdenken…

    Noch ein PS: Habe jetzt irgendwie auch den Faden verloren View all comments by Arkion

  55. Erstmal vorweg – ich finde Networking toll, auch wenn es nur einen Buchstaben (und ein Leerzeichen) von “not working” entfernt ist. Die Artikel auf verschiedenen Seiten, drüben beim Balkan-Toni und auch hier, haben mich aber nachhaltig zum Nachdenken gebracht.

    Bin ich selber mit meinem Output zufrieden? Was will ich eigentlich im Netz? Welchen Vorbilder eifere ich nach? Wer sind für mich die Guten, wer die Bösen und wie begründe ich diese Einteilung?

    Beim Output habe ich mir testweise mal den Schuh angezogen und gemerkt, er passt ziemlich gut. Nicht alle meine veröffentlichten Texte sind mit 100% Liebe entstanden. Viele Artikel spinnen noch in meinem Kopf herum, weil ich nicht so sicher bin in welchem Rahmen ich sie überhaupt der Welt vorwerfen will oder weil sie irgendwo dann doch zu persönlich sind um sie als Teil einer Gruppe zu präsentieren. Am meisten Herzblut war in letzter Zeit wirklich im Gegenentwurf zu Manus digitaler Zukunft, die weiter oben ja schon verlinkt wurde.

    Das Problem fängt wirklich dort an, wo man anfängt seine Leistung messen zu wollen. Was hat denn meine investierte Zeit jetzt gebracht? Wieviele Views hat das Video gebracht, an dem wochenlang geschnitten wurde? Wieviele Links und Comments hätte mein Artikel generieren müssen, damit er sich lohnt?

    Der Leistungsgedanke vergiftet allerdings irgendwann die ganze Geschichte. Warum habe ich einen Stift in Hand genommen und angefangen, Sachen aufzuschreiben? Warum habe ich eine Kamera in die Hand genommen und angefangen, die Welt auf Magnetband zu bannen? Weil ich etwas erzählen wollte. Das klärt auch die Frage, warum ich im Netz bin. Weil ich dort etwas erzählen kann. Ein Medium fällt weg, ein andere kommt dazu. Ich kann mich nicht mehr hinter den Spielleiterschirm setzen und meine Freunde durch eine Fantasywelt führen. Also setze ich mich vor den Computer erzähle ich eben darüber, was das Videospiel als ganzes und was ein einzelnes Spiel für mich bedeutet, was es mit mir macht oder wie ich es selbst wieder zu einem Vehikel mache, um zu erzählen. Ich bin kein Spieleredakteur, der nach einer vereinbarten Struktur Reviews produziert. Diese Erkenntnis reift so langsam. Ich sollte nicht mehr versuchen, einer zu sein.

    Ich glaube, manche Zeitschriftenschreiber wollen auch keine Spieleredakteure sein. Sie können das, sie verdienen damit die Kohle, das Herz ist aber woanders. Sonst gäbe es keine launigen Videoshows, hätten die Blätter keine Tradition von Kurzfilmen wie Raumschiff Gamestar.

    Als schönes Beispiel, wie Networking funktioniert, sehe ich für mich ThatGuyWithTheGlasses.com, bzw. Channel Awesome. Eine lose Sammlung von Videoshows, die sich um Popkultur drehen und gegenseitig mit Cameos und gemeinsamen Aktionen befruchten. Ich verfolge nur einen Bruchteil der Shows regelmässig (Cinema Snow FTW), weil ich einige Reviewer dort für aufgeblasene Idioten halte, finde aber immer wieder bewundernswert, wie sie jährlich gemeinsame Specials organisiert kriegen.

    Das Gekabbel ist nicht sonderlich konstruktiv – so wie zwei Reisevereinigungen (in Laiensprache Taubenvereine), die sich gegenseitig in Grund und Boden fliegen wollen und darüber vergessen, dass das jüngste Mitglied gerade die passive Phase der Altersteilzeit angetreten hat. Wir streiten nicht um Anzeigekunden, der Aufmerksamkeitskuchen ist nicht endlich und Kundenstopper machen die meisten von uns nicht glücklich.

    Wenn ich mal so resümiere, waren meine bisherigen Publikumslieblinge alle Zufallstreffer oder bedeutungslos. Ein Trailer für ein unbeendetes Kurzfilmprojekt hatte mal knapp 700.000 Views. Nicht, weil das Projekt so toll war, sondern weil ich HD-Material auf YouTube geschmuggelt hatte (damals es noch 100 Mbyte Uploadlimits und 240p-only gab) und eine Seite des Gawker Networks (Kotaku, io9, etc.) zufällig genau das Video zur Illustration des Hacks eingebunden hatte. Das ist kein Erfolg. Es ging nicht um meine Message, sondern um irgendeinen technischen Trick den ich nichtmal erfunden hatte.

    Zu den Guten und den Bösen. Da muss man mal die Amygdala an die Leine nehmen und erstmal schauen, wie hier die Stimmung ist. Ich vergesse manchmal, dass ich alt bin (über 30!!) und das eine andere Generation auch anders redet ohne es böse zu meinen. Bei den Leutchen von AreaGames dachte ich mir auch erst, dass der Umgangston ja garnicht geht. In meinem normalen Umfeld wäre das sexistisch, abwertend und generell daneben. Ist aber nicht so gemeint. Da kann man sich dran gewöhnen und ist dann auch unterhaltsam. Muss man nur merken, bevor man angepisst ins Kommentarfeld hackt. Du Fickschnitzel.

    Die Polyneux-Aktion mit dem Polygon fand ich total klasse und hätte sogar Trophäen für die Publisher verschickt. Ein bisschen Aktionsgeist und Führungsanspruch finde ich sexy.

    Zur Szene generell – die habe ich bis vor eins-zwei Jahren garnicht so wahrgenommen. Bis der Micha mal gesagt hat, was es da alles so coole Blogs gibt und dann hab ich natürlich auch Kommentare geschrieben und mich interessiert, was da so abgeht. Wie immer habe ich keinen so rechten Plan, was eine Gaming-Blogosphäre einigen sollte. Wir haben kein gemeinsames “dagegen”, ausser den Printjournalismus und die die kommerziellen Prozentschleudern. Die kann man mal ab und an dissen, aber das wird ja auch alt. Ausserdem lese ich nach wie vor GamePro und GameStar, allein um die Übersicht zu behalten – nur nicht mehr mit ganz so religiösem Eifer wie mit 15. View all comments by SenorKaffee

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