Liebe Kaufsüchtige und Kaufsüchtiginnen. Ich habe es  neulich ja bereits einmal kurz angerissen, heute möchte ich es ganz offen gestehen: ich habe ein Problem. Ich bin kaufsüchtig.. Oder zumindest bin ich nie zufrieden mit dem, was ich gerade habe, sondern geifere immer begierig nach dem, was ich gerade nicht habe. Die Liste der von mir im Laufe der letzten Jahre begonnenen wie sträflicherweise niemals beendeten Spiele ist bekanntermaßen lang. Sehr, sehr lang. Und trotzdem komme ich nicht umhin, mich nach einer gewissen Weile der mehr oder minder intensiven Beschäftigung mit einem Spiel, desinteressiert abzuwenden, um mir neue kurzweilige Vergnügungen zu erschließen.

Dabei – auch das hatte ich bereits erwähnt – versuche ich mich eigentlich auf den Erwerb einer einzigen Neuerscheinung pro Monat zu beschränken. Das ergibt, bei als durchschnittlich angenommenen 8 Stunden Spieldauer und einer Beschäftigung von 1-2 Stunden pro Abend, an vielleicht 2 Abenden pro Woche, eigentlich einen spielerisch ganz gut gefüllten Monat – zumindest wenn man, so wie ich, kaum noch Zeit zum Spielen findet. Der Plan mit der Beschränkung auf diese kleine Anzahl von Neuerscheinungen geht soweit auch eigentlich ganz gut auf. Wenn, ja wenn da bloß nicht all die etwas älteren Spiele wären, die so nach und nach durch drastische Preissenkungen und unwiderstehliche Angebote von jenseits des Ärmelkanals von Naja-mal-schauen-interessiert-mich-gerade-nicht-so-Titeln zu unbedingten Objekten der Begierde mutieren. Dem Preis sei Dank.

Plötzlich liegen dann monatlich statt des einen, einzigen Spieles 3-4 Titel unter dem Fernseher, die alle um Aufmerksamkeit betteln. Und die man – seien wir ehrlich, schauen weit geöffneten Auges in den Spiegel und gestehen wir es uns endlich ein – nur um des Besitzes Willen wirklich gekauft hat. Obwohl man absolut und unumstößlich sicher weiß, dass man niemals die Zeit und Muße haben wird, sie je durchzuspielen. Man kauft sie sich, einfach nur um mitreden zu können. Jaja, Titel XYZ habe ich NATÜRLICH auch gespielt. (Zumindest 10 Minuten lang, aber das muss ja niemand wissen, der nicht in meine Achievements schaut).

Das Allerschlimmste an diesen Kaufexzessen ist allerdings, dass man dadurch auch genau jene Titel beginnt zu vernachlässigen, die man eigentlich wirklich unbedingt haben wollte und zum Erstverkaufstag erworben hat. Und die einen zu allem Überfluss auch noch wirklich zu begeistern wissen. Aktuelles Beispiel meinerseits: Darksiders. Gott, ich liebe dieses Spiel. Daran hat sich seit meinem First Look und nach keine Ahnung wie vielen Stunden Spielzeit nicht das Geringste geändert. Und trotzdem liegt es nach wie vor unbeendet auf meiner TV-Bank, direkt vor der Konsole… zusammen mit ungefähr 3 anderen Spielediscs. Einem Brütal Legend, dass mich in keinster Weise zu begeistern wusste, sei dieses Schicksal durchaus gegönnt. Aber doch keinem Darksiders (hier bitte Euer aktuelles lieblingsspiel Eurer Wahl einsetzen).

Und warum liegt Darksiders dort, wo es gerade liegt? Weil ich mir Rock Band 2 anschaffen musste und bei Skate 2 zum Vorzugspreis bei TheHut.com nicht widerstehen konnte. Und warum verfasse ich diese Zeilen überhaupt? Weil ich auch beim aktuellen Angebot von Call of Juarez: Bound in Blood für gerade einmal 12,60€ inklusive Versand irgendwie nicht nein sagen konnte. Obwohl ich weiß, dass es eigentlich nur ein weiterer Titel auf dem Stapel der ungewürdigten Games-Seelen werden kann. Denn auch wenn ich nun bald 2 Wochen Urlaub haben werde, so weiß ich doch bereits jetzt, dass ich niemals auch nur ansatzweise die Zeit für all die potentiell äußerst unterhaltsamen Spielstunden finden werde.

Das ist das Traurige bei Games: während es bei Filmen keinerlei Probleme bereitet, einen ganzen Stapel in kurzer Zeit nachzuholen, halten Spiele uns viel zu lange auf. Die Zeit, die man rein theoretisch bräuchte, um jedem Game, das man auch nur halbwegs gut leiden kann, die nötige Aufmerksamkeit zu widmen, lässt sich wohl mit kaum einem Job dieser Welt aufbringen. Und so ist es wohl auch weiterhin mein trauriges Schicksal, mich dem Kaufrausch hinzugeben und alles einmal kurz anzuspielen, ehe bereits das nächste digitale Kunstwerk um meine Aufmerksamkeit buhlt. Es ist doch wirklich ein Elend. Wenn man diesen inneren Kaufzwang doch bloß besiegen könnte. Aber wie bloß? WIE?!?!?!

Ach ja: Am 9. März, pünktlich zur zweiten Woche meines Urlaubs, erscheint zu allem Überfluss auch noch Final Fantasy XIII. AAaaaaaaahhhhahahahahahahaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!

Picture: “Credit Cards are dangerous” by Auzigog. Published under Creative Commons License (by-nc-sa).