Es ist ja manchmal schon erstaunlich: obwohl man sich dieses Jahr angesichts eines großen Batzens zu erwartender Blockbuster und Hits am laufenden Band in den heimischen vier Wänden vor sich stapelnden Neuerwerbungen kaum mehr retten dürfte, verlief mein spielerischer Start ins Jahr bisher eher ruhig und – abgesehen von Darksiders – eher mit einem rückwärtsgewandten Blick.

Während sich die Welt da draußen also freudig auf Bayonetta, Mass Effect 2, Bioshock 2 und Co. stürzte und stürzt, vergnüge ich mich daheim, wenn ich denn überhaupt mal dazu komme, lieber mit meinem Neu-Erwerb Rock Band 2 samt zugehörigem Schlagzeug, einer Runde chilligen Dahingleitens in der Welt von Skate 2 oder eben mit der Fertigstellung von Darksiders (ja, ich bin immer noch nicht durch. Man kommt hier aber auch zu gar nichts mehr. Die Frequenz meiner Blogposts legt hier ein unrühmliches Zeugnis ab).

Ach ja: Batman: Arkham Asylum will ebenfalls noch beendet werden, bevor im Spätsommer bereits der Nachfolger erwartet wird (meines Erachtens ja viel zu früh; ich bezweifle nach wie vor, dass Arkham Asylum 2 die Qualität des Vorgängers wird halten können. Außerdem frage ich mich, ob man sich mit der Führung der Gotham’schen Nervenheilanstalt im Titel nicht vom Setting von vornherein zu sehr eingeengt hat. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren).

Wie dem auch sei: gerade zu dem Zeitpunkt, da sich links und rechts meines Blickfeldes alles über eine der obengenannten Mega-Bugdet-Produktionen hermacht, kommen 2 kleine Games daherspaziert, die mich noch weiter zurückschauen und in wohliger Retrokuscheligkeit schwelgen lassen.

Armin Gessters Giana Sisters hat endlich auch den Sprung auf das iPhone geschafft. Als 1:1-Umsetzung des “großen” Nintendo DS Vorbildes glänzt es nicht nur mit wunderschönen, hochaufgelösten Grafiken, einer optimal an Apples mobile Wunderflunder angepassten Steuerung und insgesamt überaus überzeugender Spielbarkeit, sondern ebenso durch die gelungene Adaption eines der prägendsten Soundtracks meiner frühen Kindheit. Chris Hülsbecks Original-Melodien wurden perfekt auf das moderne Erscheinungsbild adaptiert, ohne dabei an Charme zu verlieren. Im Gegenteil: hier blitzt nach wie vor an allen Ecken und Ende der Chiptunes-Charakter des Originals auf.

Gemeinsam mit dem freispielbaren Goodie der 32 Original-Level im originären Look & Feel kann hier nichts anderes als ein verträumtes Zurückblicken auf viele wunderbare Spielstunden vor meinem guten alten C64 geweckt werden. Schade dass der Schöpfer des Spiels im vergangenen Jahr viel zu früh von uns gegangen ist. Giana Sisters jedenfalls ist – vor allem für den aberwitzigen Preis von gerade einmal 3,99€ – nichts anderes als ein Pflichtkauf!

Ebenfalls als massiv aufgebohrte Variante eines absoluten Amiga-Klassikers kommt dieser Tage M.U.D. TV her, eine Hommage an die 1991 erschienene Persiflage auf das TV-Business, verkleidet im Gewand einer Wirtschaftssimulation – übrigens ein weiterer großer Hit aus dem Hause Rainbow Arts.

Da mir daheim der passende PC fehlt, um M.U.D. TV zu spielen, wird das Game aller Wahrscheinlichkeit nach komplett an mir vorbei gehen. Das macht jedoch gar nichts, bin ich doch beim Lesen eines Previews auf den hinweis gestoßen, dass das 91er Original mittlerweile nicht nur als Freeware aus dem Netz zu haben ist (und mit DOS-Box problemlos zu starten sein sollte), sondern ebenso in einer kostenfreien und lediglich registrierungspflichtigen Browserversion vorliegt. Da sind ein paar weitere vergnügliche Abende mit massivem Retro-Flair doch praktisch schon vorprogrammiert.

Herrlich, so wünscht man sich das doch. An spielerischer Beschäftigung mangelt es also trotz freiwilligen Verzichts auf die Schwergewichte der Saison nicht. Im Gegenteil, ich komme auch so schon nicht mehr hinterher. Es bleibt viel zuviel liegen, womit ich mich eigentlich noch viel intensiver beschäftigen würde. Das im letzten Frühjahr angeschaffte Beautiful Katamari etwa liegt immer noch praktisch ungespielt bei mir herum, Machinarium benötigt ebenfalls nochmal deutlich mehr Aufmerksamkeit, als ich ihm bisher widmen konnte. Und zu allem Überfluss soll übermorgen auch noch Plants vs. Zombies für das iPhone erscheinen. Aaaaaahhhh, wer soll denn das alles spielen, um Himmels Willen?!?