split

Einen Tag vor dem heiligen Abend saß ich mit meinem Schwager in Spe vor der heimischen Xbox und metzelte mich mit ihm gemeinsam kooperativ durch die Kampagne von Gears of War 2. Im Splitscreen, versteht sich. Dabei sind mir zwei Dinge ganz besonders aufgefallen. Zum einen, dass der Begriff Splitscreen mit einer Kettensäge in der Hand der eigenen Spielfigur eine ganz neue Bedeutung bekommt, zum anderen, wie verdorben wir doch mittlerweile von den Möglichkeiten sind, die uns moderne Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik so bietet. Früher war es für uns selbstverständlich, uns am flimmernden Röhrenfernseher zu zweit oder viert die Nase plattzudrücken, um pixelige Klumpen auf schlechter Amiga-Auflösung durch eine virtuelle Welt zu scheuchen. Heute spielt für gewöhnlich jeder für sich in High Definition an Bildschirmen ungeahnter Ausmaße und genießt ein Spiel auch im Koop-Modus noch in seiner vollen Pracht. Dem Internet sei Dank. Sitzt man dann irgendwann doch einmal zu zweit vor dem Fernseher, um sich die zu Amiga-Zeiten utopisch große Fläche von mindesten 1280×720 Pixeln zu teilen, stellt man plötzlich fest, dass man mit der horizontalen Trennung des Bildes in zwei sich voneinander unabhängig bewegende Bereiche überhaupt nicht mehr klar kommt. Und ehe man sich an dieses neue alte Sehen gewöhnt hat, ist der Gaming-Abend auch schon wieder vorbei. Verkehrte Welt.