Der Verkauf von Konsolenhardware ist kein sonderlich profitables Geschäft. Das lernen auch wir als Kunden immer wieder, wenn uns die Hersteller bei jeder möglichen Gelegenheit mit der Nachricht behelligen, dass man doch eigentlich nur Verluste mit dem eigenen Gerät einfahre. Mit dem reinen Basisgerät, versteht sich. Denn natürlich ist das Gesamtgeschäft alles andere als verlustreich. Dafür hat man schon gesorgt. Allein schon durch die Lizensierung der Spiele von Drittherstellern, die zuerst dafür Geld berappen, dass sie überhaupt für diese oder jene Plattform entwickeln dürfen, und dann noch pro tatsächlich abgesetztem Spiel Gebühren abführen, verkehrt das vermeintliche Verlustgeschäft ganz schnell ins Gegenteil. Richtig profitabel wird es jedoch erst, wenn dazu auch noch ordentlich Zusatzhardware abgesetzt wird. Im besten Fall natürlich so teuer wie möglich. Das kurbelt idealer Weise natürlich auch wieder die Software-Absätze an. Wer sich ein Wii Balanceboard holt, wird schnell die Nase voll haben von dem einen Spiel, dass dem Gerät beigelegt wird und sich nach Alternativen umsehen. Damit man als Konsolenproduzent nun auch wirklich gut an solcher Zusatzhardware verdient, werden Lizenzen für derartiges Equipment natürlich nur besonders restriktiv vergeben, am Liebsten jedoch gar nicht. Stattdessen produziert und verkauft man lieber selbst und kann so selbstverständlich problemlos das gültige Preisgefüge diktieren.

89,95€ für eine 20GB Festplatte? Im freien Markt müßte sie schon aus vergoldetem Platin gestanzt sein, um mehr als zwei bis drei verwirrte Abnehmer zu finden. Im Konsolengeschäft hingegen wird es von Microsoft-Kunden weitestgehend klaglos hingenommen. Es gibt ja keine Alternativen. Entsprechend sieht Sony sich so in der bequemen Lage, seinen zunächst im eigenen Haus verschmähten, nun doch mit viel Trara wieder eingeführten Rumpelcontroller für lässige 65€ an den Mann zu bringen. Wer beim Spielen wieder das alte, wohlbekannte Kribbeln in den Fingern spüren will, der soll gefälligst doppelt zahlen. Alles schön und gut – und bislang haben mich derlei Machenschaften auch herzlich wenig gestört, weil ich mich für gewöhnlich herzlich wenig um zusätzliche Hardware für meine Konsole schere (wobei mich der Erwerb der PS2-Fernbedienung und des PS2-Standfußes für das alte Modell doch schon ganz ordentlich gewurmt haben). Nun allerdings bin ich sauer. Und zwar so richtig. Denn was Microsoft für seinen WLAN-Adapter verlangt, ist einfach nur lächerlich. Knapp 75 Euro für ein kleines Antennchen mit Sender-/Empfänger-Einheit, die man hinten an die Xbox 360 stecken muss und so die eigentlich recht ansprechende Optik seiner Konsole verschandelt, sind doch wohl schon etwas mehr als happig. Bei allem Wohlwollen: aber wo wäre das (technische als auch preisliche) Problem, einen WLAN-Chip, wie er mittlerweile in jedem Billig-PC und in jedem Billig-Notebook verbaut wird, auch in die 360 zu integrieren? Die Kosten wären bestimmt kaum höher als für das beigelegte Netzwerkkabel. Stattdessen ist man im Hause Microsoft anscheinend geneigt, jedem Mitarbeiter durch Verkauf des WLAN-Adapters zumindest mal einen All-you-can-fuck-Abend im Puff seiner Wahl zu finanzieren. Oder wie darf man eine derartige Preispolitik verstehen?

Das führt nun jedenfalls dazu, dass ich nun sowohl meine frisch erworbene Xbox 360, als auch meinen WLAN-Router jedesmal quer durch das halbe Wohnzimmer schleifen darf, um Konsole und Router via Netzwerkkabel miteinander zu verbinden, wenn ich mal was vom Marktplatz runterladen oder meinen LIVE-Account für eine zünftige Online-Partie nutzen möchte. Ach ja, Stichwort LIVE-Account: wo ist eigentlich die einmonatige, kostenlos Gold-Mitgliedschaft, die einem sowohl auf der Packung, als auch auf dem beiliegenden Waschzettel versprochen wird, Microsoft? Statt, wie auf eben jenem Zettel beschrieben, bei der Anmeldung mit einem Freimonat beschenkt zu werden, wurde ich sofort nach meinen Kontodaten gefragt und mit einem Abo belohnt. Na besten Dank auch!