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Dieser Tage habe ich einen Gutschein für den EA Shop bekommen. Dafür zunächst einmal allerherzlichsten Dank an David! Find ich super. Nur dafür, dass man mal kurz was dafür tut um im EA Playcast erwähnt zu werden. Nun allerdings stellt sich mir zum Einen die Frage, was ich mir dafür wohl Feines holen soll, zum Anderen bekomme ich dadurch aber leider auch einen herbe bitteren Beigeschmack, wenn ich mir derzeitige eDistributions-Kanäle für Games ansehe. Was einerseits an dem zumeist – und insbesondere im EA Store – nur extrem begrenzten Spiele-Repertoire selbst bei den großen Download-Plattformen liegt (bei EA schiebe ich das aber jetzt einfach mal darauf, dass der Store noch nicht so lange existiert), andererseits aber schlicht und ergreifend an dem völlig überzogenen Mondpreis-Niveau bei sämtlichen Anbietern. So ist der Großteil sämtlicher verfügbarer aktueller Titel in der Download-Variante meist absolut identisch ausgepreist, wie in der Box-Variante für den Handel. Aber was erhält der Kunde, also wir, dafür? Den nackten Download, ohne Handbuch, ohne schützende DVD-Hülle, ohne Artworks, ohne alles. Das Ganze soll dafür um soviel komfortabler sein, als mal eben in den nächsten großen Tempel des elem… Elektromarkt zu gehen oder bei Amazon zwei bis drei Klicks zu tätigen und bequem auf der Couch auf die Ankunft des Päckchens zu warten.

Sehe ich leider nicht so. Erstens – und als Wichtigstes – bekomme ich für mein Geld gerne was anständiges geboten. Nennt mich altmodisch, aber dazu gehört für mich nach wie vor eine ordentliche Verpackung samt gedrucktem Handbuch. Auch wenn es lieblos in Schwarz/Weiss zusammengetackert ist – immer noch besser als ein irgendwo in der Ordnerstruktur des Spiels versenktes PDF ist es allemal. Außerdem sieht es selbstausgedruckt nicht nur scheiße aus, sondern verursacht dem User im Zweifelsfall auch noch weitere Kosten. Jaja, ich weiß, wer druckt sich den Rotz schon noch aus? Gehen wir aber einfach mal davon aus, dass wir am Ende jeweils eine DVD mit Cover in der Hand haben wollen, zahlt man bei der Download-Variante nochmal drauf, für DVD-Case, Rohlinge, Druckkosten… Mal davon abgesehen, dass Rohling und Case auch wieder irgendwoher kommen müssen. Zweitens dauert so ein Download bei durchschnittlichem DSL-Anschluss mittlerweile auch wieder eine halbe Ewigkeit. Klar, die Transferraten sind die letzen Jahre kräftig gestiegen. Dafür ist die Dateigröße des durchschnittlichen Gameinstallers aber im Laufe der letzten Jahre auch locker auf das drei bis fünffache dessen Gewachsen, was beispielsweise ein installiertes Need for Speed: Underground damals noch auf der Festplatte belegt hat. Sprich: ich muss warten. Und zwar laaaaange. Und dabei den Rechner laufen lassen. Was wiederum mächtig Strom zieht. Und mir gegebenenfalls mächtig auf die Eier geht, weil ich vielleicht grad schlafen will und der Lüfter rauscht wie Sau.

Aber jetzt lasse ich mich schon wieder an Kleinigkeiten aus, bei denen sich manch einer vermutlich an den Kopf fasst und sich denkt ‘Der spinnt doch’. Worauf wollte ich also hinaus?

Richtig: Die Mondpreise, die man derzeit für Spiele bei den gängigen Download-Portalen berappen muss. So man sich denn wirklich für diese Variante entscheidet. Während die Preise etwa bei Steam durch den derzeitigen Dollar-Kurs ja beinahe noch als moderat zu bezeichnen sind (aber Achtung: da kommt noch die Steuer drauf), sind andere Angebote einfach nur noch unverschämt.

Wieso etwa zahle ich etwa bei Gamesload für das mittlerweile ein halbes Jahr alte Overlord 43,95€, wenn ich für drei Euro mehr die aktuellerer Fassung Raising Hell samt etlicher Bonus-Features und in schickem Steelbook bei Amazon bekomme? Warum ist, ebenfalls bei Gamesload, die Download-Variante von Anno 1701 genau so teuer, wie anderswo die reguläre Verkaufsversion? Und wieso, liebe EA-Shop-Manager, sollte ich für einen Eurer Downloads, wie etwa Crysis oder das aktuelle Need for Speed mal eben glatte 10 Euro mehr berappen, als in jedem beliebigen Geschäft, das Games führt? Selbst EBGamestop sieht dagegen aus wie ein 1-Euro-Shop. Um es mal ganz klar und drastisch auszudrücken: Das, was Ihr da betreibt, ist Wucher. Man ist versucht zu sagen: Abzocke. Denn welchen Mehrwert hättet Ihr mir dafür zu bieten? Will ich die herunterlzuladenden Spiele sicherheitshalber auf einer DVD lagern, zahle ich ja sogar noch drauf, habe dafür dann aber dann immer noch nichts vernünftiges im Regal stehen. Warum also für Crysis 54,99€ (!!!) bei Euch latzen? Einfach, um Eure Gewinnspanne zu maximieren? Als Dankbarkeit dafür, dass Ihr praktisch sämtliche Vertriebskosten (vom Traffic abgesehen) spart, keinerlei Zwischenhändler mehr bezahlen müsst, Verpackung und Dreingaben einspart und pratisch 98% des eingenommenen Geldes direkt in Eure eigenen Taschen wirtschaften könnt?

Och nöö. Danke. Da nehme ich dann doch lieber den langen Weg zum nächsten MediaMarktSaturn auf mich, stapfe voller Vorfreude mit einer verschweißten Packung nach Hause, wo ich sie aufreiße, erwartungsfroh die Dämpfe der Druckerschwärze inhaliere, die DVD ins Laufwerk schiebe, um das Spiel zu installieren und derweil ein wenig im Handbuch schmökere.