Heiliger Bimbam! Gerade eben dachte ich beim durchtickern der Newsmeldungen zum allerersten Mal seit langem, vor lauter Unglauben seitlich vom Stuhl kippen zu müssen. Ehrlich, das ist mir ewig nicht mehr passiert! Darf man aktuellen Meldungen glauben schenken, soll Bioshock 2 eine ganz neue Ära völlig vermaledeiter Kopierschutz-Mechanismen einläuten, indem es seine Käufer dazu zwingt, einen  Games for Windows Live Account anzulegen und dort permanent eingeloggt zu sein, um überhaupt auch nur einen einzigen Spielstand speichern zu können.

Das muss man sich mal vorstellen: ein lokales Singleplayer-Spiel, das nicht in irgendwo in einer Online-Datenwolke schlummert, sondern auf der eigenen heimischen Festplatte, verlangt vom Nutzer, permanent online zu sein, um seinen eigenen Spielfortschritt lokal speichern zu dürfen.

Grandiose Idee! Vor allem, wenn mal der Server und/oder die eigene Internetleitung abkacken. Eine herrliche Vorstellung: Nach ungefähr zwei Stunden Spielzeit und dem mühsam mit viel Schweiß und zitternden Händen errungenen Sieg über irgendeinen Zwischengegner will man ein Savegame anlegen und… nichts geht mehr (ja, ich weiß, es gibt Autosaves und so, aber was, wenn die auch schon nicht funktionieren? Heißt es dann: Ätschibätsch, Dein Internet geht grad nicht, also darfst Du auch nicht meine Singleplayer-Kampagne spielen!?!).

Mal davon abgesehen, dass sich mir der Sinn nicht so recht erschließt, angesichts der kleinen Randnotiz, dass 2K seinen Nutzern – im Gegensatz zum Vorgänger – statt 5 gleich ganze 15 Installationen/Aktivierungen von Bioshock 2 erlaubt, ehe man den Support kontaktieren muss: als Marketing-Gag zur Promotion von Games for Windows Live geht der Schuss doch wohl mal völlig nach hinten los. Denn das wäre meine vermutete Alternative, für den Fall, dass diese höchst fragwürdige Art der Online-Anbindung eigentlich überhaupt nicht als Kopierschutzmechanismus gedacht sein sollte….

Könnte ja ebenso gut sein, dass 2K einen Deal mit Microsoft eingegangen ist, um mit einem vermeintlichen Millionseller den Windows Live Dienst zu pushen. Sollte das der Fall sein, dürfte das Ergebnis sowohl für Microsoft als auch für 2K in einer herben Enttäuschung enden, wenn sich Fans auf der ganzen Welt erzürnt gegen den Kauf des Spiels aussprechen und es ähnlich herbe Amazon-Bewertungen hagelt wie seinerzeit bei Spore. Der Trend zum Auslagern von Daten in die Online-Wolke ist zwar schön und gut, aber über manche Daten behält man dann doch lieber ein wenig mehr Kontrolle. Savegames inklusive.

Nunja, mir soll’s egal sein. Mal davon abgesehen, dass ich nicht mehr am PC spiele, interessiert mich Bioshock 2 sowieso nicht die Bohne. Immerhin war schon der Vorgänger ein überhypter Haufe Scheiße, der in einem Frischhalte-Beutel im Atlantik versenkt wurde. Ich verzichte dankend.