So langsam komme ich wohl wirklich in ein Alter, in dem der Satz “Ich werde zu alt für diesen Scheiß” immer stärker von einer  gern genutzten, doch hohlen Phrase zu einem ständigen Begleiter mutiert, der sich – wohlwissend, dass sein Wahrheitsgehalt mit jedem Tag größer, er dadurch immer stärker, wird – nicht ohne einen Ausdruck tiefster Genugtuung,  auf meiner Schulter niedergelassen hat, um sich dort, diabolisch vor sich hergrinsend, darüber zu freuen, dass sein Gewicht nur immer weiter auf meinem sowieso schon gebückten Gang lastet, meine Schultern das Leid des Alterns schon jetzt kaum noch zu tragen bereit sind. Uff.

Ich werde also zu alt für diesen Scheiß. Videospiele. Dieses knallbunte, immer schneller werdende, immer effektüberlandenere Bildschirmspektakel, dass sich uns mit jeder neuen Millionen-Budget-Produktion durch die Iris direkt in die Hirnrinde gefeuert wird, um dort akuten Lochfraß in unserem Sehzentrum zu verursachen. So, wie es beispielsweise aktuell die Bayonetta-Demo erfolgreich bei mir versucht hat. Damit dürfte sie aktuell einen ziemlich einsamen Rekord halten: als erstes Spiel überhaupt, das ich nicht allein aufgrund seines Gameplays in Windeseile zur Seite gelegt habe, sondern einzig und allein aufgrund seiner unzumutbaren Optik.

Gerüchte munkeln zwar etwas davon, dass es im späteren Verlauf doch noch ein wenig übersichtlicher und augenfreundlicher werden soll, doch mir haben knappe 7 Minuten Spielzeit völlig gereicht um mir ein vernichtendes Urteil zu bilden: Bayonetta, das ist nur was für Leute, die sich freiwillig die Retina wegblasen lassen wollen! Schlimm genug, dass Bayonetta auch auf der 360 aussieht, als habe man ein Playstation 2-Game ganz Frosch-like mit einem Strohhalm über den Arsch aufgeblasen, wuselt da am Bildschirm so unfassbar unübersichtlich das Viehzeugs in schier unendlich kaskadierenden Effektwolken dahin, dass mir ganz anders wird.

Zum ersten Mal in meinem Leben denke ich mir, dass diese albernen Epilepsie-Warnungen in den Game-Handbüchern so albern vielleicht doch nicht sind, sondern durchaus auch als vorgeschalteter Bildschirm vor dem Intro ihre Daseinsberechtigung hätten…. oder nein, doch lieber nicht. Man stelle sich das bei Resident Evil 5 vor, wenn zu den unsäglich 10 nötigen Knopfdrückern, die es erfordert, überhaupt mal selbst die Figur innerhalb eines Levels steuern zu dürfen, auch nur noch ein einziger weiterer dazukäme. Amoklauf aufgrund von Epilepsie-Warnungen. Das wäre doch wirklich ein gefundenes Fressen für die Presse…

Wie dem auch sei: all jenen, denen ihre Augen lieb sind und die beim leisesten Anflug von aufblitzenden Lichtern bereits zuckend auf dem Boden liegen, während der Dackel ihnen den Schaum vom Mund schlabbert, sollten sich das Spielen der Bayonetta-Demo jedenfalls besser doppelt und dreifach überlegen. Von der Vollversion mal ganz zu schweigen… Allen anderen – und vor allem den älteren unter Euch -  sage ich: überlegt es Euch verdammt gut. Ich gehe derweil lieber noch eine Runde Steine schubsen in Jenga. Solange meine alten Knochen die Hand noch halbwegs ruhig halten *ächz*.