brutallegend

OK, ich sollte wirklich – wirklich! – mal wieder etwas mehr spielen und dem Stapel an nahezu unberührten Vollpreistiteln in meinem Regal (Assassin’s Creed (laaaangweilig), The Darkness, Mass Effect, Beautiful Katamari, Battlefield 1943 etc. pp.) endlich die Aufmerksamkeit zukommen lassen, die er glaubt zu verdienen… aber nein, ich verbringe die rare Zeit, die ich meiner Xbox 360 widme, derzeit lieber damit, jede erdenkliche Demo herunterzuladen (es lebe die T-Home-Leitung!), einmal kurz anzuspielen und für Scheiße zu befinden (hrr hrrrrr, eat this!). Da sich nun in den letzten Tagen also so einiges auf meiner Festplatte angesammelt hat, dachte ich mir, ich reiße das alles in einem dreiteligen Demo-Special ab und nehme so mal auseinander, was sich eventuell in den kommenden Wochen als Kauf lohnen könnte und was nicht, bzw. bei welchen Titeln ich darauf warte, dass sie endlich günstiger werden, damit ich auch zuschlage. Bevor ich die anderen Games alle pauschal auf einem geballten Haufen aburteile, möchte ich diese erste Ausgabe einem einzigen Titel widmen. Einem Titel, der sein blut-triefendes Kreuz bereits vor langer Zeit auf meinem Rocktober-Kalenderblatt hinterlassen hat: BRÜTAL MOTHERFUCKIN’ LEGEND, dude!

Was soll ich lange um den heißen Brei lamentieren: zurecht. Absolut verdientermaßen zurecht! Brütal Legend wird ein unbedingter Pflichtkauf. Und eins sag’ ich euch, Freunde: Wenn das Ding Verkaufszahlen-technisch nicht komplett durch die Decke geht und wieder so ein Regal-Hüter wird wie das famose Psychonauts aus dem gleichen Hause, dann komme ich bei jedem einzelnen von Euch vorbei und kontrolliere, ob die Scheibe auch hübsch brav im Laufwerk rotiert. Und falls nicht: Auf’s Maul!!! ;-)

Brütal Legend ist bereits in den ersten Minuten der Demo zum Schreien komisch… Nein, halt, fangen wir nochmal ganz von vorne an. Denn noch bevor der Humor einen erreicht, wird man bereits von dem liebevoll-authentischen Main Menu in den Bann gezogen, das Vinyl-Fans verzückt die Augen verdrehen lässt. Eigentlich hatte das Spiel mich bereits da und ich hätte beim Kauf blind zugeschlagen. Spätestens beim Intro, das durch zwei Abfragen zu den Themen “Fluchen” und “Blut & Gedärme” (nein, das steht da so nicht, passt aber, grob umrissen) aufwartet, hat mich dann der erste Lachflash geschüttelt. Herrlich!

Übrigens habe ich keine Ahnung, wie sich Brütal Legend in seiner deutschen Fassung anhören könnte, bzw. ob es überhaupt eine Synchronisation gibt (ich bin zu faul das nachzuschlagen), jedenfalls wäre es ziemlicher Frevel, sich nicht von vornherein das grandiose Voice-Acting von Jack Black zu geben. Wieviel Liebe zum Detail allein in die Synchronisation geflossen ist, merkt man etwa, wenn man mit dem…. ääääähm… “Gefährt” den riesigen Schädelberg hinunterkraxelt und Black in der Rolle des Eddie Riggs minutenlang verzweifelt nach möglichen Beschwärungsformeln sucht, das Ding in Gang zu setzen, solange man nicht den linken Analogstick in eine Richtung drückt um sich fortzubewegen. Ich glaube, ich habe mir ein paar blaue Flecken zugezogen, als ich von der Couch gerollt bin… Aua.

Grafisch macht das Spiel dabei in Bewegung deutlich mehr her, als bislang auf den Screenshots zu erahnen war. Es reißt zwar technisch keine Bäume aus, allerdings dient die Engine hier sowieso eher als Mittel zum Zweck und durch den superben Humor und die knackige Inszenierung ist man geneigt, die Optik ziemlich weit an den Rand seiner bewussten Wahrnehmung zu schieben, um sich voll und ganz dem Spielspaß hingeben zu können. Akustisch gibt es natürlich das volle Metal-Brett, bei dem Tim Schafer und seine Mannen mit so einer ellenlangen Playlist aufwarten, dass der gute Mann tatsächlich zwei komplette Rubik-Würfel gelöst bekommt, während diese heruntergebetet wird.

Spielerisch wird uns eine Action-Schlachtplatte serviert, bei der die gesamte bayrische Metzgerinnung mit heruntergeklappten Kinnladen vor Neid erblasst, so wie das Blut hier spritzt. Das sieht nicht nur lustig aus, sondern ist es auch! Und wie! Besonders viel Freude dürfte es im späteren Spielverlauf noch bringen, das hier bereits rudimentär vorhandene Kombo-System aus Streitaxt und Gitarrenriffs (fragt gar nicht erst, spielt es lieber selbst) auszureizen und den Gegnern ein ums andere Brett um die Ohren zu dröhnen, ehe man ihnen die räudigen Schädel spaltet. Whoohooo! That’s Metal!

Kurzum: Brütal Legend wird, eine blutige Spur der Verwüstung hinterlassend, zu glorreichen Fanfarenklängen bösem Riff-Gestampfe den Spieleolymp im Sturm erobern, um Mario und seine albernen Kumpanen ein für alle mal zu unterjochen und ihnen zu zeigen, wo fortan ihr angestammter Platz sein wird: IN DER SKLAVEREI, BITCHES!