goodevil

Erinnert Ihr Euch noch an diese eine Szene aus Beyond Good & Evil, als Ihr mit Jade in atemloser Flucht über die Dächer der Stadt dahinrast, während Euch die Dom’Z unmittelbar auf den Fersen sind und gleichzeitig die Hölle loszubrechen scheint, als die Dächer hinter Euch in einem einzigen großen Feuerball zu zergehen scheinen? Das war für mich nicht nur eine der intensivsten Szenen des Spiels, sondern auch der Spielgeschichte. Einer von vielen spielerischen Höhepunkte in einem völlig unverbrauchten Setting irgendwo zwischen reduziert-drolliger Comic-Grafik mit dem gewissen düsteren Touch und einer tiefgründigen, geradezu epischen Story rund um außerirdische Invasoren, den Verrat des Volkes durch die Obrigkeit und die Versklavung eines ganzen Planeten. Jedenfalls: an genau jene eingangs erwähnte Szene habe ich mich unweigerlich erinnert gefühlt, als ich gestern das erste (mögliche) Gameplay-Leakvideo zu Michel Ancels Beyond Good & Evil 2 gesehen habe. Bis auf ein paar Explosionen ist alles vorhanden: die Hektik, die geschmeidigen Bewegungen Jades, der Dai-Jo Kampfstab auf ihrem Rücken und offenbar wieder Verfolger der staatlichen Exekutive. Alleine beim Anblick dieser wenigen Sekunden Material bekomme ich sofort Lust auf mehr. Man stelle sich bloß vor, wie die Jagd über die Stadtdächer wohl ausgesehen hätte, wenn sie derart umgesetzt gewesen wäre, wie in diesem kurzen Video.

Aber die Szenen erinnern noch einen gänzlich anderen Titel, der im vergangenen Jahr angetreten war, um das Genre der Ego-Shooter-Nichtshooter zu revolutionieren: nämlich Mirror’s Edge. Wäre der Trailer nicht unverkennbar im Grafikstil des ersten BG&E2-Teasers gehalten und wäre Jade selbst von hinten nicht so eindeutig zu identifizieren, man könnte glatt glauben, es wäre Faith, die dort in 3rd-Person-Ansicht in Parlour-Manier durch die Gassen wetzt. So oder so: Es gibt also doch noch etwas, auf das man sich als Spieler in diesem Jahr freuen darf. Dabei hatte ich ja nach der Ankündigung, dass BG&E2 deutlich casual-lastiger werden soll als sein Vorgänger, noch das Allerschlimmste befürchtet. So aber lasse ich mir das doch gerne gefallen.