dunklezeiten

Oh. Mein. Gott. Ist wirklich schon wieder eine ganze Woche vergangen? Eine volle Woche ohne Blogpost? Das ist es. Das Ende. Oder der Anfang davon. Mit mir geht es abwärts. Aus und vorbei. Nicht mehr lange und mich ereilt das gleiche Schicksal wie all meine Idole von einst. Doch genug gejammert. Noch ist es nicht soweit. Also auf zu neuen Schandtaten! Man bringe mir massig Spiele heran, auf dass ich sie testen und für einen Verriss auseinander nehmen kann. Denn eines muss man ja leider mal sagen, wenn man derzeit einen Blick in die Releaselisten für die kommenden Monate wagt: sonderlich viel kommt da ja offenkundig nicht, das einem ein freudig-lüsterndes Beben auf die Lippen zaubern könnte. Oder irre ich mich und schaue nur in die falschen Listen? Mir kommt es derzeit eher so vor, als würde 2009 eher ein Jahr der Überraschungen, denn ein absehbares Hit-Feuerwerk wie 2008. Die Ankündigen für die nächsten Monate lesen sich doch recht dürftig. Mager. Da regt sich bei mir nichts. Eine vage Ankündigung von Max Payne 3 für Ende des Jahres haut mich noch nicht um, das Wiederauftauchen von Splinter Cell: Conviction hat auch eher ein müdes Gähnen verursacht. Die Reihe wurde seinerzeit leider innerhalb kürzester Zeit durch zu schnell hintereinander abgefeuerte, uninspirierte Sequels an die Wand gefahren.

Entsprechend regelrecht erschrocken war ich damals, wie nah an der VÖ des letzten Teils die Ankündigung von Conviction lag. Große Töne hat man seinerzeit gespuckt. Alles sollte neu, anders, besser werden. Entscheidungs- und Handlungsfreiheit hießen die beiden großen Stichworte, mit denen man das Feuer der Leidenschaft bei den Fans neu entfachen wollte. Zwei Jahre ist das nun fast schon wieder her. Und das ist das eigentlich überraschende: obwohl die Tech-Demo Mitte 2007 schon einen relativ fortgeschrittenen Eindruck gemacht hat, wird es nun noch bis mindestens Ende des Jahres dauern, ehe Sam Fisher in runderneuerter Form wieder über unsere Bildschirme schleichen darf. Man könnte fast glauben, hier einen Trend zu erkennen: Mehr Entwicklungszeit für große Seriennamen.

Was sich vergangenes Jahr bereits bei EA angekündigt hat, scheint auch bei Ubisoft so langsam durchgedrungen zu sein: es bringt nichts, auf Teufel komm raus seine leistungsstärksten Pferde im Stall zu verheizen, will man aufgrund fortschreitender Blutarmut der im Akkord nachgeschobenen Sequels nicht langfrisitg massiv an Kunden einbüßen. Vielleicht irre ich mich aber auch. Jedenfalls wäre diese erhöhte Wartezeit ja eine erstklassige Gelegenheit, neue Brands und originelle Konzepte zu etablieren. Sonderlich viel scheint man hier jedoch (noch) nicht erwarten zu dürfen.

Dieser Job scheint nach wie vor eher bei den kleinen, unabhängigen Entwicklern zu liegen. Und in der Tat haben diese es in den vergangenen Jahren verstärkt geschafft, in der öffentlichen Wahrnehmung in den Vordergrund zu treten und mit tollen Konzepten bzw. liebenswürdiger Inszenierung auch kommerziell immer erfolgreicher zu werden. Braid, Castle Crashers und World of Goo seien hier nur als prominenteste Beispiele genannt.

Deshalb liegt meine ganze Hoffnung dann auch momentan voll und ganz auf den Indiependent Studios, von denen ich erwarte, dass sie den Blockbuster-armen Zeitraum bis zum nächsten Weihnachtsgeschäft nutzen, um Großes zu leisten. Irgendwie will man die Zeit bis Max Payne 3 und Co. ja schließlich herumkriegen.

Etwas Gutes hat die spielearme Zeit allerdings doch noch: man hat, nach den dichten Game-Einschlägen der letzten Monate, endlich wieder einmal Zeit durchzuatmen und sich mit ein paar Perlen zu beschäftigen, die sozusagen “auf Halde” liegengeblieben sind und bislang nicht die Beachtung bekommen haben, die sie verdient hätten. Oder mit älteren  Games, die man gerade besonders günstig erwerben kann und zumindest mal angespielt haben sollte. Bei TheHut.com etwa bekommt man noch für kurze Zeit Gelegenheit, sich beispielsweise mit Assassin’s Creed, The Darkness und Race Driver: GRID für zusammen knapp 40 Euronen einzudecken. Da sage ich doch nicht nein.

Vor allem GRID hat es mir bereits als Demo schon sehr angetan. Erstaunlich, wie gerne und ausdauernd man sich dort bereits mit gerade einmal 3 Strecken und Fahrzeugen beschäftigen kann. Codemasters hat sich auch abseits der klassischen Colin McRae-Reihe im Laufe der letzten Jahre zu einem echten Rennspiel-Spezialisten entwickelt. Eventuell sollte man sich doch noch den 28. Mai im Kalender ankreuzen. Dann nämlich soll FUEL erscheinen, das immerhin mit der wohl größten befahrbaren Spielwelt ever aufwarten will. Mir siehts schon fast zu abgedreht aus, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Vor allem, wenn sonst nicht viel Interessantes zur Auswahl steht.

Ach so: ein wenig Grund zur Vorfreude gibt es aber doch noch: mt Batman: Arkham Asylum scheint ein echter Brawler-Hit vor der Tür zu stehen, der einfach umwerfend aussieht. Und als alter Ghostbusters-Liebhaber muss ich dann wohl doch mal zumindest einen kleinen Blick auf den dritten Teil der Reihe werfen, der statt als Film ja bekanntlich als Spiel kommen wird.