sf42009

OK, soviel vorweg: sollte der kleine fiese Japaner, der die französische Dumpfbacke Abel programmiert hat, jemals versehentlich meine Wege kreuzen, werde ich ihm seine verdammte, schlitzäugige Fresse polieren. Soviel steht fest. So, normal weiter im Text… Was wollte ich? Ach ja: Street Fighter 4 ist angekommen. Wie erwartet ohne Arcade Stick. Dafür mit furchtbarer Boygroup-Mucke in Intro, Hauptmenü und stellenweise sogar noch während der Fights selbst. Das ist schlimm. Richtig schlimm sogar. Also nicht, dass SF4 endlich da ist, sondern das mit der Mucke. Das klingt nämlich so, als hätten Caught in the Act sich wieder zusammengerottet, heftig mit Speed vollgedröhnt, die Backstreet Boys herbeigepfiffen, diese einmal ordentlich durchgeknattert und deren Überreste anschließend den Titelsong einsingen lassen, während im Hintergrund Igor der Schreckliche stumpf auf einen Synthesizer eindrischt.  Schauderhaft. Absolut schauderhaft. Egal, darüber kann ich hinwegsehen… äh -hören… auch, wenn mir jetzt das schreckliche Bild der auf die Backstreet Boys einpimpernden Caught in the Act nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Brrrrrrr, geht weg! Geht weg!!!! Wie dem auch sei: der typische Startvorgang von Street Fighter 4 sieht also schonmal wie folgt aus: Konsole an, Spiel starten, schnell panisch alles weiterklicken, im Bruchteil der Zeit, die ein Kolibri für einen einzigen Schlag mit seinen filigranen Flügeln braucht, den Spielmodus seiner Wahl samt Kämpfer aussuchen und während des Ladevorgangs schnell die Ohren mit Oropax druckbetanken – falls nicht schon vor Spielstart geschehen. Und wofür die ganze Mühe? Na klar: nur um sich im anschließend anstehenden Kampf erstmal ordentlich zu Mus stampfen zu lassen. Herrje, so kann ich nicht arbeiten.

Denn während BalkanToni aktuell in einem Anflug von Genießer-Masochismus nach der Steigerung des durchschnittlichen Schwierigkeitsgrades in Spielen auf geradezu unmenschliches Niveau ruft, beginne ich mich angesichts der Härte der Kämpfe in SF4 bereits auf “Very Easy” wimmernd unter den Wohnzimmertisch zu verziehen, derweil Tränen in Sturzbächen meine Wangen herunterströmen und ich um Erbarmen flehe. Bitte, liebe fiese kleinen Japaner bei Capcom, das kann doch nicht Euer Ernst sein.

Das kann doch nicht angehen, dass Ihr der Meinung seid, selbst der absolute Beat’em Up-Noob müsse auf einfachster Stufe erst einmal den kompletten Kreuzweg durch die Niederlagen-Hölle gehen, ehe er auch nur ein winzig kleines Erfolgserlebnis für sich verbuchen darf. Nein, nein, nein, nein, nein und nochmals nein!!!! Das geht so nicht! Vor allem, wenn man eben keinen Arcade-Stick mit superdirekter, hochpräziser Direktansprache bei kleinstem Zucken des Fingers vor sich liegen hat, sondern ein Xbox 360 Pad mit nichtsnutzigem Digipad und Analogstick. Mit letzterem steuert es sich zwar schonmal einfacher als mit dem unsäglichen Steuerkreuz, aber ein wirkliches Spielvergnügen will damit auch nicht aufkommen. Dafür wird die Steuerung mit dem Stick, der Analog-Technik sei Dank, viel zu schwammig. Vor allem Special Moves auszulösen dauert immer den entscheidenden Ticken zu lange, weil es keinen präzisen Druckpunkt gibt, sondern man den Stick immer erst bis zum Anschlag herumreißen muss, um die gewünschte Reaktion hervorzurufen.

Also finde ich mich wild herumrührend im Ring mit dem dumpfbackigen Franzosen Abel wieder und verzweifle zusehends, von Sekunde zu Sekunde, von Hieben zu Tritten meinerseits, die nahezu alle wirkungslos verpuffen. Abel, die dumme Drecksau, hat derweil nichts anderes zu tun als immer und immer und immer und immer wieder nichts anderes zu praktizieren, als ein und denselben Wurfangriff ein ums andere Mal anzubringen und mir so mit jedem Mal, das er mich aufs Kreuz legt, gut ein Fünftel meiner Energie abzuknapsen. Ehrlich: Der Typ macht praktisch nichts anderes. Wozu auch? Er kommt ja hervorragend damit durch.

Oder nehmen wir C. Viper, die, wenn sie schlecht gelaunt ist (was nahezu immer der Fall zu sein scheint), einfach beständig sämtliche ihrer Special Moves aneinanderreiht und einen somit in Rekordzeit zermürbt. Zwischendurch scheint ihr aber das Prozac auszugehen. Dann sieht es so aus, als bemächtige sich eine große Depression ihrer selbst und katapultiere sie auf direktem Wege in einen einer Schockstarre nicht unähnlichen Zustand. Dann bewegt sie sich nämlich fast nicht mehr und lässt fröhlich auf sich einprügeln. Genau wie Chun-Li übrigens, bei der das in den unteren Schwierigkeitsgraden aber offenbar generell zum guten Ton gehört. Manchmal haben Frauen eben doch ein bißchen Haue gern, was?

Nee nee, so wird das nichts. Ich brauche einen Sparringspartner, der auf gleichem Niveau mit mir selbst liegt (falls es überhaupt noch jemanden gibt, der so schlecht sein kann) und der mit mir gemeinsam an den Aufgaben wächst. Und ich brauche meinen Arcade Stick, sonst machts einfach keinen richtigen Spaß. Der jedoch, das hat heute eine Nachfrage bei GameStop ergeben, wird noch mindestens bis Mitte April auf sich warten lassen. Muss ich mich bis dahin wohl noch ein wenig weiter vermöbeln lassen. Grmpf.

P.S.: Hat man es übrigens doch mal geschafft, eine einzelne Runde gegen einen als übermächtig erscheinenden Gegner für sich zu verbuchen, sollte man alles mögliche tun, aber bloß nicht diesen einen Fehler begehen: Glaubt niemals – NIEMALS! – dem trügerischen Eindruck, dass Ihr endlich eine Strategie gefunden hättet, Euren Widersacher nun reibungslos besiegen zu können. Denn nicht nur, dass der Computer naturgemäß besser mit der Steuerung klarkommt, nein!, er hat auch überhaupt kein Problem damit, sich an Eure “Strategie” anzupassen und in der nächsten Runde einfach alle Eure Angriffe, die zuvor noch durchgebrochen sind, einfach abzublocken. Doppel-Grmpf.