iphonekatamari

Katamari-Freunde und Besitzer der Apfel-verzierten mobilen Spielkonsole mit der integrierten Telefonfunktion aufgepasst: Der König des Universums treibt nun auch auf dem iPhone unter dem Titel “I love Katamari” (iTunes-Link) sein kunterbuntes Unwesen. Welches Spiel wäre auch wohl prädestinierter gewesen, auf Apples aktuell größten Verkaufsschlager portiert zu werden, als das durchgeknallte Roll-alles-auf-was-Dir-vor-die-Nase-rollt-Spiel der noch durchgeknallteren Japaner, mit dem völlig und komplett durchgeknallten, aber dennoch absolut eingängigen Supersoundtrack? Eben! Die sowieso schon simple Steuerung der Original-Fassung wurde entsprechend absolut stimmig auf die Bewegungssensorik des iPhones angepasst, die Grafik ist kreischend bunt wie eh und je und der Soundtrack noch genau so bekloppt wie in We love Katamari. Nur dass dessen schöner Titelsong leider fehlt. Dafür kann die mobile Version grafisch locker mit der Playstation 2 mithalten. Das ist angesichts des Detailarmuts der PS2-Fassung allerdings auch nicht weiter schwierig. Kurzum: I love Katamari vereint all das in sich, was seine Vorgänger innerhalb kürzester Zeit zu absoluten Videospielklassikern werden ließ und bietet auch auf dem iPhone Spielspaß pur… Zumindest in der Theorie. Denn in der Praxis schrammt es aufgrund deutlicher technischer Mängel derzeit leider noch ganz klar an einer Kaufempfehlung meinerseits vorbei.

Zunächst einmal fällt die überaus träge Steuerung auf, die einem bereits im ersten Level einen mächtigen Strich durch die Spielspaß-Rechnung macht. Besonders problematisch dabei: je weiter sich der eigene Katamari ausdehnt, sprich: je größer der Ball aus aufgesammelten Gebrauchsgegenständen des Alltags wird, desto träger lässt er sich durch die Gegend bugsieren. Damit einher geht leider ein massiver Framerate-Einbruch, der ebenfalls mit voranschreitendem Spielfortschritt immer deutlicher spürbar wird… und wir sprechen immer noch vom allerersten, sechs Minuten andauerndem Level.

An der Komplexität der 3D-Grafik kann es nicht liegen, denn diese bewegt sich deutlich unter dem Niveau eines Super Monkey Ball oder Crash Bandicoot. Besonders unschön wird es, wenn der Katamari, ganz wie im PS2-Vorbild, eine neue Wachstumsstufe erreicht. Beim dadurch ausgelösten Grafikeffekt (ebenfalls alles andere als aufwändig), geht der Prozessor endgültig in die Knie. An ein vernünftiges Steuern ist spätestens nach zwei Wachstumsschüben nicht mehr zu denken. Wer den bunten Ball nun überhaupt noch halbwegs ordentlich antreiben will, muss das iPhone schon mit vollem Körpereinsatz und unter Inkaufnahme einer Verknotung der eigenen Arme hin und her schwenken.

Einfach ist das nicht gerade. Schön anzusehen sowieso nicht. Da hilft die störrische Kamera, die einem permanent eine massive Wand zwischen Spielwelt und Pupillen schiebt, genau so wenig weiter, wie die Tatsache, dass teilweise offenbar kleinste Kanten zu einem unüberwindbaren Hindernis werden und manche Gegenstände sich einfach hartnäckig weigern, am Katamari kleben zu bleiben und ihm dadurch zu mehr Wachstum zu verhelfen.

Zum Preis von gerade einmal 5,99 Euro kann man bei einem Katamari-Game für gewöhnlich drein gar nichts falsch machen. Da ist es schon umso trauriger, dass I love Katamari offensichtlich keinerlei Qualitätskontrollen durchlaufen hat und in seiner derzeitigen Form in den App-Store gepurzelt ist. Da muss dringend nachgebessert werden, Namco! Mit einem kleinen Update allerdings hat I love Katamari definitiv das Zeug zum liebenswürdigen Bestseller. Wer trotzdem bereits jetzt zuschlagen möchte, bekommt immerhin schonmal die Möglichkeit, sich die abgefahrenen Ohrwürmer des Soundtracks auch unterwegs zu Gemüte zu führen… allein dafür lohnt sich die Invesition in den geringen Kaufpreis doch fast schon wieder.