Es ist doch echt eine Schande. Die letzten Wochen hatte ich kaum Zeit zu bloggen, geschweige denn zu spielen. Trotzdem war ich irgendwann neulich so frei, mir Lost Planet und Darkstar One bei Steam zu besorgen und beide mal anzuspielen. Eigentlich hätte ich beide auch gerne etwas länger gespielt, aber leider muss ich sagen: dass es bislang nicht dazu gekommen ist, liegt nicht unbedingt an meinem Zeitmanagement, sondern an den Spielen selbst. Denn wenn ich mal zu Tastatur und Mouse gegriffen hab, wurde ich – gelinde gesagt – ziemlich enttäuscht. Lost Planet auf dem PC ist in meinen Augen praktisch unspielbar, Darkstar One nervt mit Kleinigkeiten in der Bedienung, die so nicht sein müssen. Bei letzterem ist das nicht so tragisch, weil via Valves Download-Plattform gerade mal noch 9,99 Dollar kostet. Beim Gedanken, knapp 50 Dollar für Lost Planet aus dem Fenster geworfen zu haben, überkommt mich hingegen der dringende Wunsch, einen großen Kampfroboter samt seinem grenzdebilen Insassen mit bloßen Händen zu Klump zu schlagen.

Dass Capcom bislang alles andere als gewissenhaft im Umgang mit Portierungen von Konsolenspielen auf den PC war, hat man ja schon des Öfteren gehört. Wie schlimm es allerdings wirklich ist, wagt man nichtmal zu glauben, wenn man es selbst mit eigenen Augen gesehen, mit eigenen Händen gespielt hat. Soviel steht fest: Das war definitiv das letzte Capcom-Spiel, dass ich mir für den Schreibtisch-Spielomaten geholt hab. Immerhin: es sieht bei weitem nicht so schlimm aus wie seinerzeit die Umsetzung von Resident Evil 4, bei dem seinerzeit in der Release-Version praktisch keinerlei Shader-Effekte vorhanden waren. Wie es sich wohl gesteuert haben könnte, wage ich nicht zu beurteilen, kann es aber beinahe erahnen, wenn ich mir die Mouse-Steuerung von Lost Planet anschaue. Falls man das überhaupt Steuerung nennen kann. Es grenzt im Grunde genommen an ein Wunder, dass man überhaupt halbwegs in die Richtung schauen kann, in die man gerade schauen möchte. Vom Schießen mal ganz zu schweigen. Das hat letztlich dazu geführt, dass ich schon innerhalb der ersten 10 Minuten um die 20mal gestorben bin – auf Schwierigkeitsgrad Leicht wohlgemerkt. Einfach, weil ich nichtmal gesehen hab, wo ich überhaupt hin musste, als dieser riesige Riesenkäfer zu beginn beschlossen hat, die halbe Stadt plattzuwalzen.

Zu allem Überfluss ist der Radar in der rechten oberen Ecke praktisch nutzlos, weil er nichtmal nahegelegene wichtige Wegmarken verzeichnet und einem so auch vorenthält, wo man in besagter Situation eigentlich hinmuss. Ist man dann erstmal dahinter gekommen, dass es eben nicht darum geht, den Riesenkäfer platt zu machen, hat man fast schon keine Lust mehr, überhaupt noch weiterzuspielen. Zusätzlich hab ich mich bereits in diesem frühen Spielstadium gefragt, wo denn bloß diese tolle Grafik ist, von der damals auf der Xbox 360 alle Welt so geschwärmt hat. Diese Gebäude da sehen erschreckend Detailarm aus. Aber egal. Weiter gehts. Endlich raus in den Schnee. OK, alles weiß weit und breit, Flocken fallen vom Himmel, da drüben steht auch schon ein Exo-Suit, los geht die Action. Bumm Kawumm, die erste Explosion und… ähm, ‘tschuldigung? Sind das die Explosionen, die damals auf der Xbox 360 alle so unglaublich geil fanden? Diese flachen, verpixelten, schlecht ausehenden Sprites? Gut, egal, was soll’s? Immerhin geht es darum, mit dem Spiel Spaß zu haben, nicht mit der Grafik. Aber ach, es will einfach keine Freude aufkommen. Zumal sich schon während der ersten Zwischensequenz abzeichnet, wie schlecht die Story im weiteren Verlauf noch werden wird und wie unsympathisch nervig die eigene Spielfigur doch eigentlich ist. Nee, sorry, so geht’s nicht. Bevor es jetzt allzu bitter wird halten wir fest: über 30 Euro für den Arsch.

Also lieber schnell mit Darkstar One weitergemacht. Ich erinner mich noch genau: Die Demo hat mir seinerzeit sehr gut gefallen. Brauchte ein klein wenig Einarbeitungseit, ging dann aber ganz gut von der Hand und bot kurzweilige Weltraumaction mit genau dem Maß an Handels-Simulation, das nicht zu komplex wird und mich nicht mit endlosen Zahlenkolonnen und 4tausend Untermenüs nervte. Dazu war ich von der damaligen Berichterstattung ganz gut angefixt und freute mich auf eine nicht gerade unspannende Story. Warum ich mir DSO nicht schon damals zugelegt hab? Keine Ahnung. Ich glaube, es lag an chronischem Geldmangel oder so. Deshalb nun also die Budget-Version. Aber irgendwie bin ich auch hier enttäuscht. Zuerst schonmal davon, dass man hierzulande bei der Steam-Version nicht die Möglichkeit hat, die Sprachausgabe auf Deutsch zu stellen. Was schon allein deshalb ziemlich dämlich ist, weil es von einem deutschen Entwickler stammt und die deutsche Sprachausgabe – zumindest in meiner Erinnerung – zumindest in der Demo ziemlich gelungen war. OK, muss es halt auf Englisch gehen. Ist ja nicht so, dass man das nicht verstehen würde.

Bloß werde ich das Gefühl nicht los, dass nicht nur die Sprachausgabe anders ist, sondern auch die Tastatur-Belegung. Oder kam ich damit damals bloß aus irgendeinem unerfindlichen Grund besser klar? Jedenfalls erscheint mir das alles ein wenig zu fummelig. Gerade die Raumschiff-Steuerung ist mit der Standard-Tastaturbelegung absolut mißraten. Wie stellen die Entwickler sich das vor, mit der Rolle um die eigene Achse, wenn die Tasten von der WASD-Richtungssteuerung so weit entfernt sind, dass man gerade in hektischen Gefechten ständig Gefahr läuft, sich die Finger zu verknoten – oder schlimmeres. Die Tastenbelegung nach eingenem Gutdünken umzugestalten – davon kann man nur abraten, schmeißt man doch nur noch mehr durcheinander. Landemanöver im Hangar einer Raumstation klingen grob nach Kling! Klang! Crash! Bumm! Klong! und dass man überhaupt mal die Landefläche trifft, grenzt an ein Wunder. Der Umkehrschub macht alles mögliche, sorgt aber weder dafür, dass das Schiff umkehrt, noch überhaupt mal ruhig im luftleeren Raum stehen bleibt. Mehr, als dass man kurzzeitig langsamer wird, darf man von dem Teil nicht erwarten. Das ist besonders nervig, wenn man versucht, Frachtcontainer einzusammeln, die vor einem schweben und mit einem Greifhaken eingesammelt werden wollen… für den es in der Steam-Version anscheinend überhaupt keine ordentliche Tastenbelegung gibt. Nene, das ist mir alles zu hakelig, so habe ich keine Lust mehr. Das Ergebnis: nichtmal eine Stunde Spielzeit – ähnlich übrigens wie bei Lost Planet.

Mag sein, dass ich beiden Titeln enorm unrecht tue, aber überzeugen konnte mich in der Kürze der Zeit keiner von beiden. Das ist umso ärgerlicher, wenn man sich extra Spiele zulegt, von denen man aufgrund ihrer Actionlastigkeit eigentlich einen schnellen, einfachen Zugang erwartet, stattdessen aber nur nerviges Gefrickelt bekommt, das einem schon in den ersten Minuten den Spaß ruiniert und wenig Lust auf mehr macht. Wenn man sowieso schon wenig Zeit zu spielen hat, will man eigentlich keine teuren Experimente in Kauf nehmen, sondern direkt loslegen können mit dem Spaß-haben.

Ein Glück, dass es auch anders geht. Momentan werden nebenher von mir gespielt: Edna bricht aus (das, soviel kann ich schonmal verraten, absolut wunderbar ist) und – endlich auch mal - Crysis. Mehr dazu dann später diese Woche.