Tod durch Hund – Call of Duty 4: Modern Warfare

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Heute Nacht hab ich vom Krieg geträumt. Und es war der ruhigste Schlaf, den ich seit langem hatte. Weil ich nun weiß, dass da draußen ein paar verdammt harte Knochen sind, die auf uns aufpassen und die Welt vor total irren Raketenstartern retten. Heute nach hab ich vom Krieg geträumt. Und es war der beunruhigendste Traum, den ich seit langem hatte. Weil ich jetzt weiß, dass da draußen ein paar verdammt irre Raketenstarter sind, die sich nicht davor scheuen, diese Welt in Schutt und Asche zu legen und unsere Helden auszulöschen. Gestern hab ich zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen Call of Duty 4: Modern Warfare durchgespielt. Und es war das verdammt nochmal intensivste Spiele-Erlebnis, dass ich seit Jahren hatte. Ich war Sgt. ‘Soap’ MacTavish und habe auf Seiten des britischen SAS die Welt gerettet. Ich war Sgt. Paul Jackson und bin als US-Marine den ergreifendsten Heldentod ever gestorben. Ich war ein sadistischer Diktator im mittleren Osten und habe meine eigene Hinrichtung erlebt. Ich habe verdammt nochmal die größte gefühlsmäßige Achterbahnfahrt hinter mir, die ein Shooter überhaupt liefern kann.

Ich bin geneigt diesen Text an dieser Stelle enden zu lassen. Weil im Grunde genommen bereits alles gesagt ist. Weil man eigentlich nicht viele Worte um ein Spiel verlieren muss, dass schlicht und ergreifend perfekt ist.

Trotzdem versuche ich es mal. Als die Nachricht von einem weiteren Call of Duty-Teil kam, konnte ich mir erstmal nur in müdes Lächeln abringen. Da half es auch wenig, dass ausnahmsweise mal nicht wieder das öde und zu Tode gerittene 2. Weltkriegs-Szenario bedient, sondern der Kampf ausnahmsweise mal in der Gegenwart ausgetragen werden sollte. Aber die ersten Bilder und der zugehörige Trailer haben schon milder gestimmt. Dann kam die Demo raus, in der es ganz mächtig viel gescheppert und gerummst hat. Und irgendwie sah ich meine ersten Erwartungen bestätigt: Es bleibt alles beim Alten, bloß das Szenario ist ein anderes, die Waffen sind ein wenig moderner. Kein Grund also, sich das Vollpreis-Spiel zu holen.

Doch halt. Aus irgendeinem mir zunächst unerfindlichen Grund fuhren plötzlich nicht nur gestandene Spiele-Journalisten auf den Titel – war ja auch nicht anders zu erwarten – sondern ließ sich ebenso die Anti-Nation beinahe zu Begeisterungsstürmen hinreißen. Na gut, beinahe. Also wurde das Teil dann doch schnell mal noch kurz vor dem Weihnachtswochenende bestellt, um rechtzeitig am Samstag auf meiner Festplatte zu landen.

Spiel gestartet, Profil erstellt, losgelegt und – na toll, ein Tutorial. Ist das nicht so 1999 mittlerweile? Egal, schnell durchgesprintet und dann ab in die erste Mission. Des Nachts ein Frachtschiff auf stürmischer See gekapert. Was, wie sich innerhalb kürzester Zeit herausstellt, turbulenter ist, als man zunächst angenommen hat. Spätestens der Rückweg zum Heli entpuppt sich als brachial-packendes Durcheinander, während dessen man wie gebannt am Bildschirm hängt und einfach nur noch eines will: Raus aus diesem Hexenkessel, das Überleben des eigenen Charakters sichern, bloß weg hier, weg aus dem sinkenden Schiff, raus aus diesem dunklen Rumpf, der gerade voll Wasser läuft und in dem die Hölle losbricht, weil alles auseinander fällt.

Das ist wohl auch die größte Stärke des Spiels: In Null-Komma-Nichts ist man selbst der Hauptdarsteller dieses ganzen Spektakels, identifiziert man sich mit einem Charakter, über den man nicht das Geringste weiß, außer seinem Namen. Es gibt keine Vorgeschichte, kein Gesicht, keine Gefühlsregungen, keine Sprachausgabe. All das kommt ganz allein von uns selbst. Wir werden einfach mitten hinein gestoßen in dieses Chaos, das sich Krieg nennt, wollen nichts mehr als dieses Gemetzel überleben und tun alles, um heil von einem in den nächsten Abschnitt zu gelangen. Zum Überlegen bleibt keine Zeit. Es braucht keine tiefen Charakterzeichnungen, um eine glaubwürdige Hauptfigur ins Spiel zu integrieren. Denn diese Figur sind schlicht und ergreifend wir. Wenn auch in immer neuen Rollen. Ob wir als MacTavish durch die afghanische Steppe huschen, als Jackson durch zerbombte und heiß umkämpfte Wüstenstädte stürmen, oder in einer Rückblende als Captain Price im besten Sniper-Level aller Zeiten durch das verstrahlte Prypjat schleichen: Call of Duty 4 weiß uns so geschickt in das Geschehen einzubinden, uns so sehr an den Bildschirm zu fesseln, dass kein Unterschied zwischen Spielfigur und Spieler zu bestehen scheint. Wir sind es, die da mitten im schlimmsten Gefecht versuchen, eine sichere Deckung zu finden. Wir sind es, denen die Kugeln und Granaten um die Ohren fliegen. Wir sind es, die um das blanke Überleben kämpfen.

Diese Identifikation erreicht CoD4 einzig und allein dadurch, dass um uns herum immer etwas los ist, dass wir praktisch keine Zeit zum Durchatmen haben, dass es uns immer und immer weiter von einem Szenario in das nächste scheucht. Und uns in Situationen schubst, die wir so noch nirgendwo sonst gesehen, geschweige denn erlebt haben. Direkt nach der ersten Mission auf dem Frachtschiff finden wir uns im Körper eines gestürzten Dikators wieder, werden von bewaffneten Männern in ein Fahrzeug geschleift und können nichts anderes tun als zusehen, wie wir hilflos durch die Stadt zur Stelle unserer Exekution gefahren werden. Die wir natürlich ebenso live miterleben. Aus der Perspektive des Erschossenen, versteht sich. In Momenten wie diesen wird plötzlich klar, wie emotional Computerspiele wirklich sein können, welch erzählerisches Potential wirklich in ihnen schlummert. Dabei zeigt die beschriebene Szene keine Exekution um der Exekution willen, verkommt die dargestellte Gewalt nicht zum platten Selbstzweck, um ein möglichst blutiges Szenario zu entwerfen. Vielmehr rüttelt sie auf, schockiert uns und zwingt uns zum Nachdenken, zum Reflektieren über das Erlebte und den Krieg als solches. Szenen wie diese gibt es noch einige – und sie alle verfolgen das gleiche Ziel: Krieg seiner schonungslosesten Form zu zeigen und wachzurütteln. Neulich, in einer unsäglichen Diskussion zum Thema Gewaltspiele durfte ich mir anhören, wer so etwas spiele, der könne ja auch direkt selbst in den Krieg ziehen, der solle sich irgendwo freiwillig melden. Nein! Nein! Und nochmal nein! Infinity Ward schaffen es, mit ihrem Titel genau das Gegenteil zu erreichen. Wer Call of Duty 4 spielt, der will garantiert nicht selbst in eine reale Schlacht verwickelt werden.

Und trotzdem wird man bei all der Action, all dem gesehenen und erlebten Grauen auf allerbeste Art unterhalten. Wie in einem wirklich guten Actionfilm, bloß dass man selbst mitspielen darf. Da macht es auch überhaupt nichts, dass das eigentliche Spiel bereits nach 5-6 Stunden vorbei ist und der Abspann über den Monitor flimmert. Der Wiederspielwert ist ungemein hoch. Jetzt, wo man weiß, dass man es mal eben so zwischendurch durchspielen kann. Und sei es nur, um vielleicht doch noch alle feindlichen Aufklärungsdaten zu sammeln, um ein paarweitere Cheats freizuschalten. Im gesamten Spiel sind insgesamt 30 Laptops versteckt, die es zu sammeln gilt. Klingt angesichts der Tatsache, dass es sich bei CoD4 um einen ziemlich linearen Shooter handelt ziemlich einfach, ist es aber bei weitem nicht. Selbst nach dem zweiten Durchspielen komme ich gerade mal auf 13, dabei hab ich beim zweiten Mal deutlich stärker Ausschau nach den Teilen gehalten. Dass das Spiel so dermaßen linear ist, fällt eigentlich auch erst beim 2. Anlauf wirklich auf, wenn man alles schonmal gesehen hat und vielleicht sich vielleicht mal ein wenig Variation wünscht. Dem Spaß hingegen tut das überhaupt keinen Abbruch. Merkwürdigerweise war im ersten Anlauf übrigens meine häufigste Todesursache nicht das direkte Kriegsgeschehen, sondern: Hunde. Öh, ja. Von denen gibt es so einige. Und mit denen ist nicht gerade gut Kirschen essen. Leider ist es mir praktisch nie gelunden, die Taste zur Selbstverteidigung rechtzeitig zu drücken, so dass ich öfter von Hunden zerfleischt als von Kugeln tödlich getroffen wurde. Ach ja: Vor Granaten sollte man sich auch in Acht nehmen. Und vor explodierenden Autos. Die explodieren nämlich öfter mal. Wie uns der Todesbildschirm knochentrocken verrät.

Wer irgendwann keine Lust auf tollwütige Hunde mehr hat, kann sich auch gerne noch in den überaus gelungenen Multiplayer-Part des Spiels stürzen und viele weitere Stunden Spaß haben. Von dem sind die meisten Spielmodi zwar lange bekannt und bieten relativ wenig neues (Search & Destroy etwa ist nichts anderes als Counter-Strike in neuer Optik), und auch die Maps basieren weitestgehend auf Abschnitten aus dem Hauptspiel. Allerdings wurde das Ganze durch das äußerst gelungene Ranking-System ungemein motivierend umgesetzt. Damit entwickelt der Multiplayer einen gewissen Suchtfaktor, ähnlich wie Rollenspiele. Schließlich gibt es für jeden Frag, für jede gelungene Aktion und gewonnene Runde Punkte, die einen nach und nach im Rang aufsteigen lassen und neue Waffen und Fähigkeiten freischalten. Ist man also mal gefrustet, weil man vor lauter Action den Überblick verliert und ein ums andere Mal ins Gras beißt, motiviert einen das Ranking-System immer wieder zum Weiterspielen. Nur diesen einen Rangaufstieg noch. Arrrgh.

Um es also mal langsam zum Abschluss zu bringen: Call of Duty 4 – Modern Warfare gewinnt mit Sicherheit keinen Innovationspreis, schafft es aber, altbekannte Shooter-Elemente in absoluter Perfektion neu zusammen zu setzen und damit, wie durch einige enorm ergreifende Szenen und geschickte Kunstgriffe ein einmalig gutes Spielerlebnis zu schaffen. Wer bislang noch nicht zugegriffen hat, sollte es deshalb schleunigst nachholen!

41 thoughts on “Tod durch Hund – Call of Duty 4: Modern Warfare

  1. ….und da hat dich das Spielfieber wohl doch wieder gepackt, puh, bin ich froh. 😉
    Mass Effect ist durch, next one please! Denk das wirds werden, nach deinem Bericht hier. Für “Den Hexern” fehlt mir auch etwas die Zeit, gerade.

    COD4,…war/bin genauso skeptisch gewesen wie du….werds nun wohl aber mal probieren. Soblad ich das für die 360 ein wenig günstiger bekommen kann….grml. View all comments by Chris

  2. Gab tatsächlich viel zu wenig wirklich spielrelevantes zu lesen hier. Will versuchen, das endlich mal wieder zu ändern.
    Als nächstes wird jetzt endlich mal Stalker nachgeholt. Ist gerade bei Steam so wunderbar günstig zu bekommen (umgerechnet gut 16 Euro). Da muss ich einfach mal zuschlagen, auch wenn ich neulich noch über Download-Games gemeckert hab. View all comments by Christian

  3. Aber dann hat man kaum was von dem großartigen Multiplayer-Part. OK, den braucht es eigentlich nicht. Eigentlich sind Multiplayer-Dreingaben bei Solo-Spielen auch albern. Aber in dem Fall lohnt es sich definitv, auch nach der Kampagne noch regelmäßig einzuschalten. View all comments by Christian

  4. …@Christian: Stalker kann ich (mit allen Patches) durchaus empfehlen, Endzeitfeeling kommt ganz cool rüber!
    @ Ben: Neee,…denk es soll schon “meins” sein. So um die Sammlertriebe zu befriedigen. Und natürlich wegen dem Mulitplayer-Modus. Der MP bei Halo3 konnte mich, warum auch immer, nicht lange fesseln. Wär auch noch mal zu überlegen, …den Masterchief noch mal zu re-rekrutieren. 😉 View all comments by Chris

  5. Stimme dir in fast allen Details zu – auch die Hunde waren meine Geißel :-). Besonders wenn man in der Tschernobyl-Mission den ersten Streuner doch abknallt und dann das ganze Rudel kommt! (Generell bin ich recht häufig gestorben – auf 2. von 4. Schwierigkeitsgraden; manchmal ist das Game recht unübersichtlich – wie im Krieg…)

    Habe das Spiel bei einem Freund angedaddelt: Konnte mich angesichts der unfassbar packenden Action erst nach über 4 Stunden losreißen und auch nur, weil es schon nach 01:00 war und ich nach der Tschernobyl nicht wieder eine Verteidigungsmission zocken wollte. Konnte es dann nicht weiterspielen, da am nächsten Tag Halo 3 am Stück im CoOp erledigt werden musste (Hype-Game…).

    Eindrucksvoll wenn auch spielerisch an sich sehr dünn war die Mission im Flugzeug mit der Nachtsichtkamera: “Da will einer abhauen!” *RATATATA* “Sehr gut”. View all comments by HomiSite

  6. …ich bräuchte ja noch was fürs lange Wochenende, nachher 😉

    Hach Mann, Christian. Warum musst du auch immer so ergreifende Artikel schreiben. Mein Plan: Bis Ende Januar zock ich nur noch COD4 und endlich mal “the Whitcher” zu Ende. Evtl. etwas LOTRO und Mass Effect Runde2 ;). Das muss dann reichen. (Struktur-im-Gameralltag-Struktur-im….*Mantra-mäßig ;)) View all comments by Chris

  7. @HomiSite: Den streunenden Hund hab ich beim ersten Mal auch abgeknallt und es ganz schnell bereut. Aber auch in dem Gebäude in Prypjat mußte ich mehrfach neu starten, weil diese beiden Kläffer da mich laufend drangekriegt haben. Irgendwann hab ich dann einfach Claymores platziert und sie reinrennen lassen. Hehehe.

    Der Sniper-Level war wirklich der Hammer. So ruhig der vielleicht auch im Vergleich zum Rest des Spieles war, ich konnte mich trotzdem kein bißchen entspannen. Als dieses Batallion über mich hinweggetrampelt ist, ist mir beinahe das Herz stehen geblieben. Schade nur, dass ich auch dafür mehrere Anläufe gebraucht habe.
    Was mich auch absolut umgeworfen hat, was das absolut perfekte Motion Capturing in dieser Mission. Ein Augenschmaus, seinem Partner dabei zuzusehen, wie er von Hauswand zu Hauswand rennt, sich durckt, hinweirft, an die Mauer lehnt, um Ecken schaut….

    @Chris: ich kann nichts dafür, es hat mich einfach übermannt.

    Ace Combat 6… Wenn ich jetzt ne 360 hätte, würde ich mir das auch sofort und ohne Umschweife zulegen. Der Wahnsinn.

    So, habe jetzt festgestellt, dass S.T.A.L.K.E.R. auf der deutschen Steam-Plattform nicht zu haben ist. Selbst auf steampowered.com wird es einem mit einer deutschen IP nicht angezeigt.
    In der Firma kann ichs aber ohne weiteres aufrufen, anscheinend liegts an unserem eigenen Server. Bloß kaufen geht leider nicht, weil der Proxy Steam blockt. ***GRMPF*** View all comments by Christian

  8. Immerhin wurde Preis für Cod4 von knapp 70 $ auf knapp 63 $ gesenkt, verstehe die Preisgestaltung bei Steam wer will.
    Von STALKER habe ich nicht viel gesehen, als ich meinen neuen PC hatte, wollte ich das unbedingt spielen, scheint aber unter Vista nicht zu laufen, nicht mal mit dem aktuellen Patch, war ich schon sehr enttäuscht. View all comments by jooonas

  9. Vermute eher mal, dass er sich die Xbox360-Version gekauft hat. Ansonsten hätte ich jetzt auch das dringende Bedürfnis, ihn mal ordentlich durchzuschütteln.

    @joonas: ich finde die Original-Radio-Messages in CS:S deutlich nerviger als die deutschen Funksprüche. View all comments by Christian

  10. Hehe, Kommentargemixe hier. 😉 Mein PC würds sicher auch so lala darstellen können. Auffer Box ists aber gemütlicher (find ich) und ich hab Sound. Weil, wenn ich am PC hocke, dann “will ich aber keinen Sound” (O-Ton meiner Liebsten, hach ja…) View all comments by Chris

  11. @rawgamer: Der “Ende der Diskussion”-Artikel hat einen ganz anderen Bezug als irgendeinem Spiel kritisch gegenüberzustehen.
    Ich stehe CoD4 durchaus kritisch gegenüber, weil man natürlich nicht weiß, ob das jetzt wirklich alles zum Nachdenken anregen soll oder doch einfach nur dicke-Hose-Geballere ist, entwickelt von Männern mit zuviel Testosteron. Von den Entwicklern hat sich in der Richtung, soweit ich weiß, ja noch niemand dazu geäußert.
    Ich persönlich halte es aber so oder so für ein verdammt geiles Spiel.

    Oder zielte der Kommentar auf was anderes ab?

    @actionman: Wow, ich hätte nie gedacht, dass jemand GameStop mal ernsthaft als “günstig” bezeichnen würde 😉 View all comments by Christian

  12. Schon richtig, mir gehts um die Art und Weise wie CoD4 schwarzweiß malt und dem Spieler suggeriert, dass es für “die gute Sache” schon okay ist, wenn ein paar Wehrlose und/oder Zivilisten über die Klinge springen. Das wird dan teilweise auch noch mit lustigen Funksprüchen honoriert.
    Klar, du und ich, wir können das wahrscheinlich einordnen. Ich bezweifle aber, dass die Masse der Käufer – die ganz sicher nicht alle über 18 sind – das können.
    Außerdem stinkt das Ganze so gewaltig nach Ami-Propaganda, dass ich’s nicht ertrage. Habs zu “redaktionellen” Zwecken angespielt und dann schnell wieder sein lassen. 🙂 View all comments by rawgamer

  13. @rawgamer: Ich finde, dass gerade diese Schwarz/Weiß-Malerei einen großen Teil zu diesem beklemmenden Gefühl beiträgt, dass man während des Spielens ganz unweigerlich entwickelt. Das geht schon in der ersten Mission los. Die Sprüche sind allesamt ziemlich zynisch und die ganze Präsentation hat dafür gesorgt, dass mir so manches Mal ziemlich mulmig wurde. Klar, wenn irgend so ein Proll das Spiel ausprobiert, wird er vermutlich tatsächlich so ein Dicke-Hose-Gefühl haben. Aber wenn er nur halbwegs des Denkens fähig ist, wird sich das auch ganz schnell wieder legen.

    *** ACHTUNG SPOILER***
    Spätestens, wenn eine der beiden Hauptcharaktere bei einer Atom-Explosion drauf geht und man selbst seine letzten Schritte in der völlig zerstörten Stadt tut, den Pilz in den Himmel wachsen sieht, einem die Sicht immer und immer wieder verschwimmt, ehe man am Ende völlig hilflos zusammenbricht. Dabei ist es absolut egal, wie gut oder böse man im Spiel vorher agiert hat, völlig einerlei, wem man geholfen hat oder nicht. Und allein diese Hilflosigkeit, die man da erlebt, rüttelt einen schon irgendwie wach. Zumal ich es dann schon wieder regelrecht mutig von den Designern fand, ausgerechnet den Ami über die Klinge springen zu lassen. Da schwingt schon auch eine unterschwellige Kritik mit.
    ***SPOILER ENDE***

    @actionman: Ist auch vernünftig. Was man bei GameSTop zumindest immer merkt ist halt, dass da selbst Leute drin stehen, die einfach gerne spielen. Wenn man dann dafür den normalen Preis zahlt und sich aber noch nebenbei nett über Games unterhalten kann, find ich das völlig okay. Bislang hab ich den Laden aber meist eher als Apotheke erlebt, war dann aber auch positiv überrascht, als ich die Bioshock Special Edition für nen guten Kurs da bekommen habe. View all comments by Christian

  14. ….kurzer Zwischenruf: Die 69€ sind mir JETZT wurscht. Der Kollege, der im Sniper-LVL immer vorläuft,….für seine Animation an sich hätt ich auch 79€ bezahlt. Zu cool,…zu beginn sah ich den nicht vor mir im Gras liegen. Dann die Szene wo man unter den feindl. LKWs durch mus…. woah! Coole Game, anstrengend entspannend, 😉 View all comments by Chris

  15. Gefällt mir sehr gut dein Text, nicht nur von den gelobten Punkten (also so ziemlich alles am Spiel!), sondern auch von deinem Schreibstil her!! (hab selbst ein Review dazu verfasst, das etwas mehr auf die moralischen Konflikte eingeht).
    Ich kann einfach nicht verstehen, wieso ein Grossteil der Game-Hefter mehr Freude an Bioshock (dazu bin ich auch an nem Vergleich mit System Shock 2) oder Crysis hatten!!
    Selbst STALKER fand ich beeindruckender (ich meine welches Spiel schafft es schon, unter Tage eine dermassen krasse Angst-Atmosphäre hinzukriegen, ohne dass sich jemals ein Schockmoment ereignet!) als diese beiden!! View all comments by gameria

  16. Hallo Christian,

    hab auch durchgespielt, wo sollst du ein diktator gewesen sein? etwa da wo man noch so am anfang im auto sitzt? weiss nicht wo diese hinrichtung war? der schluss ist schon recht gewöhnungsbedürftig weil man zwar diesen Hubschrauber abschiessen soll aber man es doch nicht schaffen soll. View all comments by Hardy

  17. aktion “poste einen kommentar, den nie jemand lesen wird”: check

    da ich mir nun endlich mal ne neue grafikkarte gegönnt habe und ewig keinen shooter mehr gezockt habe, gestern das spiel gekauft und fast durchgespielt. holy shit. lang keinen so starken “nur noch einen level”-effekt mehr gehabt und wohl kaum einen so atmosphärisch UND grafisch beeindruckenden shooter gespielt. mag sein, dass die grafik heute schon nicht mehr up-to-date ist (wie gesagt: ewig keine shooter mehr gespielt), aber wenn ich die tarnung meines “vorgesetzten” in dem “niemand darf dich sehen”-schleichlevel auf maximalen details sehe – wow.

    atmosphärisch: nunja, die sas-level waren mir allesamt lieber als die usmc, die hatten mir eine zu hohe kugeldichte (die ja allgemein schon recht hoch war). der level der hinrichtung (wo ich erst relativ spät realisiert habe, das man sich im auto umschauen kann (was es da alles an details gibt – wow!) und noch viel später wer “ich” überhaupt bin), und vor allem “aftermath”. extrem “krass” (man verzeihe mir den ausdruck) war auch der “videospiel-level” wo man als spectre-bordschütze auf so lustige weiße männchen (nicht die blinkenden!) ballert. erinnerte mich stark an ein youtube-video aus dem irak(?) was mal zeigt das man an bord eines solchen flugzeugs (wohl ähnlich wie bei der steuerung von kampfdrohnen) doch schnell den bezug zur realität verlieren kann/könnte. sehr beeindruckend fand ich auch den letzten level bzw. das ende, war nur konsequent für das (action-)spiel.

    nervfaktoren: die hunde. was ich gestorben bin, weil ich die viecher zu spät gesehen habe, bzw. die millisekunde des “v”-drückens verpasst hatte… *seufz* View all comments by cmi

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