Darksiders war für mich noch bis gestern so ein Titel, von dem ich bislang allerhöchstens peripher Notiz genommen habe – und selbst dann eher unbewusst. Entsprechend komisch aus der Wäsche geschaut habe ich dann auch angesichts des Umstandes, dass ich auf einen Tipp von Konsolendealz’ Jan hin völlig blind bei der Amazon-Vorbesteller-Aktion zugeschlagen habe, die einem nebst Tiefpreisgarantie noch das Comic-/Artbook-Pack mit Zeichnungen von Joe Madueira (yeah!) kostenlos mit drauflegt. Schon ein bißchen creepy, wie schnell und unvorhersehbar mein Kaufimpuls mittlerweile durchbricht und mir Artikel im Warenkorb durch die Kasse bugsiert.

Wie dem auch sei: Hey! Es hatte immerhin Joe Madueira als sowas wie der Creative Director! Das muss eigentlich als Kaufgrund reichen. Nachdem ich trotzdem noch kurz mit mir gehadert habe, ob das nun eine so gute Idee war, mit dem Spontankauf, dachte ich, es wäre ja zumindest nicht verkehrt, sich im Vorfeld dann doch noch ein bißchen mit dem Spiel zu beschäftigen. Also kurz mal ein Hands-On bei Eurogamer.net gelesen und spontan von den Socken geblasen gewesen.

Keine Ahnung ob’s am immer wieder faszinierenden Schreibstil der Autoren liegt, oder am Spiel selbst, aber: Darksiders verspricht ein überaus furioses Action-Feuerwerk gleich zu Jahresbeginn zu werden. Und zumindest rein optisch kann sich Bayonetta trotz ihres sexy Wackelarsches mal ganz schnell warm anziehen gehen. Wenn mich der Grafikstil stellenweise auch ein wenig zu sehr an die Spiele aus dem Hause Blizzard erinnern, vor allem an World of Warcraft, so kann ich mich der Präsentation doch nicht entziehen. Bunt, aber nicht zu bunt, simpel und doch mit vielen Details,  liebevoll gezeichnet und knackig scharf. Trotz Weltuntergangs-Szenario freue ich mich mal wieder über ein Spiel, das durch einen warmen, farbenfrohen Look brilliert, der für eine gewisse positive Grundstimmung sorgt, statt mir die Trostlosigkeit des winterlichen Alltags noch mit einem graubraunen Texturmatsch zu krönen.

Dazu eine Spielmechanik, die God of War und seine artverwandten Genrevertreter durch den Fleischwolf dreht und ein paar Pfund abgedrehter Kombos und Special-Moves obendrauflegt, sowie eine Erzähl- und Präsentationsweise, die sich nur als Legend of  Zelda auf dem blutigen Pfad Gottes beschreiben  lässt – immerhin darf man “Krieg” als Apokalyptischen Reiter höchstselbst spielen…. was will man mehr? Wenn meine Hoffnungen in Erfüllung gehen, wird Darksiders ein ganz frühes Highlight im bevorstehenden Jahr 2010, das, im Gegensatz zu 2009, mit Highlights nicht zu geizen wollen scheint.