Ich kann bei Berichten über Spielen im Fernsehen einfach nicht abschalten. Es ist wie ein Zwang. Ich muss sie einfach sehen. Vielleicht aus Freude darüber, dass unser aller Lieblingsmedium mal wieder anderswo Beachtung findet. Vielleicht auch aus bloßer Verwunderung, dass es das tut. Oder aus Bewunderung. Keine Ahnung. Dabei sollte man ja fast meinen, dass bei mir so eine Art Pavlov’scher Reflex einsetzt und ich mich automatisch vor Seelenpein auf die Fernbedienung stürze und wegzappe, wenn abseits von Giga, Games@RTL2 oder Game One mal irgendwas über Games im TV läuft. Ihr wißt schon – wegen der schlechten Erfahrung. Killerspiele Amokläufe und so. Stattdessen bleibe ich in freudiger Erwartung über ein wenig Gameskultur an der Mattscheibe kleben. Noch mehr freue ich mich, wenn ich dann feststelle, dass ein Bericht tatsächlich völlig wertfrei mit dem Medium und Kulturgut Games umgeht. Oder besser noch: sich lobend oder einfach nur positiv äußert. Kommt aber immer noch eher selten vor, also gebe ich mich mit allem zufrieden, was da sonst noch so kommt. Schade nur, wenn es dann Sendungs-Redaktionen trotz vorhandenen guten Willens nichtmal schaffen, Ihrer Moderatorin den Spieletitel richtig auf den Moderationszettel zu pinnen. Und dieser zusätzlich peinlicherweise auch noch zugehörigen Beitrag falsch aus dem Off vorgetragen wird.

So geschehen heute bei den Pro7-Nachrichten, wo man sich dachte, angesichts von allein 6 Millionen Vorbestellungen könnte man den Erfolgstitel “Grand Theft” doch mal in die Hauptnachrichten hieven und an prominenter Stelle platzieren. Ja richtig: “Grand Theft”. Nicht Grand Theft Auto IV. Drüben bei EA Play hab ich ja schon gemutmaßt, dass es sich dabei vielleicht um einen neuen Serienableger handeln könnte, bei dem Kleinkriminalität ausgedient hat und Verbrechen sich nur noch im ganz großen Stil auszahlt. Also Immobilienbetrug, Kriege zwischen Kleinstaaten, Verabschiedung von Mindestlöhnen für Postboten… was sich halt so ergibt. Da der Titel aber bislang so auf keiner Release-Liste aufgetaucht ist, erscheint es unwahrscheinlich, dass er aus dem Stand auf 6 Millionen Vorbestellungen käme ;-)

Im zugehörigen Filmeinspieler hat man es dann wenigstens geschafft, noch die unterschlagene Ziffer an den Titel zu hängen. Richtiger wurde er dadurch aber auch nicht. “Grand Theft 4” exisitert leider genauso wenig, liebe Frau Gerboth und Anhang. Die Serie heißt nach wie vor Grand Theft Auto. Auto, wie das Automobil. Das kennen Sie doch, Frau Gerboth. Gut, die Karren sahen in Ihrer Jugend noch etwas anders aus, vielleicht Kutschen-ähnlicher? Aber Auto bleibt Auto. Sowas kann man sich doch merken. Zumal, wenn im Bild selbst auch noch ein fettes Banner des Spiels prangt.

Was ich an der ganzen Sache einfach nur schade und leider auch sehr bezeichnend finde: Dass man einen Titel einmal nicht richtig auf die Reihe bekommt, kann vorkommen. Wenn man aber so einen Blockbuster namenstechnisch gleich mehrfach komplett versemmelt, läuft irgendwas falsch und zeigt, dass Spiele anscheinend trotz prominent platziertem Sendeplatz nicht richtig ernst genommen werden. Bei Kinofilmen von Brangelina & Co. bemüht man sich doch auch, nicht nur den Titel möglichst ordentlich und oft zu nennen, um dezente Promotion selbst in “Newsmagazinen” zu platzieren, sondern nach Möglichkeit auch dem Zuschauer direkt noch aufs Brot zu schmieren, was Brangelina & Co. heute so zum Frühstück hatten und wann sie zuletzt kacken waren.

Tja, Filme sind einfach schon angekommen. Filme haben eine Lobby, Filme haben Stars. Spiele nicht. Und deshalb sind sie auch noch nicht angekommen. Gut, dahin, wo Filme und die Branche drumherum berichterstattungsmäßig jetzt sind, sollten Spiele bitte auch nie kommen. Bitte nicht! Aber zumindest soweit, dass sie anständig gewürdigt und entsprechend richtig benannt werden. Das wäre doch schon ein ganz großer Schritt nach vorne. Oder etwa nicht?