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Ich hatte eigentlich vorgestern schon kurz ein paar Worte darüber verlieren wollen, aber dann löste ein gewisser Artikel akute Schnappatmung bei mir aus und ans reguläre Schreiben war nicht mehr zu denken. Hol ich es also heute nach: Gegen Ende letzter Woche hat Apple endlich offiziell den bevorstehenden Release des iPhone-SDKs verkündet. Für Ottonormaltelefonierer ein gähnend langweiliges und völlig uninteressantes Ereignis. Über das SDK freuen sich vor allem Geschäftskunden und Leute, denen ihr Handy gerne mal als Schwanzersatz dient, die auch unterwegs gerne über eine Fülle von Büroapplikationen verfügen wollen. Die wird es dann bald auch endlich auf dem iPhone als kleine Addons, Widgets und professioneller Zusatzsoftware geben. Schön und gut, interessiert mich aber gerade nicht die Bohne. Viel spannender fand ich die begleitende Ankündigung von Electronic Arts und Sega, bereits eifrig an Spielen zu stricken, die durch das demnächst anstehende Update auch endlich auf Apple’s kleinem Scharfmacher laufen. Besonders spannend fand ich aber die Präsentation einer bereits auf dem iPhone lauffähigen Version von Will Wright’s Spore, die in angeblich gerade einmal 2 Wochen Entwicklungszeit auf den Handcomputer portiert worden sein soll. Himmelarschundzwirn, das sieht phantastisch aus! Aber… äääh, moment mal… wieso läuft denn sowas jetzt ohne Probleme auf dem flachen Telefon?

Hat nicht Steve Jobs erst in der letzten Woche erklärt, dass es niemals eine Unterstützung von Adobe’s Flash auf dem iPhone geben wird, aus dem einfachen Grund, dass dafür die Rechenleistung nicht ausreiche und zudem die Akkulaufzeit durch derlei Anwendungen zu sehr geschmälert würde? Hat man nicht aus diesem Grund eine ganz besondere Kooperation mit Youtube eingestielt, durch die es zwar einen nicht geringen Teil der Flash-Filmchen des führenden Videoportals auch auf dem iPhone zu sehen gibt, allerdings in einem völig anderen Format? WArum also laufen denn nun bitteschön aufwändige 3D-Applikationen ohne Probleme? Fressen die denn keinen Strom?

Sollte man nicht außerdem annehmen, dass die Rechenoperationen zum dekodieren regulären Videomaterials wesentlich leistungshungriger sind als bei der Darstellung von Flash und dass hier mal wieder eher fadenscheinige Argumente vorgeschoben werden? Oder ist Flash tatsächlich so ein Hardware-Peiniger? Dann wundert es mich, dass es sich so deutlich als Quasi-Standard für die Wiedergabe von Videos im Netz durchsetzen konnte. Oder brodelt es gerade hinter den Kulissen ein wenig zwischen Adobe und Apple? Im Grunde müßte Adobe seine Software ja nur ein wenig modifizieren, um diese auch auf dem begehrten Smartphone ordentlich lauffähig zu machen. Das ist ja nichts anderes als bei anderen Hardwareplattformen auch. Mit dem demnächst anstehenden Update auf Version 9 wäre das doch eine spitzenmäßige Gelegenheit. Oder stört sich His Steveness momentan an dem Gedanken, dass Adobe mit Flash 9 und der Implementierung von DRM kopiergeschützte Inhalte auch auf offenen Videoplattformen durchsetzen möchte, während Apple sich derzeit um genau in entgegen gesetzte Richtung orientiert und gerade schwer daran zu knacken hat, endlich sein gesamtes iTunes-Musikangebot DRM-frei zu bekommen? So recht scheint man im Hause des Apfels Adobe nicht mehr über den Weg zu trauen. Selbst von der Apple-Website sind Flash-Inhalte mittlerweile weitgehend verschwunden. Dabei galt die Software-Schmiede vor nicht allzu langer Zeit mit ihrem Photoshop noch als einer der wichtigsten Drittanbieter für Mac-Rechner. Was genau da läuft – man weiß es nicht. Allerdings dürfte sich durchaus die Frage stellen, was Adobe eigentlich davon abhalten sollte, das Flash-Format trotz aller Ablehnung auch für das iPhone zu öffnen. Immerhin bietet das demnächst erscheinende SDK ja nun alle Möglichkeiten, Programme je nach Belieben an das iPhone anzupassen.

Den Spielern unter uns kann das aber so oder so völlig egal sein. Die meisten von uns dürfte nach wie vor der hohe Anschaffungspreis samt der enormen laufenden Kosten abschrecken. Weit über 2000 Euro inklusive 2-Jahres-Vertrag sind einfach immer noch ganz schön happig. Andererseits bekommt man dafür bald aber auch einen Mehrwert, der sich gewaschen hat: vollwertiges Telefon, vollwertiger iPod Touch, Organizer, eMail-Client, ab dem demnächst anstehenden Software-Update voll synchronisierbares Smartphone, mobiles Surf-Unit und dann auch noch so ganz nebenbei mobile Gaming-Plattform mit Multi-Touchpad und dank T-Mobile-Vertrag mit der Fähigkeit gesegnet, problemlos Online-Matches austragen zu können, ohne zwingend auf WLAN-Hotspots angewiesen zu sein. Ich kann mir nicht helfen, aber so langsam werde ich echt heiß auf das Ding. Irgendwie erinnert es mich sogar ein bißchen an Freund Arkion’s Traum von einem Gameboy Evolution, den er seinerzeit so schön als Designkonzept entwickelt hat. Wenn man sich dann noch vorstellt, wie schön man beispielsweise die PC-Variante von Spore mit der mobilen Ausgabe verknüpfen könnte, indem man etwa auf dem PC neue Arten kreiert, um diese dann unterwegs ein klein wenig wachsen und gedeihen zu lassen, bevor man sich wiederum am heimischen Rechner mit ihnen zur Entdeckung neuer Welten aufmacht…. Ein feuchter Gamer-Traum wird wahr.

Liebes Apple-Marketing, liebe T-Mobile-Vermarkter: wollt Ihr mir nicht mal ein iPhone samt Datenpaket zur Verfügung stellen, auf dass ich die schöne neue Gaming-Welt einmal selbst ausgiebigst antesten kann? Ewige Lobhudeleien meinerseits wären Euch definitiv sicher! :-D