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Ich hatte mir doch noch soviel vorgenommen für meine letzte Urlaubswoche. So viele angefangene Spiele wollten endlich mal wieder angegangen werden. Allen voran natürlich nach wie vor Bioshock, dass diese Woche noch komplett durchgespielt werden soll. Und was ist? Mit kommt einfach mal eben so die Demo des Multiplayer-Shooters Enemy Territory – Quake Wars dazwischen, die irgendein Publisher-Schurke heute offiziell bei gamershell.com zum Download freigegeben hat. Mit dem Ergebnis, dass ich grad erstmal alles stehen und liegen gelassen hab, um mich an vorderster Front in die Schlacht zu stürzen. Ich war ja sowieso schon ziemlich angetan von dem bisher veröffentlichten Material zum Spiel. Die Screenshots ließen schon großes erahnen, die ersten Videos machten schnell Lust auf mehr. Dabei konnte ich bisher mit Multiplayer-Shootern nie sonderlich viel anfangen. Gut, vom regelmäßigen Counter-Strike: Source-Spielen mal abgesehen. Aber selbst das hätte ich wahrscheinlich nie angefangen, wenn es damals nicht sowieso bei Half Life 2 dabeigelegen hätte. Aber immerhin: Die Runden in CS:S sind nicht zu lang, das Spiel ist schnell, aber nicht zu schnell und man merkt ziemlich schnell, wie man immer und immer besser wird. Leider auch irgendwann, wie man immer und immer schlechter wird, wenn man nicht häufig genug spielt. Der Einstieg ist hart, aber wenn man mal den Bogen raus hat heißt es nur noch dranbleiben. Anders bei Quake Wars: Das ist von Anfang an ziemlich eingängig. Der Einstieg ins Spiel verläuft ähnlich wie beim künftig wohl größten Konkurrenten Battlefield 2 oder seinen Derivaten.

Einfach einen Server mit der Map des Vertrauens auswählen (in der Demo gibts nur eine einzige namens ‘Valley’), eine von fünf verschiedenen Klassen aussuchen (z.B. Soldier, Medic, Hacker) und ab ins Gefecht. Dort landet man via Fallschirm am Spawnpunkt und hat erstmal die Wahl: lieber per Pedes, oder mit einem der ausreichend vorhandenen Fahrzeuge? Kleinere Schlitten wie die kleinen ATVs lassen sich nur von einer Person fahren, bei größeren Gefährten wie Panzern, sind mindestens zwei Leute nötig, will man deren Möglichkeiten voll ausreizen. Im Gegensatz etwa zu Counterstrike, dass zwar gerne als taktischer Teamplay-Shooter bezeichnet wird, bei dem auf Public-Servern aber – seien wir mal ehrlich -trotzdem nur rumgebolzt wird, was das Zeug hält, ist bei Quake Wars echtes Teamplay nötig, will man die vorgegebenen Ziele erreichen. Denn während etwa bei Battlefield 2 noch Tickets runterticken und es ausreicht, wenn die Spieler von einer Mannschaft nur oft genug weggepustet werden, kommt man beim neuesten Enemy Territory-Ableger mit wüstem Rumgeballer allein überhaupt nicht mehr weiter. Im von mir gespielten Modus (obs noch weitere gibt, hab ich noch nicht ausprobiert), mußte die menschliche Mannschaft (auch GDF genannt) nacheinander mehrere Ziele innerhalb eines Zeitlimits erfüllen, was wiederum von den außerirdischen Strogg vereitelt werden soll. Beispielsweise muss zunächst eine Brücke konstruiert, anschließend eine fahrbare Raketenbasis an einen bestimmten Punkt gekarrt werden, anschließend ein Schildgenerator ausgeschaltet und zu guter letzt eine Anlage gesprengt werden, die das Trinkwasser verseucht. Da jede Aufgabe jeweils nur von einer bestimmten Klasse erledigt werden kann, hilft entweder nur genaue Absprache, oder das ständige Wechseln der eigenen Klasse. Allround-Talent bzw. Flexibilität wird also schonmal belohnt. Wer jetzt glaubt, das wäre aber alles bestimmt ganz schön kompliziert, der irrt gewaltig. Alle nötigen Aktionen werden in Texteinblendungen jederzeit gut lesbar erklärt. Einziges Manko bislang: Viele scheinen die Einblendungen im Eifer des Gefechts zu überlesen, anders kann man die ständigen Nachfragen im Chatfenster, was denn nun als nächstes zu tun sei oder wie man denn bitteschön in ein Fahrzeug einsteigt, nicht erklären.

Ein Punkt, der mich bislang immer davon abgehalten hat, solche Multiplayer-Monster zu spielen, war die schiere Größe der Karten. Wie soll man da eigentlich den Überblick behalten? Aber erstaunlicherweise geht das eigentlich sehr gut. Nur muss man sich halt dran gewöhnen, dass man öfter mal geplättet wird, ohne zu wissen, woher der Schuss nun wieder kommt. In der Demo ist es mir zudem häufiger passiert, dass ich Schüsse und Gegner nichtmal hab kommen hören. Keine Ahnung ob das ein Bug war, an meinem schlechten Gehör lag oder einfach so gewollt ist. Schön ist aber, dass man nach jedem ‘Ableben’ die Wahl hat, ob man noch ein bißchen liegenbleiben und auf den nächsten Medic warten möchte (dann bleibt man hilfesuchend liegen), oder ob man am Spawnpunkt erneut einsteigen möchte (evtl. mit einer neuen Klasse). Als kleinen ‘Gag’ sieht man seine eigene Leiche dann sogar noch eine Weile an genau der Stelle liegen, an der man zuletzt getroffen wurde. Die Klassen und Fahrzeuge scheinen insgesamt exzellent ausbalanciert zu sein. So gibt es etwa kein einziges Gefährt oder Fluggerät, das man nicht mit einer bestimmten Taktik oder einer bestimmten Waffe besiegen könnte. Die Fahzeugsteuerung geht dabei absolut flüssig von der Hand, und selbst Flugzeuge lassen sich innerhalb kürester Zeit zumindest halbwegs beherrschen – eine ausgereifte Hand-Auge-Koordination vorausgesetzt. Für erreichte Ziele, genügend Abschüsse oder auch einfach nur langes Überleben auf dem Schlachtfeld gibt es übrigens Erfahrungspunkte, die den Spieler stetig im Rang steigen lassen. Hat man genügend Erfahrungspunkte beisammen, werden im Spawn-Menü bei den einzelnen Klassen neue Waffen freigeschaltet. Aber auch hier gibt es keine übermächtigen Gerätschaften in die Hand – zumindest nicht in der relativ kurzen Zeit, die ich bislang gespielt hab. Alles in allem läßt sich schonmal festhalten: Splash Damage ist da ein ganz hervorragender Multiplayer-Shooter mit einigen sehr netten Ansätzen gelungen. Mich jedenfalls hat es direkt gepackt. Das Ding wird definitiv gekauft. Und wenn Enemy Territory: Quake Wars kein Hit wird, dann fress ich nen Besen. Ohne Salz. Achso: Das Spiel läuft trotz seiner sehr schicken Grafik übrigens auch bei hohen Details ziemlich flüssig. Die aufgebohrte Doom 3- bzw. Quake 4-Engine macht einfach nicht nur ordentlich was her, sondern zeigt auch, dass gute Grafik nicht gleich 95% aller Rechner komplett in die Knie zwingen muss.