kojima

Meine Damen und Herren, ladies and gentlemen, ich bitte um Aufmerksamkeit für eine ganz besonders wichtige Ankündigung: seine Durchlaucht Hideo Kojima wird in wenigen Augenblicken einen Furz lassen. Einen feuchten. Einen von der Sorte, die dieses auffällig flatterhafte Geräusch macht, bei dem man die Poperze förmlich vor dem geistigen Auge schlottern sieht. Jawohl! Es kann sich nur noch um wenige Augenblicke handeln. Jetzt gleich. Psssst. Bald ist es soweit. Nur noch einen gaaaaanz kleinen Augenblick. Können Sie diese Spannung in der Luft spüren? Ist das nicht unbeschreiblich? Wie sich einem bereits beim Gedanken an die Flatulenz wohlig die Nasenhaare aufrichten und dieses lustige Kitzeln verursachen? Ich sag’s Ihnen: das wird einer von der ganz großen Sorte! …Ja Himmelherrgottarschundzwirn!!! Ich glaube es hackt. Was sind denn das mittleriweile für Zustände? Ich habe es ja bereits seinerzeit vor dem GTA IV Release kaum fassen können, was für ein Gewese um die Ankündigung der Ankündigung eines neuen Trailers, der einen neuen Trailer ankündigt gemacht wird. Aber was derzeit um ein mögliches neues Projekt unseres knuffigen Japaners gemacht wird, der eigentlich lieber Filme machen würde, aufgrund dieses Wunsches aber vermutlich von Konami im Keller gefangengehalten und nur zum Programmieren rausgelassen wird, das geht auf keine Kuhhaut.

Da wird ein Ankündigungsbild in der japanischen Famitsu veröffentlicht, auf das offenbar ein eigenes Profiler-Team vom CSI angesetzt wurde, um möglichst viel hineinzuinterpretieren. Da wird eine Website gelauncht, die auf ein wichtiges Ereignis hinweisen will, das sich anschließend als Start eines Countdowns herausstellt, der auf ein wichtiges Ereignis hinweisen soll. Da werden die Umrisse eines potentiellen Spielecharakters abgedruckt und Psychologie-Selbsthilfegruppen auf der ganzen Welt beginnen, vor Verzückung ihre Rohrschach-Testbögen zu vernaschen. Jesses, hat der gute Mann sowas wirklich nötig? Ist dieser ganze Marketing-Hype, der um manche Veröffentlichungen gemacht wird wirklich nötig? Wann erkennt endlich mal wieder ein findiger PR-Mann, dass weniger oftmals mehr ist und das WIE entscheidend in der Kommunikation ist, nicht das WIEVIEL.

Ich weiß ja nicht wie es Euch bei sowas geht, aber mir vermiest dieser ganze Marketing-Quatsch in letzter Zeit meist eher die Lust auf ein Spiel, als dass es mich scharf auf etwas macht. Gut, bei Kojima besteht die Gefahr vermutlich nicht, aber generell bin ich der festen Überzeugung, dass all das Geschrei im Vorfeld lediglich vom miesen Endprodukt ablenken soll. Man denke bloß mal an den Hype, der seinerzeit um die bezaubernde Jade Raymond betrieben wurde. Süße Frau, keine Frage. Aber was in Form von Assassin’s Creed am Ende aus der Produktionsstraße gefallen ist, war den Aufstand nun wirklich nicht wert.

Bitte, liebe Marketingabteilungen, hört doch endlich mal auf, Euch dieses Zeug in die Nase zu fahren und Euch einen darauf runterzuholen, wie geil Ihr doch seid und lernt lieber mal was Anständiges. Internetsperrfilterpfleger zum Beispiel.